#876

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 22.01.2011 20:01
von Nante | 8.023 Beiträge | 13024 Punkte


Zitat von: Maga
22.01.2011 19:48 #51448

Es war nicht das Deutsche Reich, lieber Nante; es war das Heilige Römische (!) Reich, das erst sehr spät den Zusatz "deutscher Nation" erhielt. Was den "König der Lombardei" angeht, so verweise ich darauf:
http://lacasacalda.files.wordpress.com/2...da-giussano.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/File:Battle_of_Legnano.png
:-)

Mist, ich dachte, ich könne das unwidersprochen an Dir vorbeischleusen....)

Aber Du weist ja trotzdem, daß der deutsche König i.d.R. auch der römische Kaiser wurde.

Interessant ist aber, daß Du anscheinend Deine Sympathie bei den abtrünnigen langobardischen Städten hast, während ich eher Verständnis für die Zentralgewalt des Friedrich I. habe.

P.S. Und das ist schon oder erst 800 Jahre her.



zuletzt bearbeitet 22.01.2011 20:11 | nach oben springen

#877

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 22.01.2011 20:02
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
22.01.2011 19:07 #51440

Und die weitere Zukunft sieht noch düsterer aus - wenn nach Chameneis Tod die Machtkämpfe erst richtig ausbrechen:
http://news.de.msn.com/politik/politik.a...entid=155926046
Dann hätten wir womöglich der grössten Drogenhändlerstaat der Erde - beschützt von Atombomben - Hallelujah!


Dafür wird schon längst der größte Drogenanbau- und größte Drogenschmugglerstaat der Welt (Afghanistan) vom dort herrschenden mächtisten Staat der Welt, den USA, beschützt!


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#878

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 22.01.2011 21:29
von Maga (gelöscht)
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Zitat von: Nante
22.01.2011 20:01 #51456

Mist, ich dachte, ich könne das unwidersprochen an Dir vorbeischleusen....)

Aber Du weist ja trotzdem, daß der deutsche König i.d.R. auch der römische Kaiser wurde.

Interessant ist aber, daß Du anscheinend Deine Sympathie bei den abtrünnigen langobardischen Städten hast, während ich eher Verständnis für die Zentralgewalt des Friedrich I. habe.

P.S. Und das ist schon oder erst 800 Jahre her.

"Adlerauge" entgeht nichts.

Der deutsche König wurde nur dann römischer Kaiser, wenn er sich in Rom vom Papst krönen ließ.

Das ist so zwischen Anhängern der Subsidiarität und des "demokratischen Zentralismus".
:-)

Ich hatte immer viel Sympathie für Rebellen.



zuletzt bearbeitet 22.01.2011 21:30 | nach oben springen

#879

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 22.01.2011 22:20
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: Indogermane_HS
22.01.2011 20:02 #51457


Dafür wird schon längst der größte Drogenanbau- und größte Drogenschmugglerstaat der Welt (Afghanistan) vom dort herrschenden mächtisten Staat der Welt, den USA, beschützt!

Oh - da ist mir was entgangen: Die USA haben in Afghanistan gesiegt???? Wann war das? Muss ich mir notieren.



zuletzt bearbeitet 22.01.2011 22:20 | nach oben springen

#880

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 22.01.2011 22:24
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: Indogermane_HS
22.01.2011 18:42 #51434


Ich schrieb: "... den Gegener BESSER überschätzen, als unterschätzen". Im Zweifelsfall ist dies in jedem Fall die sicherere Variante. Über diese Logik braucht man doch nicht zu diskutieren.

Einen Gegner überschätzen heisst regelmässig, einen Popanz an die Wand zu malen. "Sicherer" ist sowas keineswegs, dient zumeist dazu, von eigenen Absichten abzulenken und das eigene Volk zu betrügen - siehe Nantes Erfahrungen mit der "sprungbereiten kapitalistischen Bestie".



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#881

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 22.01.2011 22:52
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte

@ Indogermane: Zunächst möchte ich Dich bitten, meine oder andere Beiträge nicht zwecks Detailantworten zu zerhacken. Die Technik dieses Forums macht Repliken dann unerfreulich mühsam!

