#19451

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 11:13
von tbn | 4.131 Beiträge


Zitat von: Walter
30.05.2011 23:18 #72424

Es gibt nur eine Einstaatenlösung.

Sehe ich auch so.


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#19452

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 12:48
von Landegaard | 21.313 Beiträge


Zitat von: Maga-neu
31.05.2011 09:16 #72485

Meine Meinung zu den Siedlungen oder "Verdichtungen" ist ganz klar: Ich lehne sie ab und sehe sie als Hindernis im "Friedensprozess".

Hindernisse werden aber nicht nur von der einen, sondern auch von der anderen Seite geschaffen, und wie jeder andere Staat hat auch Israel das Recht, seine Existenz zu verteidigen.


Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen den Siedlungen bzw. deren Verdichtung und einer Existenzverteidung Israels. Darüber wäre zu sprechen, wenn die Kassams das Thema sind.

Und bei den Kassams stellt sich die Frage, wie Israel sich gedenkt, davor zu schützen. Da sehe ich verschiendene erprobte Varianten.

Waffenstillstandsabkommen mit Zusage von Lebenserleichterungen für die in Gaza befindlichen Palästinenser. War zwischenzeitlich sehr erfolgreich, bis hin zu einem nahzu vollständigem Ausbleiben der Angriffe.

Krieg führen in Gaza. Bewertet aus der Absicht, Kassamangriffe zu unterbinden, war das ebenfalls zwischenzeitlich erfolgreich, die Kassamangriffe blieben unmittelbar nach dem Krieg erst einmal aus. Ich hatte gleich zu Beginn des Krieges zwei Fragen dazu gestellt, die nicht beantwortet werden konnten. 1. Warum solch ein Krieg, wenn Waffenstillstände ähnlich erfolgreich sind, aber für beide Seiten weit weniger schädlich? 2. Glaubt denn irgendwer, dass der Krieg in Gaza tatsächlich Kassambeschuss langfristig (in Relation zum Mitteleinsatz) unterbindet. Heute haben vielleicht auch die "Experten" die Fakten anerkannt, um letzte Frage mit Nein zu beantworten.

Eigentlich könnte man sich jetzt darüber unterhalten, was von beidem, oder bisher noch nicht erprobtes, Israels Sicherheit gewährleistet. Wer diese Frage jedoch mit der Siedlungsfrage vermengt, tja, was soll man dem antworten?

Hindernisse werden zuletzt auch gar nicht mehr geschaffen, sondern die vorhandenen werden zementiert. Da kann sich jeder rauspicken, was er mag. Mir stellt sich die Situation schlicht so dar, dass momentan diejenigen dominieren, die ellenlang nur erklären können, warum Dinge nicht gehen. Das ist mäßig bis nicht überzeugend und vor allem in der jährlichen Wideraufbereitung stinklangweilig. Auf jeder Seite.



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#19453

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 12:49
von Landegaard | 21.313 Beiträge


Zitat von: RagnarLodbrok
31.05.2011 11:13 #72503

Sehe ich auch so.


Ich nicht.



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#19454

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 13:02
von GeorgeF | 4.734 Beiträge


Zitat von: Landegaard
31.05.2011 12:49 #72511


Ich nicht.


Ich auch nicht.


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#19455

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 13:06
von nahal | 25.249 Beiträge


Zitat von: Landegaard
31.05.2011 12:48 #72510


1)Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen den Siedlungen bzw. deren Verdichtung und einer Existenzverteidung Israels.

2)Und bei den Kassams stellt sich die Frage, wie Israel sich gedenkt, davor zu schützen.

3)Waffenstillstandsabkommen mit Zusage von Lebenserleichterungen für die in Gaza befindlichen Palästinenser. War zwischenzeitlich sehr erfolgreich, bis hin zu einem nahzu vollständigem Ausbleiben der Angriffe.

4)... 1. Warum solch ein Krieg, wenn Waffenstillstände ähnlich erfolgreich sind, aber für beide Seiten weit weniger schädlich? 2. Glaubt denn irgendwer, dass der Krieg in Gaza tatsächlich Kassambeschuss langfristig (in Relation zum Mitteleinsatz) unterbindet. Heute haben vielleicht auch die "Experten" die Fakten anerkannt, um letzte Frage mit Nein zu beantworten.

