#9551

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 12:26
von sayada.b. | 9.135 Beiträge


Zitat von: guylux 
Wenn Ich Sie richtig verstehe , ist nur der israelische Report perfekt und natürlich absolut frei von jeglichen Propagandamythen !
Das alte Lied : die Palestinenser sind halt immer selbst schuld .


Sagt doch Georg gar nicht! Sie sind aber eben auch keine absoluten Unschuldslämmer! Beide Seiten haben Fehler gemacht und auch nicht zu knapp. Aber die sind nun einmal gemacht worden. Man kann nur nach vorn schauen und versuchen, es jetzt un zukünftig besser zu machen. Kompromisse werden dabei wohl kaum zu vermeiden sein...


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#9552

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 12:33
von GeorgeF (gelöscht)
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Zitat von:  
Falsch! Solche kleinen Ungenauigkeiten sind vernachlässigbar - und entschuldbar, wenn Journalisten die Arbeit erschwert bzw. unmöglich gemacht wird!

Wo und an welcher Stelle des mehrteiligen Videos wird beklagt, den Journalisten sei die Arbeit erschwert worden? Um so peinlicher sind die mehrfachen "Ungenauigkeiten", die in der Summe eben zu einem zweifelhaften Gesamtbild führen.


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#9553

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 12:43
von GeorgeF (gelöscht)
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Zitat von: guylux 
Wenn Ich Sie richtig verstehe , ist nur der israelische Report perfekt und natürlich absolut frei von jeglichen Propagandamythen !
Das alte Lied : die Palestinenser sind halt immer selbst schuld .

Zunächst stammt der Bericht von der gemeinsam (!) israelisch-palästinensischen Wasserkommssion. Auch den Palästinensern (der PA) ist völlig klar, dass das Wasserproblem auf Grund der geografischen und geologischen Gegebenheiten nur gemeinsam zu lösen ist und dabei sind - das ist für mich die wesentliche Erkenntnis aus dem Bericht - in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte erzielt worden: weniger Verbrauch der Israelis, mehr Verbrauch der Palästinenser (bei weiter bestehender Ungleichheit). Und der Bericht nennt ja klar und deutlich, dass auf diesem Wege weitergegangen werden muss: die Israelis müssen den Wasserverbrauch ihrer Landwirtschaft weiter minimieren, sie müssen die Meerwasserentsalzung im grossen Stile angehen (was zZt. geschieht) und auf palästinensischer Seite sind am drängendsten: Modernisierung des Leitungsnetzes und Bau von Kläranlagen, Beides wird massiv die Versorgung der pal. Verbraucher mit Wasser verbessern. Da nun mit Schuld zu hantieren, macht wirklich wenig Sinn.
Verstehen Sie nun, warum ich von offensichtlicher Propaganda wie der von ai oder intifada nichts halte?


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#9554

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 12:54
von Nante | 10.428 Beiträge


Zitat von: sayada.b. 
Kompromisse werden dabei wohl kaum zu vermeiden sein...

Da bin ich anderer Meinung. Es wird keinen Kompromiß geben. Die UNO hat wohl gerade eine Initiative gestartet, um den Zugang zu Trinkwasser zu einem Menschenrecht zu erklären, aber wer weiß wie das ausgeht. Und wie lange das dauert.

Wir hier mit unseren umschatteten und klaren Waldseen können uns die Knappheit gar nicht richtig vorstellen.