Indogermane schrieb:
"1. Das war schon vorher klar. Die US-Invasoren hätten sich erst einmal anhand von Geschichtsbüchern informieren sollen. 13 Jahre zuvor war immerhin die Sowjetunion in AFG gescheitert. Aber der Ami denkt ja immer, er könne alles besser als die anderen...!


Zitat von: GeorgeF
21.01.2011 15:57 #51226

Und wen "dominiert" Israel? Den Libanon? Jordanien? Ägypten? Die Golfstaaten?



2. Na, selbstverständlich. Wen sonst?


Zitat von: GeorgeF
21.01.2011 15:57 #51226

Die israelische Bombe ist entstanden, als das Ergebnis eines koordinierten syrisch-jordanisch-ägyptischen Angriffs (mit Unterstützung der SU) keineswegs vorhersehbar war und Israel damit klar gemacht hat, dass es den damaligen und sehr ernst zu nehmenden Vernichtungsdrohungen eine Antwort geben konnte. Heute hat Israel nicht die Absicht, irgendeinen Staat zwecks Zerschlagung desselben anzugreifen - nur antiisraelische Fanatiker behaupten das.


3. Die Absicht hinter der Bombe, die je nach Situation und Regierung flexibel sein kann, spielt keine Rolle. Es zählt einzig der Besitz.


Zitat von: GeorgeF
21.01.2011 15:57 #51226

Die arabischen Staaten, die Türkei und Iran sind völlig frei, ihre Politik selbst zu gestalten - nur eben nicht dazu, "die Juden ins Meer zu treiben" oder "das zionistische Gebilde" zu zerschlagen. Ich kann darin keinerlei israelische Dominanz erkennen.

4. Ojektiv gesehen, entsteht durch den Besitz der Atombombe ganz automatisch eine Dominanz über jene Staaten (in Reichweite), die keine nukleare Abschreckung besitzen. Das ist doch ganz logisch. Ob dies nun ein einzelner nachvollziehen kann, oder nicht, ist irrelevant."

Zu 1. Wie verträgt sich das mit Deiner Behauptung a.a.O., die USA beschützten den grössten Grogenproduzenten AFG? Nach dieser Deiner Version ist das ja wohl kaum möglich?
Zu 2. Worin zeigt sich den die "Dominanz" Israels über die genannten Staaten? Da bitte ich um nähere Erläuterungen.
Zu 3. Und was zählt durch den Besitz der Bombe? Neid der Habenichtse? Scheissgefül, den Besitzer nicht angreifen und vernichten zu können? Selbstverständlich kann der Besitz der Bombe politisch "flexibel" eingesetzt werden, das wissen wir seit Hermann Kahn. Nur auch Kahn ist nicht auf die Idee gekommen, die Bombe könne für Gebietserweiterungen eingesetzt werden. Auch im Kalten Krieg hat die Bombe weder der einen noch der anderen Seite politische Veränderungen bewirken können - schon gar nicht in Staaten ohne Besitz derselben, nicht einmal in den Staaten der 3. Welt.
Zu 4. Die "Dominanz" liegt einzig darin, dass ein Vernichtungsfeldzug gegen Israel, so wie noch 1967 von der Shukeiri, Nasser und Syrien propagiert ("Wir werden sie ins Meer werfen") nun nicht mehr möglich ist. Ich kann darin nichts Schlechtes sehen. Und Maga hatte sich zu der Frage, ob es bedeutsam sei in wessen Hand sich die Bombe befindet ja schon überzeugend geäussert. Jordanien und Ägypten haben mit Israel Frieden geschlossen. Für die ist die israelische Bombe definitiv irrelevant. Oder waren diese Friedensschlüsse etwa ein Fehler und nur diktiert durch die Existenz der israelischen Bombe?



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#882

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 22.01.2011 23:22
von guylux (gelöscht)
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Zitat von: Nante
22.01.2011 19:20 #51443

Darf ich daran erinnern, daß mehrere Luxemburger Herrscher des (I.) Deutschen Reiches waren? Einer war König der Lombardei:) das als Info für unseren Maga; und andere waren die Oberhäupter der Mark Brandenburg...so Vorgänger von Wowi; jetzt weiß ich, an wem er sich mit seinen Partys orientiert..

Jaja, da waren wir noch wer ! Heute macht man sich über unsere paar Quadratkilometer lustig . Aber dafür haben wir ja das Bankgeheimnis eingeführt , bringt zwar kein Land aber jede Menge Kohle .