5)Eigentlich könnte man sich jetzt darüber unterhalten, was von beidem, oder bisher noch nicht erprobtes, Israels Sicherheit gewährleistet. Wer diese Frage jedoch mit der Siedlungsfrage vermengt, tja, was soll man dem antworten?

6)Hindernisse werden zuletzt auch gar nicht mehr geschaffen, sondern die vorhandenen werden zementiert. Da kann sich jeder rauspicken, was er mag. Mir stellt sich die Situation schlicht so dar, dass momentan diejenigen dominieren, die ellenlang nur erklären können, warum Dinge nicht gehen. Das ist mäßig bis nicht überzeugend und vor allem in der jährlichen Wideraufbereitung stinklangweilig. Auf jeder Seite.


Sehr gute Fragen und Beobachtungen.
Deswegen versuche ich meine Meinung dazu zu geben, auch wenn ich Ihre Beiträge, eigentlich, nicht mehr lese. :-)

1)Richtig. das Eine hat mit dem Anderen wenig zu tun.
2)Langfristig hilft wenig, wenn die Absicht der anderen Seite bleibt.
3)Zu vereinfachend;
Das Stillhalten der anderen Seite war taktisch. "Lebenserleichterungen" gab es - siehe Abkommen von 2005.
4)Kriege sind immer nicht erfolgreich, wenn diese nicht mit einem klaren Sieger beendet werden oder die Absicht der einen Seite, den Konflikt weiterzuführen, bleibt.
5) Die Sicherheit Israels wird langfristig nur gewährleistet, wenn die andere Seite tatsächlich und grundsätzlich bereit dazu ist.
6) Hindernisse bleiben solange bestehen, solange diese als Hindernisse betrachtet werden.
Es gibt versichedene Arten von Hindernissen:
Grundsätzliche (Rückkehrrechtsanspruch) und vermeintlich grundsätzliche (das Bestehen auf israelischer Seite, Jerusalem ungetrennt zu behalten).


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#19456

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 13:27
von tbn | 4.131 Beiträge


Zitat von: Landegaard
31.05.2011 12:49 #72511


Ich nicht.


Zwischen dem was ich als Ideallösung ansehe (Zweistaatenlösung)
und dem was seit 60 Jahren Realität ist (wachsende Landnahme)
liegen nach meiner Auffassung unüberwindbare Hindernisse.
Selbst wenn es zu einer zweistaatenlösung kommen würde, wäre der Staat der Palästinenser chancenlos gegen Israels politische, wirtschaftlich und militärische Ambitionen.


Israel kennt die Positionen der Palästinser und ist gut darauf vorbereitet.
Zweistaatenlösung ja aber dann folgt, eine Fülle von unerfüllbaren Bedingungen und selbst wenn die letzlich im Idealfall einen eigenen Staat zur Folge hätte, dann wäre es ein von Israels goodwill abhängiger, der weder militärisch noch wirtschaftlich je auf eigenen Beinen stehen könnte.
Wie einem Esel dem die unerreichbare Karotte vor die Nase gehalten wird, wird den Palästinser die Zweistaatenlösung vor die Nase gehalten.

Ich sehe nur zwei Möglichkeiten es zu ändern.
A. Politischer und wirtschaftlicher Druck auf Israel der Israel zu echten Friedensangeboten zwingt, mit denm Ziel langfristig den Palästinser einen selbstständigen, politisch, wirtschaftlich und militärisch unabhängigen Staat zu ermöglichen.
Das ist nun aber wirklich blauäugige Träumerei.

B. Die Palästinser geben den Wunsch nach einem eigenen Staat auf und bestehen darauf Teil Israels zu werden.



zuletzt bearbeitet 31.05.2011 13:28 | nach oben springen

#19457

Fragen

in Politik 31.05.2011 13:31
von GeorgeF | 4.734 Beiträge


Zitat von: nahal
31.05.2011 13:06 #72513


Sehr gute Fragen und Beobachtungen.
Deswegen versuche ich meine Meinung dazu zu geben, auch wenn ich Ihre Beiträge, eigentlich, nicht mehr lese. :-)

