#20001

RE:

in Politik 08.06.2011 00:33
von Lea S. | 14.199 Beiträge

@Nante

Zitat
Die Demonstranten wollen mehr Demokratie, mehr Mitbestimmung. Da stimme ich mit Ihnen überein. Aber die Kaperung durch Islamisten ist für mich noch nicht vom Tisch.



Gehirngewaschene Rassisten kapert überall im Nahen Osten die Strassen. Es wird ein heisser Sommer werden!

Zitat
..........."Death to the Arabs, death to the leftists," they chanted. "The Temple will be rebuilt, the mosque will be destroyed." "Kahane lives, Mohammed is dead." "Itbach al-Arab" ("Death to the Arabs" in Arabic ). Thus they elevate Jerusalem as their chief sin: May their tongues cleave to their palates. http://www.haaretz.com/print-edition/opi...-torah-1.366422

http://www.youtube.com/watch?v=3t_ZjetcSMQ


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#20002

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 00:34
von Maga-neu | 36.584 Beiträge


Zitat von: mbockstette
07.06.2011 23:04 #73364


Das ist die eine Seite der türkischen Medaille, die andere sieht so aus:

Die Türkei fürchtet sich nicht viel weniger vor einer iranischen Atombombe als die Saudis samt Anhang und Israel. Und die Araber wiederum fürchten sich vor dem Erblühen eines neuen Osmanischen Reichs.
Ist das so? Welchen Grund sollte die Türkei haben, sich derart zu fürchten? Sie hat keine territorialen Konflikte mit Iran (anders als die Emiratis), ihre Existenzberechtigung wird nicht in Frage gestellt (anders als Israel), konventionell ist sie Iran haushoch überlegen und als NATO-Mitglied steht sie unter dem Schutz des Bündnisses. Gut möglich, dass sie im Zuge ihrer Großmachtambitionen selbst nach der A-Waffe strebt...


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#20003

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 00:37
von Maga-neu | 36.584 Beiträge


Zitat von: GeorgeF
07.06.2011 23:39 #73366

Wir bewegen uns hier fraglos auf hoch-spekulativem Gebiet. Erdogan mag für gewisse Erfolge stehen, mindestens für die prosperierende Wirtschaft der Türkei. Ob er aber in der Lage ist, das Image der Türkei als Nachfolger des im gesamten MO zu Recht verhassten osmanischen Gewaltregimes zu korrigieren oder gar zu überwinden, dazu fehlt noch die Nagelprobe. Nict zu vergessen: die Türkei war und ist strammes Mitglied der bei etlichn arabischen und sonstigen MO-Staaten verhassten NATO. Nach wie vor "verbindendes" Element der Türkei, des Iran und Syriens ist immer noch die ungelöste Kurdenfrage und solange die Türkei eine derart repressive Politik gegenüber der "Bergtürken" verfolgt, verbindet Syrien, die Türkei und Iran in diesem Punkt nur die gemeinsame kurdische Leiche im Keller - keine tragfähige Basis für eine abgestimmte Politik. Zwischen Türkei, Syrien und Irak gibt es dann noch das bisher ungelöste Problem der Wasserverteilung von Euphrat und Tigris, das die Türkei bisher höchst selbstherrlich behandelt hat - weiterer Sprengstoff und Erinnerung an osmanische Herrschaft.
Theoretisch könnte die Türkei mit ihren hervorragenden Drähten in den Westen (NATO und Wirtschaft) und gleichzeitig als islamischer Staat in der Tat eine wichtige Vermittlerrolle spielen. Ich fürchte nur, die Basis "islamisch" ist deutlich weniger tragfähig als gewünscht und massiv überlagert von innerislamischen Zänkereien. Vermutlich geniesst ein eindeutig westlich auftretender Unterhändler dort mehr Vertrauen als 27 islamische Brüder.
Das sind berechtigte Einwände, George, und es wird viel von der Reife "osmanischer" Diplomatie abhängen. Vielleicht ist die Türkei damit wirklich überfordert... Ich wüsste aber nicht, welcher westliche Unterhändler dort mehr Vertrauen genießen würde? USA, GB, F sind allesamt belastet und Deutschland aufgrund seiner geschichtlichen Bindungen an Israel ebenfalls. E und I spielen keine internationale Rolle, obwohl sie am nächsten "dran" sind.

Gute Nacht!