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#883

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 22.01.2011 23:38
von guylux (gelöscht)
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Zitat von: Leto_II.
22.01.2011 19:50 #51449




Es wird aber nicht von den Nachbarn genommen, um sich gegen Dritte zu wehren, sondern gegen eben diese Nachbarn.


Seit wann muss Israel sich gegen die PLO in der Westbank wehren ? Die Siedlungen dienen doch nicht der miltärischen Sicherheit sondern sind einfach Landraub auf Kosten des Nachbarn .
Der Golan ist schon eher eine strategische Besetzung .


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#884

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 00:06
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte

Indo - mal von Anfang an. Aus Deiner gesamten Argumentation ist erkennbar, dass Du für alles Übel in Nah-Mittelost allein den Grossen und kleinen Shaitan USA/Israel siehst - in schöner Übereinstimmung mit dem Mullah-Regime und noch ein paar muslimischer Apologeten. Was ist so schwer daran zu akzeptieren, dass Israel existiert und weiter existieren wird, dass es besser ist, sich mit Israel zu arrangieren, als auf permanente Konfrontation zu gehen, dass es das Leben der "arabischenBrüder" eher erleichtet, mit Israel zu kooperieren, als Raketen zu produzieren?
Leider kannst auch Du Dich nicht aus dem Denkschema lösen, dass niemals die Fehler und Unzulänglichkeiten innerhalb der muslimischen Welt in den inneren Strukturen sucht, sondern wieder und wieder sich mit pösen Einflüssen von Aussen versucht reinzuwaschen.
Sharia, Cliquenwirtschaft, Korruption, religiöser Wahn sind selbstgemacht! - in Iran, in Algerien, in Libyen.... Oder sollten Figueren wie Gaddafi, Chamenei, Bashir - auch Erdogan Ausgeburten des CIA sein? Kann sich Abdullah in Saudi-Arabien oder Hussein in Joranien nur mir US-Divisionen an der Macht halten? Wieviele US-Soldaten bewachen Mubarak? (Jaja, ich weiss, dass Frankreich noch vor Kurzem Ben Ali in Tunesien bei der Unterdrückung des Aufstandes Unterstützung angeboten hat)
Ich möchte Dir anempfehlen, die Rede Mahatir Mohammeds - einem ausgewiesenen Israel-Feind - anlässlich der Eröffnung des 10. Kongress der islamischen Staaten gründlich zu lesen. Da steht es unmissverständlich: das Elend der islamischen Staaten ist Folge "schlechter Regierung" und unangemessener Macht der verkalkten Mullahs. Und im Übrigen sollten die islamischen Staaten von den Juden lernen: Wissen schafft Macht und Wohlstand.



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#885

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 08:06
von Divara (gelöscht)
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Zitat von: guylux
22.01.2011 23:38 #51471

Seit wann muss Israel sich gegen die PLO in der Westbank wehren ? Die Siedlungen dienen doch nicht der miltärischen Sicherheit sondern sind einfach Landraub auf Kosten des Nachbarn .
Der Golan ist schon eher eine strategische Besetzung .



So einfach ist die Sache nicht. Die Siedlungen sind nicht einfach nur geraubtes Land. Wem hätte man es geraubt? Einem Palästinenserstaat, der erst noch gegründet werden muss? Dessen Grenzen erst noch in Verhandlungen festgelegt werden müssen? Solange dies nicht geschehen ist, sind die Siedlungen – Obama zum Trotz – nicht illegal. Das Gebiet in der Westbank war bis 1949 von Jordanien besetzt, und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Jordanier es zurückhaben möchten. Im Gegenteil. „Palästinenser“ als Volksgruppe gab es 1949 noch nicht, dieser Name und das damit zusammenhängende Nationalgefühl entstanden erst nach dem Krieg von 1967.
Es gibt tatsächlich eine Minderheit in Israel, die von einem Großisrael träumen, eine Mehrheit dafür findet sich nicht. Denn selbst für Konservative würde eine Israel zugeschlagene Westbank ein Problem darstellen: Israel als „jüdischer Staat“ (so ist er definiert und völkerrechtlich anerkannt) wäre in Gefahr, wenn Israel ein binationaler Staat würde. Das wäre bei einem hohen Anteil arabischer Bürger der Fall.
Die Siedlungen entstanden im Wesentlichen nicht als Landraub, sondern weil das 1949 besetzte Gebiet eine Infrastruktur brauchte. Heute gibt es realiter große Sicherheitsbedenken, was die vollständige Räumung des Westjordanlandes angeht. Was ist, wenn dort die Hamas mithilfe des Iran putscht wie im Gazastreifen, und der Flughafen von Tel Aviv in Reichweite der islamistischen Raketen läge (um nur ein Problem zu nennen?)