1)Richtig. das Eine hat mit dem Anderen wenig zu tun.
2)Langfristig hilft wenig, wenn die Absicht der anderen Seite bleibt.
3)Zu vereinfachend;
Das Stillhalten der anderen Seite war taktisch. "Lebenserleichterungen" gab es - siehe Abkommen von 2005.
4)Kriege sind immer nicht erfolgreich, wenn diese nicht mit einem klaren Sieger beendet werden oder die Absicht der einen Seite, den Konflikt weiterzuführen, bleibt.
5) Die Sicherheit Israels wird langfristig nur gewährleistet, wenn die andere Seite tatsächlich und grundsätzlich bereit dazu ist.
6) Hindernisse bleiben solange bestehen, solange diese als Hindernisse betrachtet werden.
Es gibt versichedene Arten von Hindernissen:
Grundsätzliche (Rückkehrrechtsanspruch) und vermeintlich grundsätzliche (das Bestehen auf israelischer Seite, Jerusalem ungetrennt zu behalten).

1. Meinem Eindruck nach haben die Siedlungen in den W-Banks schon eine ganze Menge mit dem Sicherheitsedürfnis Israels zu tun. Sie liegen allesamt auf den (karstigen und landwirtschaftlich kaum nutzbaren) Höhen und bieten hervorragende Voraussetzungen zur Überwachung der dazwischenliegenden und angrenzenden palästinensischen Täler. Und wenn ich mir im letzten Spiegel (Hardcopy S. 88) die dortige Übersicht unter diesem Aspekt ansehe, so sind die Siedlungen mindestens 2 isralischen Sicherheitsproblemen geschuldet: Der geringen "Tiefe" an der schmalsten Stelle und einem grossräumigen Sicherheitskordon um Jerusalem.
2. Zustimmung.
3. Ja, Hamas hatte die "Hudna" ja exakt mit den einschlägigen Surn des Koran begründet, nach denen Mohammed mit seinen Feinden nur deshalb einen Waffenstillstand schloss, um seine Kräfte neu zu sammeln, zu ordnen und anschliessend gestärkt den Kampf wieder aufzunehmen.
4. Um so fragwürdiger werden Ziel und Durchführung des Gaza-Krieges.
5./6. Beides kann man wohl nicht auseinanderdividieren. Ich meine, wenn der Wille zum Frieden eindeutig ist, jegliches Kampfgeschrei, jegliche Verleumdung unterlassen wird, kann über ALLES diskutiert werden - selbstverständlich mit dem Ziel dem Frieden dienlicher Kompromisse.


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#19458

RE: Fragen

in Politik 31.05.2011 13:40
von nahal | 25.249 Beiträge


Zitat von: GeorgeF
31.05.2011 13:31 #72515

1. Meinem Eindruck nach haben die Siedlungen in den W-Banks schon eine ganze Menge mit dem Sicherheitsedürfnis Israels zu tun. Sie liegen allesamt auf den (karstigen und landwirtschaftlich kaum nutzbaren) Höhen und bieten hervorragende Voraussetzungen zur Überwachung der dazwischenliegenden und angrenzenden palästinensischen Täler. Und wenn ich mir im letzten Spiegel (Hardcopy S. 88) die dortige Übersicht unter diesem Aspekt ansehe, so sind die Siedlungen mindestens 2 isralischen Sicherheitsproblemen geschuldet: Der geringen "Tiefe" an der schmalsten Stelle und einem grossräumigen Sicherheitskordon um Jerusalem.
2. Zustimmung.
3. Ja, Hamas hatte die "Hudna" ja exakt mit den einschlägigen Surn des Koran begründet, nach denen Mohammed mit seinen Feinden nur deshalb einen Waffenstillstand schloss, um seine Kräfte neu zu sammeln, zu ordnen und anschliessend gestärkt den Kampf wieder aufzunehmen.
4. Um so fragwürdiger werden Ziel und Durchführung des Gaza-Krieges.
5./6. Beides kann man wohl nicht auseinanderdividieren. Ich meine, wenn der Wille zum Frieden eindeutig ist, jegliches Kampfgeschrei, jegliche Verleumdung unterlassen wird, kann über ALLES diskutiert werden - selbstverständlich mit dem Ziel dem Frieden dienlicher Kompromisse.