zuletzt bearbeitet 01.08.2010 13:29 | nach oben springen

#9555

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 12:56
von guylux (gelöscht)
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Zitat von: GeorgeF 
Zunächst stammt der Bericht von der gemeinsam (!) israelisch-palästinensischen Wasserkommssion. Auch den Palästinensern (der PA) ist völlig klar, dass das Wasserproblem auf Grund der geografischen und geologischen Gegebenheiten nur gemeinsam zu lösen ist und dabei sind - das ist für mich die wesentliche Erkenntnis aus dem Bericht - in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte erzielt worden: weniger Verbrauch der Israelis, mehr Verbrauch der Palästinenser (bei weiter bestehender Ungleichheit). Und der Bericht nennt ja klar und deutlich, dass auf diesem Wege weitergegangen werden muss: die Israelis müssen den Wasserverbrauch ihrer Landwirtschaft weiter minimieren, sie müssen die Meerwasserentsalzung im grossen Stile angehen (was zZt. geschieht) und auf palästinensischer Seite sind am drängendsten: Modernisierung des Leitungsnetzes und Bau von Kläranlagen, Beides wird massiv die Versorgung der pal. Verbraucher mit Wasser verbessern. Da nun mit Schuld zu hantieren, macht wirklich wenig Sinn.
Verstehen Sie nun, warum ich von hatten geht nirher Propaganda wie der von ai oder intifada nichts halte?

Der Bericht kommt von : The Government of Israel .
Es ist erstaunlich dass AI Quellen immer nur von bestimmten Kreisen
angezweifelt , nämlich meist von diejenigen die Dreck am Stecken haben .


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#9556

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 13:00
von GeorgeF (gelöscht)
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Zitat von: guylux 
Der Bericht kommt von : The Government of Israel .
Es ist erstaunlich dass AI Quellen immer nur von bestimmten Kreisen
angezweifelt , nämlich meist von diejenigen die Dreck am Stecken haben .

Gewiss doch ist der Bericht von der israelischen Regierung veröffentlicht - was nichts daran ändert, dass die Wasserkommisson ein isr.-pal. Unterfangen ist.
ai hat nicht einmal versucht, mit der Kommission in Verbindung zu treten...
Lassen wir also solche Nicklichkeiten und konzentrieren wir uns um das, was im Sinne beider Seiten sinnvoll ist zu tun.
Ich darf dazu noch einmal einen Israeli zitieren: Egal was es kostet - Alles ist billiger als ein Krieg.


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#9557

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 13:08
von GeorgeF (gelöscht)
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Zitat von: Nante 
Da bin ich anderer Meinung. Es wird keinen Kompromiß geben. Die UNO hat wohl gerade eine Initiative gestartet, um den Zugang zu Trinkwasser zu einem Menscherecht zu erklären, aber wer weiß wie das ausgeht. Und wie lange das dauert.
Wir hier mit unseren umschatteten und klaren Waldseen können uns die Knappheit gar nicht richtig vorstellen.

Kompromisse sind unvermeidlich, denn so wie die Palästinenser von einer Zusammenarbeit mit den Israelis in Sachen Wasser abhängig sind, genauso sind es die Israelis. Bleibt es bei der Einleitung ungeklärter Abwässer in den Westbanks, werden dadurch die auch für Israel überlebenswichtigen wasserführenden Schichten vergiftet. Bleibt es bei der unzureichenden Versorgung der West-Banks mit Frischwasser, vermehrt es den sozialen Sprengstoff - und damit die Bedrohung Israels.
Der von mir verlinkte Bericht weist deutlich genug auf bereits eingeleitete Kompromisse hin, zB die Reduktion des pro-Kopf Wasserverbrauches in Israel bei gleichzeitiger Erhöhung für die Palästinenser.
Dazu brauchts die UN gar nicht.


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#9558

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 13:25
von Nante | 10.428 Beiträge


Zitat von: GeorgeF 
rischwasser, vermehrt es den sozialen Sprengstoff - und damit die Bedrohung Israels.
Der von mir verlinkte Bericht weist deutlich genug auf bereits eingeleitete Kompromisse hin, zB die Reduktion des pro-Kopf Wasserverbrauches in Israel bei gleichzeitiger Erhöhung für die Palästinenser.
Dazu brauchts die UN gar nicht.