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#886

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 09:25
von Foul Breitner | 1.682 Beiträge | 1677 Punkte


Zitat von: GeorgeF
23.01.2011 00:06 #51472
Indo - mal von Anfang an. Aus Deiner gesamten Argumentation ist erkennbar, dass Du für alles Übel in Nah-Mittelost allein den Grossen und kleinen Shaitan USA/Israel siehst - in schöner Übereinstimmung mit dem Mullah-Regime und noch ein paar muslimischer Apologeten. Was ist so schwer daran zu akzeptieren, dass Israel existiert und weiter existieren wird, dass es besser ist, sich mit Israel zu arrangieren, als auf permanente Konfrontation zu gehen, dass es das Leben der "arabischenBrüder" eher erleichtet, mit Israel zu kooperieren, als Raketen zu produzieren?
Leider kannst auch Du Dich nicht aus dem Denkschema lösen, dass niemals die Fehler und Unzulänglichkeiten innerhalb der muslimischen Welt in den inneren Strukturen sucht, sondern wieder und wieder sich mit pösen Einflüssen von Aussen versucht reinzuwaschen.
Sharia, Cliquenwirtschaft, Korruption, religiöser Wahn sind selbstgemacht! - in Iran, in Algerien, in Libyen.... Oder sollten Figueren wie Gaddafi, Chamenei, Bashir - auch Erdogan Ausgeburten des CIA sein? Kann sich Abdullah in Saudi-Arabien oder Hussein in Joranien nur mir US-Divisionen an der Macht halten? Wieviele US-Soldaten bewachen Mubarak? (Jaja, ich weiss, dass Frankreich noch vor Kurzem Ben Ali in Tunesien bei der Unterdrückung des Aufstandes Unterstützung angeboten hat)
Ich möchte Dir anempfehlen, die Rede Mahatir Mohammeds - einem ausgewiesenen Israel-Feind - anlässlich der Eröffnung des 10. Kongress der islamischen Staaten gründlich zu lesen. Da steht es unmissverständlich: das Elend der islamischen Staaten ist Folge "schlechter Regierung" und unangemessener Macht der verkalkten Mullahs. Und im Übrigen sollten die islamischen Staaten von den Juden lernen: Wissen schafft Macht und Wohlstand.


Also bei Dir kann ich eigentlich kaum glauben, daß Du Offizier beim Bund warst und dort - vermutlich - studiert hast.


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#887

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 10:08
von Maga (gelöscht)
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Zitat von: Foul Breitner
23.01.2011 09:25 #51474


Also bei Dir kann ich eigentlich kaum glauben, daß Du Offizier beim Bund warst und dort - vermutlich - studiert hast.

Hm, so ganz nach dem alten Witz, dass "Military" und "Intelligence" Gegensätze seien... ;-)


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#888

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 10:19
von Maga (gelöscht)
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Zitat von: Divara
23.01.2011 08:06 #51473


So einfach ist die Sache nicht. Die Siedlungen sind nicht einfach nur geraubtes Land. Wem hätte man es geraubt? Einem Palästinenserstaat, der erst noch gegründet werden muss? Dessen Grenzen erst noch in Verhandlungen festgelegt werden müssen? Solange dies nicht geschehen ist, sind die Siedlungen – Obama zum Trotz – nicht illegal. Das Gebiet in der Westbank war bis 1949 von Jordanien besetzt, und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Jordanier es zurückhaben möchten. Im Gegenteil. „Palästinenser“ als Volksgruppe gab es 1949 noch nicht, dieser Name und das damit zusammenhängende Nationalgefühl entstanden erst nach dem Krieg von 1967.
Es gibt tatsächlich eine Minderheit in Israel, die von einem Großisrael träumen, eine Mehrheit dafür findet sich nicht. Denn selbst für Konservative würde eine Israel zugeschlagene Westbank ein Problem darstellen: Israel als „jüdischer Staat“ (so ist er definiert und völkerrechtlich anerkannt) wäre in Gefahr, wenn Israel ein binationaler Staat würde. Das wäre bei einem hohen Anteil arabischer Bürger der Fall.
Die Siedlungen entstanden im Wesentlichen nicht als Landraub, sondern weil das 1949 besetzte Gebiet eine Infrastruktur brauchte. Heute gibt es realiter große Sicherheitsbedenken, was die vollständige Räumung des Westjordanlandes angeht. Was ist, wenn dort die Hamas mithilfe des Iran putscht wie im Gazastreifen, und der Flughafen von Tel Aviv in Reichweite der islamistischen Raketen läge (um nur ein Problem zu nennen?)