1.
Ich sehe das nicht MEHR so.
Das war bis vor cca 15 Jahren richtig. Heute liegt die Hauptbedrohung nicht mehr in einem möglichen arabischen Infanterieaufmarsch nach Netanja, sondern im Abfeuern von Raketen. Da ist es nicht mehr so bedeutend, ob die "strategische Tiefe" 12km oder 30km ist.
4. Ziel war richtig, Durchführung schlecht. Und das, genau wie im Libanon-Krieg.
Man hat leider nicht gelernt, dass, wenn schon Krieg, dann schnell und nicht zögernd.
Bush hat Israel 20-25 tage Zeit gegeben (beim Libanon-Krieg). Beim Gaza-Krieg hätte amn wissen müssen, dass die Zeit bis zur Obama-Einführung reicht, keinen Tag länger.
5.6.
Auch richtig.


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#19459

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 13:52
von GeorgeF | 4.734 Beiträge


Zitat von: RagnarLodbrok
31.05.2011 13:27 #72514


Zwischen dem was ich als Ideallösung ansehe (Zweistaatenlösung)
und dem was seit 60 Jahren Realität ist (wachsende Landnahme)
liegen nach meiner Auffassung unüberwindbare Hindernisse.
Selbst wenn es zu einer zweistaatenlösung kommen würde, wäre der Staat der Palästinenser chancenlos gegen Israels politische, wirtschaftlich und militärische Ambitionen.


Israel kennt die Positionen der Palästinser und ist gut darauf vorbereitet.
Zweistaatenlösung ja aber dann folgt, eine Fülle von unerfüllbaren Bedingungen und selbst wenn die letzlich im Idealfall einen eigenen Staat zur Folge hätte, dann wäre es ein von Israels goodwill abhängiger, der weder militärisch noch wirtschaftlich je auf eigenen Beinen stehen könnte.
Wie einem Esel dem die unerreichbare Karotte vor die Nase gehalten wird, wird den Palästinser die Zweistaatenlösung vor die Nase gehalten.

Ich sehe nur zwei Möglichkeiten es zu ändern.
A. Politischer und wirtschaftlicher Druck auf Israel der Israel zu echten Friedensangeboten zwingt, mit denm Ziel langfristig den Palästinser einen selbstständigen, politisch, wirtschaftlich und militärisch unabhängigen Staat zu ermöglichen.
Das ist nun aber wirklich blauäugige Träumerei.

B. Die Palästinser geben den Wunsch nach einem eigenen Staat auf und bestehen darauf Teil Israels zu werden.


Die 2-Staaten-Lösung ist und bleibt das einzig sinnvolle und realistische Ziel. Allerdings gibt es vielfältige Gründe, warum ein Palästinenserstaat auch in einer Selbständigkeit eng mit Israel zusammenarbeiten wird: Über das Thema Wasser, das für beide Seiten von elementarer Bedeutung ist und das keine Seite unabhängig von der anderen lösen kann habe ich mich hier schon mehrfach verbreitet. Auch wäre es ja völlig unsinnig, wenn der lokale Handel, Dienstleistungen, Kleinindustrie... der beiden Staaten total voneinander getrennt würden. Auf diesem Gebiet könnte der Palästinenserstaat (die derzeitige Entwicklung in den W-Banks bestätigt das) von einer Zusammenarbeit mit Israel nur profitieren. Er könnte ausserdem als Zwischenhändler zwischen Israel und den arabischen Nachbarn hohen Nutzen ziehen.
Und die übrigen Forderungen Israels? Keine palästinensische Armee. Welchem Zweck sollte so eine Armee denn dienen? Israel in Schach halten??? BIP verjubeln? Paraden schmücken? Es gibt genug Staaten - auch deutlich grössere - die klugerweise auf eine Armee verzichten. Ich erlaube es mir als pensionierter Soldat ausdrücklich daraf hin zu weisen, dass es für etliche Staaten sehr viel sinnvoller wäre, ihr Geld in Bildung und Infrastruktur zu investieren anstatt es mit einer überflüssigen Armee zu verbrennen.


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#19460

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 13:54
von Maga-neu | 36.584 Beiträge


Zitat von: Landegaard
31.05.2011 12:48 #72510


Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen den Siedlungen bzw. deren Verdichtung und einer Existenzverteidung Israels. Darüber wäre zu sprechen, wenn die Kassams das Thema sind.
Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Es besteht aus meiner Sicht kein Zusammenhang zwischen den Siedlungen und der Existenzverteidigung Israels. (Auch nicht im Hinblick auf "Wehrdörfer".)