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#20004

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 08:09
von tbn | 4.131 Beiträge


Zitat von: Indogermane_HS
07.06.2011 22:06 #73356


:-))
Gefällt mir gut!



Leider ist es mehr Realität als ein Witz


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#20005

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 08:14
von tbn | 4.131 Beiträge


Zitat von: Lea S.
06.06.2011 21:54 #73224

http://www.youtube.com/watch?v=3t_ZjetcSMQ


Kommentar:
I am an Israeli, and I have to admit that I am under the impression this is the majority in Israel. People are filled with hatred and racism, and we have voted for a rightist goverment. When Bibi says no seperation of Jerusalem - its same as shouting death to arabs in those streets. People who do not want peace, only endless ongoing war. Facists who call peace makers traitors that deserve death and exile. This is the majority, this is our future. Welcome to the proud jewish nation


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#20006

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 08:52
von nahal | 25.249 Beiträge


Zitat von: RagnarLodbrok
08.06.2011 08:14 #73373


When Bibi says no seperation of Jerusalem - its same as shouting death to arabs in those streets.


Einer, der zwar nicht Jude ist, dafür aber der jetztige Präsident der USA ist, sagte:

"Jerusalem will remain the capital of Israel, and it must remain undivided."
http://www.npr.org/templates/story/story...toryId=91150432

"its same as shouting death to arabs in those streets."?

Was aber Netanjahu genau gesagt hat ist:
"Jerusalem muss die vereinte Hauptstadt Israels bleiben. Ich weiß, dass dies eine schwierige Angelegenheit für die Palästinenser ist. Aber ich glaube, mit Kreativität und gutem Willen kann eine Lösung gefunden werden."
http://rotstehtunsgut.de/2011/05/25/neta...em-us-kongress/

Jeder, der sich in dieser Angelegenheit auskennt, weiß, was hier "Kreativität" bedeutet.


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#20007

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 10:37
von Leto_II. | 28.478 Beiträge


Zitat von: Maga-neu
08.06.2011 00:34 #73369
Ist das so? Welchen Grund sollte die Türkei haben, sich derart zu fürchten? Sie hat keine territorialen Konflikte mit Iran (anders als die Emiratis), ihre Existenzberechtigung wird nicht in Frage gestellt (anders als Israel), konventionell ist sie Iran haushoch überlegen und als NATO-Mitglied steht sie unter dem Schutz des Bündnisses. Gut möglich, dass sie im Zuge ihrer Großmachtambitionen selbst nach der A-Waffe strebt...


Iran und Türkei: Beiden spielen gerne die nationale Karte und beide wollen als Nicht-Araber Regionalmacht in/an der arabischen Welt sein/werden.


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#20008

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 10:56
von Maga-neu | 36.584 Beiträge


Zitat von: Leto_II.
08.06.2011 10:37 #73378


Iran und Türkei: Beiden spielen gerne die nationale Karte und beide wollen als Nicht-Araber Regionalmacht in/an der arabischen Welt sein/werden.

Beide sind auch "Modelle" für die politisch rückständige arabische Welt. Das türkische bietet den Vorteil einer evolutionären Weiterentwicklung - die Attraktivität ihres Modells dürfte auch größer sein. Zudem ist der Mehrheitsglaube der Türkei, die Sunna, auch der Mehrheitsglaube der arabischen Welt, was für Iran nicht gilt.


Zitat von: nahal
08.06.2011 08:52 #73374

Jeder, der sich in dieser Angelegenheit auskennt, weiß, was hier "Kreativität" bedeutet.
Übersetzt "Verzicht" - für die Palästinenser.



zuletzt bearbeitet 08.06.2011 10:57 | nach oben springen

#20009

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 11:03
von nahal | 25.249 Beiträge

Maga:
Übersetzt "Verzicht" - für die Palästinenser.

1) Wenn schon, dann "Verzicht - für beide"
2) Stimmt aber nicht;
Übersetzt heißt "Kreativität" praktikable Lösungen, wo beide seiten behaupten können, Ihre Grundpositionen gehalten zu haben.
Die Lösungslinie ist sowohl in Camp-David-2000, Taba-2001 und Olmert-2007 aufgezeigt worden:

"3. Jerusalem

Palestine would obtain sovereignty over suburbs in the north and the south of Jerusalem that would be annexed to the West Bank, including Abu Dees, Alezariye and eastern Sawahre.