Das ist aber eine sehr einseitige Betrachtung.

1. Die Grenzen zwischen einem "Arab State" und einem "Jewish State", wie von der UN vorgeschlagen, waren für die arabische Seite sehr viel vorteilhafter als die Grenzen, die 1948 zustandekamen.

2. Das verkleinerte arabische Gebiete wurde von Jordanien und Ägypten besetzt; beide Länder verzichteten sukzessive auf die Westbank (Jordanien) und den Gazastreifen (Ägypten).

3. Die Besiedlung war zuerst sicherheitspolitisch, dann zunehmend ideologisch begründet. Diese ideologische Besiedlung (etwa durch den Gusch Emunim) sollte nicht außer Acht gelassen werden. Sie IST Landraub.

4. Und zwar deswegen, weil es völlig egal ist, ob man die dort lebenden Menschen "Araber" oder "Syrer" oder "Palästinenser" nennt. Es handelt sich um Menschen, die dort gelebt haben und dort leben, und die vielleicht Nachkommen der alten Hebräer sind.

5. Es geht nicht um Obama. Die Haltung der amerikanischen Präsidenten unterscheidet sich in dieser prinzipiellen Frage nicht - die von Bush sah auch nicht anders aus. (Bush war höchstens in der praktischen Politik etwas "flexibler").

6. Das Gebiet des Westjordanlandes befindet sich unter der Kontrolle der PA. Damit stellt sich die Frage nach islamistischen Raketen nicht.

Zusammenfassung: Die Besiedlung ist Unrecht. Sie ist inzwischen aber ein fait accompli und muss in Verhandlungen geklärt werden. Die Möglichkeit für Juden und Araber, die auf dem Gebiet des jeweils anderen Staates leben, auch die andere Staatsangehörigkeit zu besitzen, ist mAn eine Lösung, die besser als ein "ethnic cleansing" oder Grenzverschiebungen nach dem Modell von Yalta wäre.



zuletzt bearbeitet 23.01.2011 10:23 | nach oben springen

#889

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 10:26
von tbn | 4.131 Beiträge | 4131 Punkte


Zitat von: GeorgeF
22.01.2011 22:20 #51464

Oh - da ist mir was entgangen: Die USA haben in Afghanistan gesiegt???? Wann war das? Muss ich mir notieren.


Aus Wikipedia:

Afghanisten ist der größte Opiumproduzent der Welt. Im Juli 2000 wurde der Opiumanbau durch das Taliban-Regime verboten, worauf die Opiumproduktion völlig einbrach und im Jahre 2001 fast auf Null sank. Nach dem US-geführten Krieg stieg die Produktion wieder an und ist seit 2004 höher als in den Jahren zuvor.[47] 2006 betrug der Handel mit Opium 46 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Anbaufläche für Schlafmohn stieg seit der Beseitigung des Taliban-Regimes kontinuierlich, im Jahr 2006 erneut um 59 Prozent auf rund 193.000 Hektar. Nach Angaben des UNO-Büros für Drogen und Verbrechen (UNODC) wurden im Jahr 2006 über 6000 Tonnen Opium geerntet, das entspricht 92 Prozent der gesamten Weltproduktion. Der Exportwert dieses Opiums liegt nach Angaben des Außenministeriums der Vereinigten Staaten bei 3,1 Milliarden US-Dollar, dagegen liegt der Straßenpreis bei rund 38 Milliarden US-Dollar. Im Herbst 2007 wurden in Afghanistan rund 8.200 Tonnen Opium geerntet, davon mehr als die Hälfte in der afghanischen Provinz Helmand. Das übersteigt den weltweiten Verbrauch um 3.000 Tonnen. Der einzelne Opiumfarmer erzielt hierbei etwa 122 US$ pro Kilogramm Opium („farm gate price“). Somit ist für diesen der Schlafmohnanbau um etwa das Zehnfache lukrativer als der Weizenanbau.[48][47]