Ich wäre für Verhandlungen zwischen Israel und der Fatah/Hamas-Regierung ohne Vorbedingungen: Das bedeutet weder vorheriges Akzeptieren der Existenz bestimmter Staaten noch des Rückkehrrechts von Flüchtlingen und deren Nachkommen in bestimmte Staaten. Alles muss auf's Verhandlungstableau.

Zur Einstaatenlösung: Ich bin skeptisch, und als jüdischer Israeli würde ich dem niemals zustimmen und niemals mit vier oder fünf Millionen Palästinensern in einem gemeinsamen Staat zusammenleben wollen. Ich denke, die jüdische Seite würde dabei nur verlieren. Ein palästinensischer Staat wäre alle Beteiligten die bessere Lösung. Nur in welchen Grenzen? Eigentlich in den Grenzen von 1967.



zuletzt bearbeitet 31.05.2011 13:56 | nach oben springen

#19461

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 14:07
von nahal | 25.249 Beiträge


Zitat von: Maga-neu
31.05.2011 13:54 #72518


Ich wäre für Verhandlungen zwischen Israel und der Fatah/Hamas-Regierung ohne Vorbedingungen: Das bedeutet weder vorheriges Akzeptieren der Existenz bestimmter Staaten noch des Rückkehrrechts von Flüchtlingen und deren Nachkommen in bestimmte Staaten. Alles muss auf's Verhandlungstableau.




Es ist ein Trugschluss, dass solche Verhandlungen nicht stattfinden.
Sie finden, seit 65 Jahren, ständig statt.
Verhandlungen müssen nicht direkt sein, diese können auch indirekt, über Mittler, ja, sogar über die Medien stattfinden.
Die Positionen beider Seiten sind mehr oder weniger klar.
Die eine Seite besteht auf das Rückkehrrecht, die andere Seite lehnt das ab.
Die eine Seite besteht darauf, als Staat des Jüdischen Volkes akzeptiert zu werden, die andere Seite lehnt das ab.
Es gab auch immer Zwischentöne, sogar sehr laute Zwischentöne.
Aus israelischer Sicht gibt es und gab es immer ein Problem:
Die Zwischentöne, die von der palästinensich-arabischen Seite kamen, waren immer im Geheimen.Arafat sagte etwas auf englisch, das genaue Gegenteil auf arabisch, je nach Zuhörerschaft. Erekat musste zurücktreten, als Wikileaks seine Zwischentöne veröffentlichte.
Israel ist sich bewußt, dass eine Vereinbarung, die getroffen würde, von der palästinensichen Seite nicht unbedingt eingehalten werden kann.
Ein Hauptproblem, das nicht kurzfristig zu lösen ist, ist ein Mangel an "Erziehungsarbeit" auf der palästinensichen Seite.



zuletzt bearbeitet 31.05.2011 14:07 | nach oben springen

#19462

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 14:23
von nahal | 25.249 Beiträge


Zitat von: nahal
31.05.2011 14:07 #72520


Die Zwischentöne, die von der palästinensich-arabischen Seite kamen, waren immer im Geheimen.



Ein Problem der "internationalen Gemeinschaft" ist, dass man kaum Ahnung von "levantinischen Verhandlungstaktik" hat.

Israel hat ganz klare Lösungsangebote gemacht, die auch dokumentiert und öffentlich zugänglich sind. So Camp-David-2000, Taba-2001, Olmert-2007.
Diese wurden von der anderen Seite als unzureichend betrachtet. Gutes Recht.
Aber....
Es wurden keine belastbare Gegenvorschläge gemacht.

Auch Obamas Linie, die er in seiner Rede aufgezeigt hat, weicht kaum von dem Olmert-Plan ab:
- 1967-Linie mit "land-swaps"- Olmert bot 99,4% an
-zusammenhängendes Palästina- Olmert bot Gaza-Westbank-Korridor
- 2 States for 2 Peoples - kein Problem
- Rückkehrrecht nach Palästina - kein Problem
- "phased withdrawal" - Olmertplan sah eine IDF-Präsenz im Jordantal für 10-15 Jahre
- Jerusalem - in allen israelischen Angeboten waren arabische Teile Jerusalems (Abu Dis, Silwan ua) als Hauptstadt Palästinas vorgesehen.