Within East Jerusalem, in (Beit Hanina-Shuafat), there would be a civilian administration affiliated with the Palestinian Authority with the possibility of linking it to West Jerusalem through a municipality covering both sectors. The Palestinians would run a branch municipality within the framework of the Israeli higher municipal council while depriving them from planning and construction jurisdictions.

The proposals allowed for Palestinian, Arab, Islamic and Christian administration of holy sites in the old city of Jerusalem. The Palestinians would be allowed to hoist the Palestinian flag over the Islamic and Christian shrines along with a safe passage linking northern Jerusalem, which would be annexed to the West Bank, to those areas so that Palestinians and Muslims would not pass through lands under Israeli sovereignty."

Die nach Außen proklamierten Erfolg würde heißen:
Israel hat Jerusalem behalten, Palästina hat El-Kuds als Hauptstadt.
Wo die genaue Grenze liegt, wird als Detail betrachtet und wird keinen mehr interessieren.


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#20010

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 11:17
von nahal | 25.249 Beiträge


Zitat von: Maga-neu
07.06.2011 21:37 #73350

... aber seine Innen- und Außenpolitik ist insgesamt nicht schlecht. Die bisherigen Erfolge geben ihm jedenfalls recht.


Ich wußte nicht, Du seiest ein Anhänger des Principes.
Wenn die Beschneidung von Freiheitsrechten als Erfolg verbucht werden kann.............


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#20011

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 11:22
von Maga-neu | 36.584 Beiträge


Zitat von: nahal
08.06.2011 11:03 #73380
Maga:
Übersetzt "Verzicht" - für die Palästinenser.

1) Wenn schon, dann "Verzicht - für beide"
2) Stimmt aber nicht;
Übersetzt heißt "Kreativität" praktikable Lösungen, wo beide seiten behaupten können, Ihre Grundpositionen gehalten zu haben.
Die Lösungslinie ist sowohl in Camp-David-2000, Taba-2001 und Olmert-2007 aufgezeigt worden:

"3. Jerusalem

Palestine would obtain sovereignty over suburbs in the north and the south of Jerusalem that would be annexed to the West Bank, including Abu Dees, Alezariye and eastern Sawahre.

Within East Jerusalem, in (Beit Hanina-Shuafat), there would be a civilian administration affiliated with the Palestinian Authority with the possibility of linking it to West Jerusalem through a municipality covering both sectors. The Palestinians would run a branch municipality within the framework of the Israeli higher municipal council while depriving them from planning and construction jurisdictions.

The proposals allowed for Palestinian, Arab, Islamic and Christian administration of holy sites in the old city of Jerusalem. The Palestinians would be allowed to hoist the Palestinian flag over the Islamic and Christian shrines along with a safe passage linking northern Jerusalem, which would be annexed to the West Bank, to those areas so that Palestinians and Muslims would not pass through lands under Israeli sovereignty."

Die nach Außen proklamierten Erfolg würde heißen:
Israel hat Jerusalem behalten, Palästina hat El-Kuds als Hauptstadt.
Wo die genaue Grenze liegt, wird als Detail betrachtet und wird keinen mehr interessieren.
Wenn das eine Lösung wäre, okay...
Für die Palästinenser bedeutet es aber dennoch einen Verzicht, was durch dadurch kaschiert wird, dass so getan wird, als sei Ostjerusalem kein Teil der besetzten Gebiete. In dieser Hinsicht verstehe ich den Satz: "with a safe passage linking northern Jerusalem, which would be annexed to (!) the West Bank".


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#20012

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 11:25
von Maga-neu | 36.584 Beiträge


Zitat von: nahal
08.06.2011 11:17 #73382


Ich wußte nicht, Du seiest ein Anhänger des Principes.
Wenn die Beschneidung von Freiheitsrechten als Erfolg verbucht werden kann.............
Das ist meine machiavellistische Ader... :-) Erdogan ist aber kein "Principe", sondern ein "padişah", ein Sultan.


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#20013

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 11:27
von nahal | 25.249 Beiträge


Zitat von: Maga-neu
08.06.2011 11:22 #73383
Wenn das eine Lösung wäre, okay...
Für die Palästinenser bedeutet es aber dennoch einen Verzicht, was durch dadurch kaschiert wird, dass so getan wird, als sei Ostjerusalem kein Teil der besetzten Gebiete. In dieser Hinsicht verstehe ich den Satz: "with a safe passage linking northern Jerusalem, which would be annexed to (!) the West Bank".