Dann lassen Sie uns doch einfach abwarten. Die Handlungen beider Parteien sind oft von Irrationalität, ergo auch Nichtvoraussagbarkeit, geprägt.

Ich glaube, daß der Krieg ums Wasser die Region noch lange beschäftigen wird.


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#9559

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 13:26
von sayada.b. | 9.135 Beiträge


Zitat von: Nante 
Da bin ich anderer Meinung. Es wird keinen Kompromiß geben. Die UNO hat wohl gerade eine Initiative gestartet, um den Zugang zu Trinkwasser zu einem Menscherecht zu erklären, aber wer weiß wie das ausgeht. Und wie lange das dauert.
Wir hier mit unseren umschatteten und klaren Waldseen können uns die Knappheit gar nicht richtig vorstellen.



Kompromisse nicht speziell im Bezug auf die Wasserverteilung, aber auch dort, Nante. Ich dachte allerdings eher an die Gesamtlösung des Konfliktes! Sorry, ungenau ausgedrückt!

Und doch, die Wasserknappheit ist vorstellbar. War vor Jahren auf Zypern - die Menschen dort hatten Wassertanks auf den Dächern oder im Keller. Es gab nur alle 3 Tage Wasser - in der Zwischenzeit mußte man mit dem Tankinhalt auskommen. Ganz schön ungewohnt, das kannst Du mir glauben! Auch wenn ich nicht zu den Leuten gehöre, die nach jeder Schweißperle unter die Dusche hüpfen...



zuletzt bearbeitet 01.08.2010 13:29 | nach oben springen

#9560

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 13:51
von guylux (gelöscht)
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Zitat von: sayada.b. 
Sagt doch Georg gar nicht! Sie sind aber eben auch keine absoluten Unschuldslämmer! Beide Seiten haben Fehler gemacht und auch nicht zu knapp. Aber die sind nun einmal gemacht worden. Man kann nur nach vorn schauen und versuchen, es jetzt un zukünftig besser zu machen. Kompromisse werden dabei wohl kaum zu vermeiden sein...

Es ist doch eine Tatsache , dass Menschenrechtsorganisationen von israelfreundlichen Foristen generell angegriffen werden .
Für M.Schnarch ist sogar das IRKK quasi antisemitisch , AI sowieso , HRW absolut unobjektiv , der Monde Diplomatique ein Käseblatt laut Ni usw .
Es geht mir schon auf den Geist , wenn systematisch deren Beiträge zerpflückt werden (und natürlich wird man Ungenauigkeiten finden) während regierungstreue israelische Berichte kritiklos veöffentlicht werden .
Oder hast Du in D oder F schon mal einen abwertenden Kommentar wie den von GeorgeF zu einem AI Bericht gelesen ?


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#9561

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 14:05
von sayada.b. | 9.135 Beiträge


Zitat von: guylux 
Es ist doch eine Tatsache , dass Menschenrechtsorganisationen von israelfreundlichen Foristen generell angegriffen werden .
Für M.Schnarch ist sogar das IRKK quasi antisemitisch , AI sowieso , HRW absolut unobjektiv , der Monde Diplomatique ein Käseblatt laut Ni usw .
Es geht mir schon auf den Geist , wenn systematisch deren Beiträge zerpflückt werden (und natürlich wird man Ungenauigkeiten finden) während regierungstreue israelische Berichte kritiklos veöffentlicht werden .
Oder hast Du in D oder F schon mal einen abwertenden Kommentar wie den von GeorgeF zu einem AI Bericht gelesen ?


Keine Ahnung, bin nicht auf das Lesen von AI-Berichte spezialisiert... Vielleicht habe ich es auch nur vergessen, ob oder auch nicht. Aber Du kannst doch nicht ernsthaft Georg und Michi Schnarch vergleichen! Und nicht mit Ingeborg! Hallo? Das geht ja gar nicht.
Außerdem wird doch auch der Haaretz zitiert und das ist ja nun nicht gerade das regierungstreueste israelische Blatt.