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#19463

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 14:49
von tbn | 4.131 Beiträge


Zitat von: GeorgeF
31.05.2011 13:52 #72517


Welchem Zweck sollte so eine Armee denn dienen? Israel in Schach halten??? BIP verjubeln? Paraden schmücken? Es gibt genug Staaten - auch deutlich grössere - die klugerweise auf eine Armee verzichten. Ich erlaube es mir als pensionierter Soldat ausdrücklich daraf hin zu weisen, dass es für etliche Staaten sehr viel sinnvoller wäre, ihr Geld in Bildung und Infrastruktur zu investieren anstatt es mit einer überflüssigen Armee zu verbrennen.


Ja, für Deutschland wäre es in der Tat sinnvoll.
Aber welches Land, verzichtet auf den Druck eines schwer bewaffneten nicht befreundeten* Nachbarn freiwillig auf eine Armee.
Wie kann ein Land mit einem anderen je ein gleichberechtigtes Nachbarschaftsverhältnis erlangen, wenn dieses Land existentielle Fragen von seinem Nachbarn "genehmigt" bekommen muß.
Das hätte nicht mehr als den Status einer abhängigen Kolonie. Als Übergangslösung vielleicht noch akzeptabel aber als langfristiges Modell mit Erfolg auf Frieden, sicher nicht.

* und wie sich in der Vergangenheit zeigte, siehe Libanon, einer das nicht davor zurückschreckt anzugreifen.



zuletzt bearbeitet 31.05.2011 14:53 | nach oben springen

#19464

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 15:35
von GeorgeF | 4.734 Beiträge


Zitat von: RagnarLodbrok
31.05.2011 14:49 #72522


Ja, für Deutschland wäre es in der Tat sinnvoll.
Aber welches Land, verzichtet auf den Druck eines schwer bewaffneten nicht befreundeten* Nachbarn freiwillig auf eine Armee.
Wie kann ein Land mit einem anderen je ein gleichberechtigtes Nachbarschaftsverhältnis erlangen, wenn dieses Land existentielle Fragen von seinem Nachbarn "genehmigt" bekommen muß.
Das hätte nicht mehr als den Status einer abhängigen Kolonie. Als Übergangslösung vielleicht noch akzeptabel aber als langfristiges Modell mit Erfolg auf Frieden, sicher nicht.

* und wie sich in der Vergangenheit zeigte, siehe Libanon, einer das nicht davor zurückschreckt anzugreifen.




Grade wenn Du Libanon anführst: Israel hat nicht etwa Krieg gegen Libanon begonnen, weil der Libanon unbewaffnet war, ganz im Gegenteil. Erst als sich die PLO mitsamt militärischen Aktivitäten im Süd-Libanon breit machte ('82) und als dann Hisbollah mit massivem Raketenbeschuss und massiver militärischer Präsenz im Süd-Libanon Israel bedrohte (2006), kam es zum Krieg. Solange der Libanon eine kleinwinzige Armee unterhielt, gab es keinerlei Bedrohung oder gar Diktate Israels gegen den Libanon.
Frag' mal guylux, ob sich Luxemburg angesichts der übermächtigen Armeen Frankreichs und Deutschlands als abhängige Kolonie sieht.


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#19465

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 15:36
von Leto_II. | 28.478 Beiträge


Zitat von: RagnarLodbrok
31.05.2011 14:49 #72522


* und wie sich in der Vergangenheit zeigte, siehe Libanon, einer das nicht davor zurückschreckt anzugreifen.





Allerdings jeweils nach einem Angriff.


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#19466

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 15:48
von nahal | 25.249 Beiträge


Zitat von: GeorgeF
31.05.2011 15:35 #72524

... und als dann Hisbollah mit massivem Raketenbeschuss und massiver militärischer Präsenz im Süd-Libanon Israel bedrohte (2006), kam es zum Krieg.



Israel hat auch 2006 keinen Krieg gegen Libanon oder seine Armee geführt.
Die Bilder der libanesischen Garnison, die die IDF mit Tee bewirtet hat, sind allgemein bekannt.
http://www.youtube.com/watch?v=t3RyBid-Uyo


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#19467

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 15:59
von Maga-neu | 36.584 Beiträge


Zitat von: RagnarLodbrok
31.05.2011 14:49 #72522


Ja, für Deutschland wäre es in der Tat sinnvoll.
Aber welches Land, verzichtet auf den Druck eines schwer bewaffneten nicht befreundeten* Nachbarn freiwillig auf eine Armee.
Wie kann ein Land mit einem anderen je ein gleichberechtigtes Nachbarschaftsverhältnis erlangen, wenn dieses Land existentielle Fragen von seinem Nachbarn "genehmigt" bekommen muß.
Das hätte nicht mehr als den Status einer abhängigen Kolonie. Als Übergangslösung vielleicht noch akzeptabel aber als langfristiges Modell mit Erfolg auf Frieden, sicher nicht.