Sicher bedeutet alles ein Verzicht für die Palästineser, es sei denn, sie erhalten das Ganze.
Die Details sind das, was sie bedeuten:
Details.

Deswegen ist Kreativität vonnöten, was Netnajahu angesprochen hat.


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#20014

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 11:31
von Leto_II. | 28.478 Beiträge

Zitat von: Leto_II.
08.06.2011 10:37 #73378


"Iran und Türkei: Beiden spielen gerne die nationale Karte und beide wollen als Nicht-Araber Regionalmacht in/an der arabischen Welt sein/werden."

Zitat Maga:
"Beide sind auch "Modelle" für die politisch rückständige arabische Welt. Das türkische bietet den Vorteil einer evolutionären Weiterentwicklung - die Attraktivität ihres Modells dürfte auch größer sein. Zudem ist der Mehrheitsglaube der Türkei, die Sunna, auch der Mehrheitsglaube der arabischen Welt, was für Iran nicht gilt."

Streich das "als Nicht-Araber", dann steht nur noch meine These, dass beide Länder eher natürliche Rivalen als natürliche Verbündete sind.


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#20015

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 12:29
von mbockstette | 13.719 Beiträge


Zitat von: Maga-neu
08.06.2011 00:34 #73369
Ist das so? Welchen Grund sollte die Türkei haben, sich derart zu fürchten? Sie hat keine territorialen Konflikte mit Iran (anders als die Emiratis), ihre Existenzberechtigung wird nicht in Frage gestellt (anders als Israel), konventionell ist sie Iran haushoch überlegen und als NATO-Mitglied steht sie unter dem Schutz des Bündnisses. Gut möglich, dass sie im Zuge ihrer Großmachtambitionen selbst nach der A-Waffe strebt...


Ja dem ist so.

Turkey talked of Iranian threat, secret cables said

Read more at the Washington Examiner: http://washingtonexaminer.com/news/world...d#ixzz1Og8hZ5K7

Dass die Türkei wegen Großmachtambitionen Atombomben anstrebt halte ich für sehr unwahrscheinlich.


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#20016

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 12:54
von mbockstette | 13.719 Beiträge


Zitat von: Leto_II.
08.06.2011 11:31 #73388

Zitat von: Leto_II.
08.06.2011 10:37 #73378


"Iran und Türkei: Beiden spielen gerne die nationale Karte und beide wollen als Nicht-Araber Regionalmacht in/an der arabischen Welt sein/werden."

Zitat Maga:
"Beide sind auch "Modelle" für die politisch rückständige arabische Welt. Das türkische bietet den Vorteil einer evolutionären Weiterentwicklung - die Attraktivität ihres Modells dürfte auch größer sein. Zudem ist der Mehrheitsglaube der Türkei, die Sunna, auch der Mehrheitsglaube der arabischen Welt, was für Iran nicht gilt."

Streich das "als Nicht-Araber", dann steht nur noch meine These, dass beide Länder eher natürliche Rivalen als natürliche Verbündete sind.


Genau so ist es. Seit Menschengedenken bilden die drei Länder Ägypten, Persien (Iran) und die Türkei (Hatti / Byzanz) die drei konstant rivalisierenden Winkel des orientalischen Macht-Dreiecks. Und was innerhalb dieses Dreiecks liegt war immer schon deren Manivriermasse.



zuletzt bearbeitet 08.06.2011 13:12 | nach oben springen

#20017

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 15:47
von Maga-neu | 36.584 Beiträge


Zitat von: mbockstette
08.06.2011 12:54 #73409


Genau so ist es. Seit Menschengedenken bilden die drei Länder Ägypten, Persien (Iran) und die Türkei (Hatti / Byzanz) die drei konstant rivalisierenden Winkel des orientalischen Macht-Dreiecks. Und was innerhalb dieses Dreiecks liegt war immer schon deren Manivriermasse.




Ich denke, seit rund 15 Jahren spielt das stagnierende Ägypten, das nur in der Demographie Zuwächse verzeichnen kann, politisch eine immer geringere Rolle. Ägypten dürfte auch in näherer Zukunft eher Umworbener als Umwerber sein; seine Rolle wird - vielleicht? - zum Teil durch Saudi-Arabien ausgefüllt, das aber auf keine lange staatliche Existenz zurückblicken kann. (Gut möglich, dass es in 50 Jahren als Staat gar nicht mehr existiert.)