Und davon mal abgesehen - wann habe z.B. ich AI und deren Berichte angegriffen? Oder hältst Du mich nicht für israelfreundlich?


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#9562

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 14:26
von Gegen Gewalt
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Zitat von: GeorgeF 
Zunächst stammt der Bericht von der gemeinsam (!) israelisch-palästinensischen Wasserkommssion. Auch den Palästinensern (der PA) ist völlig klar, dass das Wasserproblem auf Grund der geografischen und geologischen Gegebenheiten nur gemeinsam zu lösen ist und dabei sind - das ist für mich die wesentliche Erkenntnis aus dem Bericht - in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte erzielt worden: weniger Verbrauch der Israelis, mehr Verbrauch der Palästinenser (bei weiter bestehender Ungleichheit). Und der Bericht nennt ja klar und deutlich, dass auf diesem Wege weitergegangen werden muss: die Israelis müssen den Wasserverbrauch ihrer Landwirtschaft weiter minimieren, sie müssen die Meerwasserentsalzung im grossen Stile angehen (was zZt. geschieht) und auf palästinensischer Seite sind am drängendsten: Modernisierung des Leitungsnetzes und Bau von Kläranlagen, Beides wird massiv die Versorgung der pal. Verbraucher mit Wasser verbessern. Da nun mit Schuld zu hantieren, macht wirklich wenig Sinn.
Verstehen Sie nun, warum ich von offensichtlicher Propaganda wie der von ai oder intifada nichts halte?


Was zählt, sind Fakten:
Israel deckt seinen Wasserbedarf zum größten Teil aus Vorkommen, die außerhalb seines Territorium liegen oder entspringen. Die Hauptquellen israelischer Wasserversorgung liegen in den besetzten palästinensischen Gebieten und auf dem Golan: die Jordanzuflüsse Dan und Banias, der Jordan selbst und mit dem westlichen und nordöstlichen Aquifer zwei der drei Grundwasserbecken der Westbank. Eine Aufgabe dieser Gebiete würde für Israel die Bedrohung der derzeitigen Wasserversorgung bedeuten und es daher erfordern, die Nutzungsrechte der Wasservorkommen der Region durch Abkommen mit allen Anreinern neu zu regeln. Nach der Besetzung der palästinensischen Gebiete wurden dort alle Wasserressourcen zu israelischem Staatsbesitz erklärt und dem Millitärkommandeur unterstellt. Seit 1982 werden sie von der israelischen Staatsfirma Mekorot bewirtschaftet. Palästinensische Wasserpumpen wurden zum größten Teil zerstört oder enteignet und landwirtschaftliche Gebiete entlang des Jordans zu geschlossenen Militärzonen erklärt.


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#9563

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 15:31
von GeorgeF (gelöscht)
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Zitat von: guylux 
Es ist doch eine Tatsache , dass Menschenrechtsorganisationen von israelfreundlichen Foristen generell angegriffen werden .
Für M.Schnarch ist sogar das IRKK quasi antisemitisch , AI sowieso , HRW absolut unobjektiv , der Monde Diplomatique ein Käseblatt laut Ni usw .
Es geht mir schon auf den Geist , wenn systematisch deren Beiträge zerpflückt werden (und natürlich wird man Ungenauigkeiten finden) während regierungstreue israelische Berichte kritiklos veöffentlicht werden .
Oder hast Du in D oder F schon mal einen abwertenden Kommentar wie den von GeorgeF zu einem AI Bericht gelesen ?