Afghanistan ist auch größter Ertragsproduzent von Haschisch wie 2010 von der UNODC festgestellt wurde. Nach Angaben der UNODC-Studie werden in Afghanistan pro Hektar 145 Kilogramm Cannabisharz gewonnen. In Marokko, dem größten Cannabisanbauland der Welt, sind es zum Vergleich pro Hektar nur 40 Kilogramm. [49]


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#890

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 10:39
von tbn | 4.131 Beiträge | 4131 Punkte


Zitat von: RagnarLodbrok
23.01.2011 10:26 #51478

Aus Wikipedia:

Afghanisten ist der größte Opiumproduzent der Welt. Im Juli 2000 wurde der Opiumanbau durch das Taliban-Regime verboten, worauf die Opiumproduktion völlig einbrach und im Jahre 2001 fast auf Null sank......


Wenn der Besatzer nicht im Stande ist, die riesigen Opiumfelder zu vernichten, die sich im Gegensatz zu den Taliban nicht in Höhlen verstecken können, sondern bei der Blüte weit sichtbar rot leuchten kommt schon die Frage auf, wieso das so ist.



zuletzt bearbeitet 23.01.2011 11:11 | nach oben springen

#891

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 11:35
von guylux (gelöscht)
avatar


Zitat von: Divara
23.01.2011 08:06 #51473


So einfach ist die Sache nicht. Die Siedlungen sind nicht einfach nur geraubtes Land. Wem hätte man es geraubt? Einem Palästinenserstaat, der erst noch gegründet werden muss? Dessen Grenzen erst noch in Verhandlungen festgelegt werden müssen? Solange dies nicht geschehen ist, sind die Siedlungen – Obama zum Trotz – nicht illegal. Das Gebiet in der Westbank war bis 1949 von Jordanien besetzt, und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Jordanier es zurückhaben möchten. Im Gegenteil. „Palästinenser“ als Volksgruppe gab es 1949 noch nicht, dieser Name und das damit zusammenhängende Nationalgefühl entstanden erst nach dem Krieg von 1967.
Es gibt tatsächlich eine Minderheit in Israel, die von einem Großisrael träumen, eine Mehrheit dafür findet sich nicht. Denn selbst für Konservative würde eine Israel zugeschlagene Westbank ein Problem darstellen: Israel als „jüdischer Staat“ (so ist er definiert und völkerrechtlich anerkannt) wäre in Gefahr, wenn Israel ein binationaler Staat würde. Das wäre bei einem hohen Anteil arabischer Bürger der Fall.
Die Siedlungen entstanden im Wesentlichen nicht als Landraub, sondern weil das 1949 besetzte Gebiet eine Infrastruktur brauchte. Heute gibt es realiter große Sicherheitsbedenken, was die vollständige Räumung des Westjordanlandes angeht. Was ist, wenn dort die Hamas mithilfe des Iran putscht wie im Gazastreifen, und der Flughafen von Tel Aviv in Reichweite der islamistischen Raketen läge (um nur ein Problem zu nennen?)

Siehe 51477 von Maga .
Sie selbst nennen die Gebiete " besetzt " . Es ist laut Völkerrecht dem Besatzer nicht gestattet sich Teile des besetzte Gebietes anzueignen . Da zählen auch Sicherheitsbedenken nicht .
Und wenn etliche Flughäfen in Israel sehr nahe an der Grenze liegen , ist die Lösung die Flughäfen zu verlegen , nicht die Grenzen .


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#892

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 15:02
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: RagnarLodbrok
23.01.2011 10:39 #51480


Wenn der Besatzer nicht im Stande ist, die riesigen Opiumfelder zu vernichten, die sich im Gegensatz zu den Taliban nicht in Höhlen verstecken können, sondern bei der Blüte weit sichtbar rot leuchten kommt schon die Frage auf, wieso das so ist.