Ich denke, die Türkei wird die Möglichkeit einer Entwicklung der A-Bombe vor dem Hintergrund der Situation in Iran nicht außer Acht lassen. Und die Pakistaner, zu denen die Türken gute Beziehungen unterhalten, werden ihnen gegen finanzielle Unterstützung vielleicht gerne helfen.

Was die Türkei und Iran angeht, so schließen sich Konkurrenz und Kooperation nie grundsätzlich aus - nicht in der Wirtschaft, nicht in der Politik. England und Frankreich waren auch kolonialpolitische Konkurrenten, schlossen aber dennoch die "Entente Cordiale".



zuletzt bearbeitet 08.06.2011 15:49 | nach oben springen

#20018

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 21:36
von guylux (gelöscht)
avatar


Zitat von: GeorgeF
06.06.2011 22:28 #73229

Das Beste Lea, was im Interesse eines palästinensisch-israelischen Ausgleiches bisher geschehen ist sind die 8% jährlichen Wirtschaftswachstums in den West-Banks, der intensiven Bautätigkeit dort, die Verbesserung der Infrastruktur - besonders Wasser und Abwasser.

Ganz soviel wie Sie uns glauben lassen , scheint es in der Westbank doch nicht zu "boomen "
http://www.haaretz.com/news/diplomacy-de...ishing-1.366647


nach oben springen

#20019

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 21:45
von GeorgeF | 4.734 Beiträge


Zitat von: guylux
08.06.2011 21:36 #73445

Ganz soviel wie Sie uns glauben lassen , scheint es in der Westbank doch nicht zu "boomen "
http://www.haaretz.com/news/diplomacy-de...ishing-1.366647

Sie sollten das, was Sie da verlinken besser lesen:
"The report's findings challenge assertions that the Palestinian economy is growing, helped by the removal of Israeli roadblocks and other movement restrictions. Prime Minister Benjamin Netanyahu said in a speech to the U.S. Congress last month that the Palestinian economy was booming.

Palestinian policymakers have projected growth of 7 percent in 2011 for both the West Bank and Gaza, though they point out that high growth rates in recent years have largely been dependent on international aid for the Palestinians.

The UNRWA report said: "The average broad refugee unemployment rate rose by more than a percentage point to 27.9 percent relative to first-half 2009 as compared to 24.1 per cent rate for non-refugees."

Both employed refugees and non-refugees lost an average of about 3 percent in real value of their wages.

"The implications of these results are profound for the refugees served by UNRWA," said UNRWA spokesman Chris Gunness.
..."


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#20020

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 21:57
von guylux (gelöscht)
avatar


Zitat von: GeorgeF
08.06.2011 21:45 #73446

Sie sollten das, was Sie da verlinken besser lesen:


Ich lese : UN agency report shows West Bank economy is NOT flourishing .


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#20021

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 22:40
von GeorgeF | 4.734 Beiträge


Zitat von: mbockstette
08.06.2011 12:54 #73409


Genau so ist es. Seit Menschengedenken bilden die drei Länder Ägypten, Persien (Iran) und die Türkei (Hatti / Byzanz) die drei konstant rivalisierenden Winkel des orientalischen Macht-Dreiecks. Und was innerhalb dieses Dreiecks liegt war immer schon deren Manivriermasse.



Von Solchem halte ich nichts. Die Türkei versucht intensinv über die turk-sprachigen Staaten Mittelasiens eine Koalition eben der Turkprachigen Staaten aufzubauen. Das wäre immerhn eine wirtschafztlich potenten Koalition mitsamt erheblichen Bodenschätzen und bedeutender geografischer Ausdehnung.
Der Iran ist kein wirklicher Machtfaktor in der Region, er ist innenpolitisch äusserst instabil, seine Wirtschaft beruht allein auf dem Export von Rohmaterialien, seine interne industrielle Produktion ist unterwertig, die Arbeitslosigkeit extrem hoch.
Ägypten? Ich plädiere für Abwarten.....


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#20022

RE: Kein bisschen besser

in Politik 08.06.2011 22:52
von Nante | 10.712 Beiträge


Zitat von: GeorgeF
08.06.2011 22:40 #73453
Von Solchem halte ich nichts. Die Türkei versucht intensinv über die turk-sprachigen Staaten Mittelasiens eine Koalition eben der Turkprachigen Staaten aufzubauen. Das wäre immerhn eine wirtschafztlich potenten Koalition mitsamt erheblichen Bodenschätzen und bedeutender geografischer Ausdehnung.