Ich habe nicht nur den israelischen Bericht gelesen, sondern auch den von ai mitsamt diversen im Netz verfügbaren Kommentaren - weil ich das Thema Wasser für die Region für elementar wichtig halte.
Der ai-Bericht hat mehrere Schwachstellen: an keiner Stelle ist geschrieben, auf wen oder was die von ai angegebenen Zahlen zurückgehen - nicht einmal die Palestinian Water Authority ist als Quelle genannt - wie es denn im Netz auch keinen Kommentar der PWA oder der PA zum ai-Bericht gibt. Und fest steht, dass ai auch nicht einmal versucht hat, die palästinensisch-israelische Wasserkommission zu kontaktieren.
ai beklagt, Israel verbrauche 300 l Wasser p.c., verschweigt aber Vergleichszahlen, zB den pro-Kopf Verbrauch im Wüstenstaat Jordanien: 600 l! Und auch in Jordanien gibt es zahlreiche Gemeinden ohne fliessendes Wasser.
Der ai-Bericht vermengt das Wasserproblem in den West-Banks mit dem Gazas - zwei völlig verschiedene Gegebenheiten.*
ai behauptet, die Israelis nutzten die Westbanks als Müllplatz, kann aber keinerlei Belege dafür bringen.
Bilder sind immer gut! Vor allem so ein Bild von dem öffentlichen Schwimmbad in Maale Adumin (und gleich daneben ein Bild ödester Kargheit). Bilder von gleichen öffentlichen Schwimmbädern in Ramallah, und anderen palästinensischen Städten würden da allerdings schlecht passen...http://www.n-tv.de/politik/Wasser-Streit...icle564321.html (nach unter scrollen)
aiberühert zwar das Thema "aquifier", jedoch arg oberflächlich, während es in dem israelischen Bericht ausführlich erläutert wird.
Bild der verdreckten Zisterne: Wer hat den Dreck da rein geschmissen?

Nein, es liegt mir fern, ai pauschal abzuwerten. Aber auch der ehrenwertesten Institution kann es passieren, dass sie daneben greift.

*auch hierzu eine Anmerkung: die Versalzung des Grundwassers im gesamten Küstenstreifen ist seit Jahren bekannt und vor dem Putsch der Hamas arbeiteten Wasserwirtschaftler aus Gaza und den östlich angrenzenden isr. Gebieten (Sderoth) an der Lösung des Problems. Leider hat Hamas seinerseits die Zusammenarbeit eingestellt.



zuletzt bearbeitet 01.08.2010 15:35 | nach oben springen

#9564

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 15:44
von GeorgeF (gelöscht)
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Zitat von: Gegen Gewalt 
Was zählt, sind Fakten:
Israel deckt seinen Wasserbedarf zum größten Teil aus Vorkommen, die außerhalb seines Territorium liegen oder entspringen. Die Hauptquellen israelischer Wasserversorgung liegen in den besetzten palästinensischen Gebieten und auf dem Golan: die Jordanzuflüsse Dan und Banias, der Jordan selbst und mit dem westlichen und nordöstlichen Aquifer zwei der drei Grundwasserbecken der Westbank. Eine Aufgabe dieser Gebiete würde für Israel die Bedrohung der derzeitigen Wasserversorgung bedeuten und es daher erfordern, die Nutzungsrechte der Wasservorkommen der Region durch Abkommen mit allen Anreinern neu zu regeln. Nach der Besetzung der palästinensischen Gebiete wurden dort alle Wasserressourcen zu israelischem Staatsbesitz erklärt und dem Millitärkommandeur unterstellt. Seit 1982 werden sie von der israelischen Staatsfirma Mekorot bewirtschaftet. Palästinensische Wasserpumpen wurden zum größten Teil zerstört oder enteignet und landwirtschaftliche Gebiete entlang des Jordans zu geschlossenen Militärzonen erklärt.