Damit dann gemeinsam mit dem "leuchtenden Rechtsstaat" Azerbeijan dem Transitland Iran genügend Rauschgifthändler gesandt werden können.
Der Weg des afghanischen Giftes führt nunmal am besten durch Iran.
Nicht dass dort nicht sicherlich auch genügend Giftküchen sich angesiedelt hätten, dieses aber anstatt der organisierten Kriminalität dem Staat Iran und seinen Bürgern anzulasten, ist schon lächerlich.
Seit Jahren beschwert der Iran sich, dass er von afganischem Rauschgift überschwemmt wird. Man bietet Zusammenarbeit an, um die Transitroute des afghanischen Rauchgiftes zu bekämpfen usw usw
Warum aber nun Azerbeijan auf den Zug der Meinungsbildung aufspringt ist eigentlich auch klar. Dort gibt es Öl massig.
Diesem Land muss schliesslich von interessierter Seite bei der Bildung der richtigen Meinung geholfen werden, zumal Korruption ebenso wie die Erb-Nachfolge im Präsidentenamt ja nicht so wichtig sein können. Immerhin ist der Sohn mit einer Mehrheit von über 80% gewählt worden. Bei so einem Demokraten muss man einfach richtig wählen. Immerhin hat schon der Vater das gleiche Amt bekleidet, der muss doch der richtige sein!
So viel Demokratie in einer Person würden sich die Iraner auch wünschen, die mussten sich mit 4 solcher "Demokraten" rumstreiten, dass da dann nicht die grossre Menge an Demokratie in einer Person gewählt wird, ist doch eigentlich jedem klar.
Die paar Demonstranten und erst recht die paar Tote bei den Unruhen in Baku anlässlich der letzten so hervorragenden Wahl, ach Gottchen....... wo viel Demokratie in einer Person ist (80% Wahl ist doch ganz schön viel), sind natürlich auch viele Neider.

Es ist einfach nur lächerlich, den afghanischen Rauschgiftanbau nun wegdiskutieren zu wollen um die Anbauflächen besser bewachen zu können.
Manche sind sich für nichts zu schade.


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#893

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 15:44
von Nante | 8.023 Beiträge | 13024 Punkte


Zitat von: Foul Breitner
23.01.2011 09:25 #51474


Also bei Dir kann ich eigentlich kaum glauben, daß Du Offizier beim Bund warst und dort - vermutlich - studiert hast.

Foul, das war mehr als zweideutig. In welche Richtung ging dat nun?


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#894

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 15:48
von Nante | 8.023 Beiträge | 13024 Punkte


Zitat von: Lea S.
23.01.2011 15:02 #51486

Es ist einfach nur lächerlich, den afghanischen Rauschgiftanbau nun wegdiskutieren zu wollen um die Anbauflächen besser bewachen zu können.

Die Produktion dessen scheint wahrscheinlich durch einen stillschweigenden Konsens so hoch zu sein: Ihr laßt uns den Mohn anbauen, dafür könnt ihr eure Gegner jagen.

Die USA können es sich nicht leisten, die Lokalfürsten, Clanchefs und Warlords zu verärgern.


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#895

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 15:54
von tbn | 4.131 Beiträge | 4131 Punkte


Zitat von: GeorgeF
22.01.2011 22:52 #51467


Die arabischen Staaten, die Türkei und Iran sind völlig frei, ihre Politik selbst zu gestalten - nur eben nicht dazu, "die Juden ins Meer zu treiben" oder "das zionistische Gebilde" zu zerschlagen. Ich kann darin keinerlei israelische Dominanz erkennen.



Weder die Türkei noch der Iran sind arabisch.
Auch die Sache mit ins Meer treiben, scheinen Sie zu verwechseln.

Der, der Menschen im Meer ertränken will ist Israeli:
2003 schlug Lieberman als Verkehrsminister in der Knesset vor, freigelassene palästinensische Gefangene mit Bussen an einen Ort zu bringen, "von dem aus sie nicht zurückkehren". Anderen Quellen zufolge soll er vorgeschlagen haben, die Gefangenen im Toten Meer zu ertränken.[15]

Was die Atombombe angeht, so ist Israel dass einzigste Land, welches über A-Waffen verfügt und sich weigert der Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen.
Und das einzigste westlich orientierte Land, dass diese Bombe an eine menschenverachtende Diktatur verkaufen wollte.



zuletzt bearbeitet 23.01.2011 15:55 | nach oben springen

#896

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 15:59
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: Nante
23.01.2011 15:48 #51489

Die Produktion dessen scheint wahrscheinlich durch einen stillschweigenden Konsens so hoch zu sein: Ihr laßt uns den Mohn anbauen, dafür könnt ihr eure Gegner jagen.