George, ich halte die Entwicklung von Machtblöcken aufgrund von ethnischen und sprachlichen Gemeinsamkeiten für eine bedenkliche Sache. Man braucht sich nur die Verbreitung der Sprachfamilien in Europa, Asien und Amerika angucken. Nur Afrika ist dort dermaßen zersplittert, daß das in diesem Elend kaum noch eine Rolle spielt.

Die Tendenz in Zeiten des Kalten Krieges war eher umgekehrt.
Gerade erst vor kurzem wurde wieder bei Rian.ru ein neuer Krieg zwischen Armenien und Aserbaidshan, beides ehemalige Sowjetrepubliken (um Nagorny Karabach), vorausgesagt.


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#20023

RE: Kein bisschen besser

in Politik 09.06.2011 00:21
von mbockstette | 13.719 Beiträge
zuletzt bearbeitet 09.06.2011 00:25 | nach oben springen

#20024

RE: Kein bisschen besser

in Politik 09.06.2011 00:21
von mbockstette | 13.719 Beiträge

Zitat von: mbockstette
08.06.2011 12:54 #73409

Genau so ist es. Seit Menschengedenken bilden die drei Länder Ägypten, Persien (Iran) und die Türkei (Hatti / Byzanz) die drei konstant rivalisierenden Winkel des orientalischen Macht-Dreiecks. Und was innerhalb dieses Dreiecks liegt war immer schon deren Manivriermasse.


Zitat von: GeorgeF
08.06.2011 22:40 #73453
Von Solchem halte ich nichts. Die Türkei versucht intensinv über die turk-sprachigen Staaten Mittelasiens eine Koalition eben der Turkprachigen Staaten aufzubauen. Das wäre immerhn eine wirtschafztlich potenten Koalition mitsamt erheblichen Bodenschätzen und bedeutender geografischer Ausdehnung.
Der Iran ist kein wirklicher Machtfaktor in der Region, er ist innenpolitisch äusserst instabil, seine Wirtschaft beruht allein auf dem Export von Rohmaterialien, seine interne industrielle Produktion ist unterwertig, die Arbeitslosigkeit extrem hoch.
Ägypten? Ich plädiere für Abwarten.....


Meine historische Betrachtung des orientalischen Kräftedreiecks ist nicht aus der Luft gegriffen und findet ihre Bestätigung nicht nur allein in der jeweiligen Bewertung der aktuellen Lage der drei Staaten. Ansonsten: Das Eine widerspricht nicht dem Anderen. Denn auch dieses Angebot liegt auf dem Tisch:

„Türken und Araber haben diese Gegenden gemeinsam in der Zeit der Kreuzzüge verteidigt”, beschwor Recep Tayyip Erdogan seine arabischen Gesprächspartner und postulierte ganz offiziell sein politisches Ziel, die Türkei und Arabien zu einem Zentrum der Weltmacht auszubauen.

Und auch diese angestrebte Entwicklung scheint mir real zu sein:

Erdogan as US Mid East Centerpiece
US President Barack Obama is building an alliance with Turkish premier Tayyip Erdogan to spearhead Washington's evolving Iranian and Middle East policies. Turkey, NATO's only Muslim member, is slated to replace Egypt as America's senior Middle East Muslim partner. The two leaders share the conviction that together they can come up with a coherent policy for shaping a democratic Middle East.

Offensichtlich ist jedoch, dass im Gegensatz zu Ägypten und dem Iran, die Türkei unbestreitbar an welt-politischem Gewicht und global-wirtschaftlicher Bedeutung seine beiden alten Konkurrenten weit hinter sich gelassen hat, sie geradezu überrundet hat. "Advantage: Turkey"



zuletzt bearbeitet 09.06.2011 00:24 | nach oben springen

#20025

RE: Kein bisschen besser

in Politik 09.06.2011 10:11
von Leto_II. | 28.478 Beiträge


Zitat von: Nante
08.06.2011 22:52 #73455

George, ich halte die Entwicklung von Machtblöcken aufgrund von ethnischen und sprachlichen Gemeinsamkeiten für eine bedenkliche Sache.


China ist "not amused" über den türkischen Vertretungsanspruch für die Turkvölker.


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