Zum ersten Teil Ihrer Ausführungen wurde bereits das Entscheidende gesagt: Ägypten nutzt Wasser (des Nil) das vollständig aus Äthiopien und dem Sudan stammt, so wie die Rumänen Wasser, das aus Deutschland, Östereich und der Slowakei stammt...
Der "aquifier" ist kein Grundwasserbecken, sondern eine wasserführende Schicht, die unter den Westbanks beginnt und bis zur Küstenebene Israels reicht.
Ja, es ist richtig, dass Israel mit der Besetzung die vollständige Kontrolle der Wasservorkommen in den West-Banks übernommen hat. In einer derart wasserarmen Region ist nun mal die Kontrolle der Wasserentnahme unumgänglich, zumal dann, wenn es keine lokale Behörde zur Wasserwirtschaft gibt, wie es 1967 in den West-Banks der Fall war. Und fraglos ist bis in die jüngste Vergangenheit die Verteilung des Wassers extrem ungerecht gewesen - bis man sich in Oslo auf eine gemeinsame Bewirtschaftung einigte und so die PWA entstand.
Mekorot ist nicht die Wasserkommission und Mekorot ist auch kein kapitalistisches Ausbeuterunternehmen sondern im Staatsbesitz.



zuletzt bearbeitet 01.08.2010 15:46 | nach oben springen

#9565

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 16:00
von guylux (gelöscht)
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Zitat von: GeorgeF 

Mekorot ist nicht die Wasserkommission und Mekorot ist auch kein kapitalistisches Ausbeuterunternehmen sondern im Staatsbesitz.

Genau das behauptet "Gegen Gewalt" ja auch !!


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#9566

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 16:12
von GeorgeF (gelöscht)
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Zitat von: guylux 
Genau das behauptet "Gegen Gewalt" ja auch !!

Ja - sorry - Recht hamse :)


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#9567

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 16:17
von Gegen Gewalt
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Zitat von: GeorgeF 
Zum ersten Teil Ihrer Ausführungen wurde bereits das Entscheidende gesagt: Ägypten nutzt Wasser (des Nil) das vollständig aus Äthiopien und dem Sudan stammt, so wie die Rumänen Wasser, das aus Deutschland, Östereich und der Slowakei stammt...
Der "aquifier" ist kein Grundwasserbecken, sondern eine wasserführende Schicht, die unter den Westbanks beginnt und bis zur Küstenebene Israels reicht.
Ja, es ist richtig, dass Israel mit der Besetzung die vollständige Kontrolle der Wasservorkommen in den West-Banks übernommen hat. In einer derart wasserarmen Region ist nun mal die Kontrolle der Wasserentnahme unumgänglich, zumal dann, wenn es keine lokale Behörde zur Wasserwirtschaft gibt, wie es 1967 in den West-Banks der Fall war. Und fraglos ist bis in die jüngste Vergangenheit die Verteilung des Wassers extrem ungerecht gewesen - bis man sich in Oslo auf eine gemeinsame Bewirtschaftung einigte und so die PWA entstand.
Mekorot ist nicht die Wasserkommission und Mekorot ist auch kein kapitalistisches Ausbeuterunternehmen sondern im Staatsbesitz.


Im Rahmen des Oslo-Prozesses übernahm die palästinensische Wasserbehörde zwar die administrative Verantwortung für die Wasserversorgung der palästinensischen Bevölkerung, Israel behielt sich aber die übergeordnete Kontrolle über Wasserverbrauch und -planung in den palästinensischen Gebieten vor.
Bis heute leitet Israel über den 1964 fertiggestellten National Water Carrier rund drei Viertel des Jordanwassers vom See Genesareth ins südliche Israel. Zudem nutzen Israel und die israelischen Siedlungen rund 90 Prozent des Grundwasservorkommens in den palästinensischen Gebieten und decken damit mehr als ein Drittel ihres Wasserverbrauchs.
Für die palästinensische Bevölkerung ist Grundwasser neben Regenwasser die einzige Wasserquelle. Insbesondere die palästinensischen Dörfer und Landwirtschaft leiden unter generellem Wassermangel. Über 200 Dörfer der Westbank, vor allem in den Regionen um Hebron, Nablus und Jenin, sind gar nicht an das Wassernetz angeschlossen und müssen sich durch Regenwasserzisternen und über Wasser aus Tankwagen versorgen.
Zusätzlich wird das Trinkwasser durch landwirtschaftliche Verunreinigungen und Abwässer verschmutzt. Denn in den palästinensischen Gebieten sind rund 40 Prozent der Haushalte an die Kanalisation angeschlossen, und auch die Siedlungen leiten ihre Abwässer in der Regel ungeklärt ein.