Die USA können es sich nicht leisten, die Lokalfürsten, Clanchefs und Warlords zu verärgern.

Das ist sicherlich ein grosser Teil der Wahrheit. Aber es war ja auch mal sinnvoll für viele Politiker, China mit Opium zu "versorgen". Politik muss schliesslich Opfer bringen, natürlich nur in Form der anderen.


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#897

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 16:03
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: RagnarLodbrok
23.01.2011 15:54 #51490

Weder die Türkei noch der Iran sind arabisch.
Auch die Sache mit ins Meer treiben, scheinen Sie zu verwechseln.

Der, der Menschen im Meer ertränken will ist Israeli:
2003 schlug Lieberman als Verkehrsminister in der Knesset vor, freigelassene palästinensische Gefangene mit Bussen an einen Ort zu bringen, "von dem aus sie nicht zurückkehren". Anderen Quellen zufolge soll er vorgeschlagen haben, die Gefangenen im Toten Meer zu ertränken.[15]

Was die Atombombe angeht, so ist Israel dass einzigste Land, welches über A-Waffen verfügt und sich weigert der Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen.
Und das einzigste westlich orientierte Land, dass diese Bombe an eine menschenverachtende Diktatur verkaufen wollte.



Das mit dem "ins Meer treiben" kann man in Gaza ja sehr gut sehen. Erst hat man die Menschen in den Gazastreifen getrieben, dann zugemacht und der einzige Ausweg wäre dann ins Wasser zu gehen. Dort warten aber auch die Scharfschützen.
Wer treibt also wen wohin, zumal das Meer ja auch mal der Assuan-Staudamm sein kann, den Israel gedroht hat, zu bombardieren um die Ägypter zu ersäufen.


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#898

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 17:49
von Leto_II. | 21.345 Beiträge | 36583 Punkte


Zitat von: guylux
22.01.2011 23:38 #51471

1.
Seit wann muss Israel sich gegen die PLO in der Westbank wehren ? Die Siedlungen dienen doch nicht der miltärischen Sicherheit sondern sind einfach Landraub auf Kosten des Nachbarn .
2.
Der Golan ist schon eher eine strategische Besetzung .



1.Betrachten Sie mal die Geschichte, denken Sie sich die Besatzung weg und Israelische Ballungszentren sind im Spannungsfall nicht im Hinterland sondern direkt Front.

2.Der Golan ist auch strategische Besetung, genau wie dras West Joradanland und ehemals Sinai.


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#899

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 17:52
von Leto_II. | 21.345 Beiträge | 36583 Punkte


Zitat von: Maga
23.01.2011 10:19 #51477

3. Die Besiedlung war zuerst sicherheitspolitisch, dann zunehmend ideologisch begründet. Diese ideologische Besiedlung (etwa durch den Gusch Emunim) sollte nicht außer Acht gelassen werden. Sie IST Landraub.

4. Und zwar deswegen, weil es völlig egal ist, ob man die dort lebenden Menschen "Araber" oder "Syrer" oder "Palästinenser" nennt. Es handelt sich um Menschen, die dort gelebt haben und dort leben, und die vielleicht Nachkommen der alten Hebräer sind.


Deshalb ja auch meine grundsätzlich unterschiedlichen Ansichten zu einerseits Besatzung und andererseits Besiedlung.


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#900

RE: Militärschlag keine Option

in Politik 23.01.2011 17:55
von Leto_II. | 21.345 Beiträge | 36583 Punkte


Zitat von: guylux
23.01.2011 11:35 #51485

Siehe 51477 von Maga .
Sie selbst nennen die Gebiete " besetzt " . Es ist laut Völkerrecht dem Besatzer nicht gestattet sich Teile des besetzte Gebietes anzueignen .


Das ist so nicht ganz richtig der Besatzer darf sich schon so einiges aneignen, nur ebennicht zur zivilen Nutzung.


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