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#9568

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 16:18
von guylux (gelöscht)
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Zitat von: sayada.b. 
Keine Ahnung, bin nicht auf das Lesen von AI-Berichte spezialisiert... Vielleicht habe ich es auch nur vergessen, ob oder auch nicht. Aber Du kannst doch nicht ernsthaft Georg und Michi Schnarch vergleichen! Und nicht mit Ingeborg! Hallo? Das geht ja gar nicht.
Außerdem wird doch auch der Haaretz zitiert und das ist ja nun nicht gerade das regierungstreueste israelische Blatt.
Und davon mal abgesehen - wann habe z.B. ich AI und deren Berichte angegriffen? Oder hältst Du mich nicht für israelfreundlich?

Du hast niemand angegriffen ,aber diese generellen Vorurteile gegenüber AI , HRW usw ärgern mich nun mal .


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#9569

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 17:08
von NI (gelöscht)
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Zitat von: guylux 
Zitat von: NI
Da muss ich Sie leider enttäuschen, ich verstand Ihre Texte ausgezeichnet. Daher ja auch meine Einschätzung über das mangelnde Verständnis von guylux.
Aber Sie dürfen mir natürlich gerne erklären, wie Sie zu Ihrem Eindruck kommen, mit Belegen natürlich, denn sonst hake ich das mal unter den üblichen falschen Eindrücken der Männchen ab.

Zitat von: guylux

Lieber GeorgeF,
Das ist das übliche Rückzugsgefecht der Schwester wenn sie sich mal wieder verannt hat !



Im Gegenteil, werter guylux. Ich warte immer noch auf Ihren Beleg, wem das Westjordanland denn nun, politisch gesehen, gehört. Die politische Zugehörigkeit hat nichts mit dem Grundbesitz zu tun.


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#9570

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 17:11
von NI (gelöscht)
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Zitat von: guylux 

Für M.Schnarch ist sogar das IRKK quasi antisemitisch , AI sowieso , HRW absolut unobjektiv , der Monde Diplomatique ein Käseblatt laut Ni usw .




Weshalb die LMD ein Käseblatt und nicht ernstzunehmen ist, hatte ich Ihnen ja belegt.
Ich erinnere Sie da an Artikel, wie den über die Moslembruderschaft in Jordanien.


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#9571

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 18:11
von GeorgeF (gelöscht)
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Zitat von: NI 
Im Gegenteil, werter guylux. Ich warte immer noch auf Ihren Beleg, wem das Westjordanland denn nun, politisch gesehen, gehört. Die politische Zugehörigkeit hat nichts mit dem Grundbesitz zu tun.

Das Westjordanland ist auch "politisch" nicht Israel zugehörig. Israel ist Besatzungsmacht und hat damit eine Reiher Verpflichtungen gegenüber den Palästinensern. Politische Zugehörigkeit setzt das Einverständnis und die volle Beteiligung der Bürger des Besatzungsgebietes an der Politik der Besatzungsmacht voraus, was ganz offensichtlich nicht der Fall ist.


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#9572

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 18:17
von GeorgeF (gelöscht)
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Zitat von: Gegen Gewalt 
Im Rahmen des Oslo-Prozesses übernahm die palästinensische Wasserbehörde zwar die administrative Verantwortung für die Wasserversorgung der palästinensischen Bevölkerung, Israel behielt sich aber die übergeordnete Kontrolle über Wasserverbrauch und -planung in den palästinensischen Gebieten vor.
Bis heute leitet Israel über den 1964 fertiggestellten National Water Carrier rund drei Viertel des Jordanwassers vom See Genesareth ins südliche Israel. Zudem nutzen Israel und die israelischen Siedlungen rund 90 Prozent des Grundwasservorkommens in den palästinensischen Gebieten und decken damit mehr als ein Drittel ihres Wasserverbrauchs.
Für die palästinensische Bevölkerung ist Grundwasser neben Regenwasser die einzige Wasserquelle. Insbesondere die palästinensischen Dörfer und Landwirtschaft leiden unter generellem Wassermangel. Über 200 Dörfer der Westbank, vor allem in den Regionen um Hebron, Nablus und Jenin, sind gar nicht an das Wassernetz angeschlossen und müssen sich durch Regenwasserzisternen und über Wasser aus Tankwagen versorgen.
Zusätzlich wird das Trinkwasser durch landwirtschaftliche Verunreinigungen und Abwässer verschmutzt. Denn in den palästinensischen Gebieten sind rund 40 Prozent der Haushalte an die Kanalisation angeschlossen, und auch die Siedlungen leiten ihre Abwässer in der Regel ungeklärt ein.

Nun hat ja lt. AlJezeera ein bemerkenswerter wirtschaftlicher Aufschwung in den West-Banks begonnen und ich war auch beeindruckt von die vielen Baukränen dort. Vielleicht nutzt die PA diese Bautätigkeit, die Wasserleitungen auszubauen und vielleicht auch Kläranlagen für die Städte und Gemeinden. Die israelischen Siedlungen haben übrigens allesamt vernünftige Abwassersysteme und Kläranlagen - die Israelis wären ja wirklich blöde, wenn sie den dringend bennötigten Aquifier mit den Abwässern von 600.000 Menschen samt Industrieanlagen verschmutzten. Und wenn es denn ein Land auf dieser Erde gibt, dass fortschrittlicher, sparsamer und sorgsamer mit den Wasserreserven umgeht als Israel, dann benennen Sie es.


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#9573

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 18:56
von NI (gelöscht)
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Zitat von: GeorgeF 
Das Westjordanland ist auch "politisch" nicht Israel zugehörig.


Das hatte ich auch nicht geschrieben, aber wem denn dann?



zuletzt bearbeitet 01.08.2010 18:57 | nach oben springen

#9574

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 20:13
von Hans Bergman | 23.327 Beiträge


Zitat von: GeorgeF 
Das Westjordanland ist auch "politisch" nicht Israel zugehörig. Israel ist Besatzungsmacht und hat damit eine Reiher Verpflichtungen gegenüber den Palästinensern. Politische Zugehörigkeit setzt das Einverständnis und die volle Beteiligung der Bürger des Besatzungsgebietes an der Politik der Besatzungsmacht voraus, was ganz offensichtlich nicht der Fall ist.

Gerade in den Nachrichten: Israel hat eine vermutetes Terrorcamp in Gaza bombardiert.
Was ist das für einen deutschen Offizier? Eine "vermutetes" Terrorcamp bombardieren?

Für mich ist es ebenfalls Terror. Israel hat sich als Terrorstaat eindeutig definiert und qualifiziert.



zuletzt bearbeitet 01.08.2010 20:14 | nach oben springen

#9575

RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?

in Politik 01.08.2010 20:36
von NI (gelöscht)
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Zitat von: Hans Bergman 
Gerade in den Nachrichten: Israel hat eine vermutetes Terrorcamp in Gaza bombardiert.
Was ist das für einen deutschen Offizier? Eine "vermutetes" Terrorcamp bombardieren?
Für mich ist es ebenfalls Terror. Israel hat sich als Terrorstaat eindeutig definiert und qualifiziert.



http://www.tagesschau.de/ausland/gaza930...l#colsStructure


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