* und wie sich in der Vergangenheit zeigte, siehe Libanon, einer das nicht davor zurückschreckt anzugreifen.




Bin nicht deiner Ansicht. Mal wieder nicht. Deutschland mit seiner Exportabhängigkeit braucht eine einsatzfähige Armee, um sich die Handelswege freizuhalten, wie der damalige Bundespräsident Köhler richtig bemerkte. Es kann es sich auch leisten, eine Armee zu unterhalten.

Für Palästina, das auch, wenn die Israelis alle besetzten Gebiete räumen, höchstens doppelt so groß wie das Saarland ist, dessen Haushalt lange Zeit fremdfinanziert sein wird, dürfte es andere Prioritäten geben. (Und wir Europäer sollten darauf achten, dass unsere (!) Gelder nicht in Form von Prestigeobjekten, Unsinnigkeiten und Korruption verbraten werden.)

Israel ist die stärkste Militärmacht im Nahen Osten, und damit auf palästinensicher Seite konkurrieren zu wollen, dürfte eine Schnapsidee sein.

Palästina sollte seine begrenzten Mittel in die Infrastruktur, das Bildungs- und das Gesundheitswesen stecken. Und in eine Polizei, die die eigenen Schwachköpfe wirksam bekämpfen kann...



zuletzt bearbeitet 31.05.2011 16:02 | nach oben springen

#19468

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 16:42
von nahal | 25.249 Beiträge


Zitat von: nahal
31.05.2011 15:48 #72527


Israel hat auch 2006 keinen Krieg gegen Libanon oder seine Armee geführt.


Was 1982 anbelangt, war die libanesische Armee kein Gegner, mehr ein stiller Verbündeter.
Das kann ich sogar aus eigener Anschauung sagen.



zuletzt bearbeitet 31.05.2011 16:43 | nach oben springen

#19469

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 17:58
von tbn | 4.131 Beiträge


Zitat von: nahal
31.05.2011 16:42 #72529


Was 1982 anbelangt, war die libanesische Armee kein Gegner, mehr ein stiller Verbündeter.
Das kann ich sogar aus eigener Anschauung sagen.



Gehts noch zynischer?
10.000 Tote Libanesen hat der stille Verbündete das Land gekostet.
Dazu kommen noch wesentlich mehr Verwundete.
Unerträglich Ihr Herrengetue( der Nigger freut sich über die Peitsche, oder wie?)
Nein eine Zweistaatenlösung in der Israel nach Lust und Laune tötet und es dann noch als Dienst an der Menschheit verkaufen will ist nicht möglich.


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#19470

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 18:07
von tbn | 4.131 Beiträge


Zitat von: GeorgeF
31.05.2011 15:35 #72524


Frag' mal guylux, ob sich Luxemburg angesichts der übermächtigen Armeen Frankreichs und Deutschlands als abhängige Kolonie sieht.



Luxenburg mit Plästina zu vergleichen scheint mir ein bisschen weit hergeholt.


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#19471

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 18:09
von tbn | 4.131 Beiträge


Zitat von: Leto_II.
31.05.2011 15:36 #72525


Allerdings jeweils nach einem Angriff.


Diese Angriffe (in Form von Attentaten oder Raketenbeschüssen) wird es immer wieder geben.
Notfalls ist auch schnell eins inszeniert. Die Welt ist nicht so nett wie sie scheint.


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#19472

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 18:20
von nahal | 25.249 Beiträge


Zitat von: RagnarLodbrok
31.05.2011 17:58 #72533



Gehts noch zynischer?
10.000 Tote Libanesen hat der stille Verbündete das Land gekostet.
Dazu kommen noch wesentlich mehr Verwundete.
Unerträglich Ihr Herrengetue( der Nigger freut sich über die Peitsche, oder wie?)
Nein eine Zweistaatenlösung in der Israel nach Lust und Laune tötet und es dann noch als Dienst an der Menschheit verkaufen will ist nicht möglich.




Sie müssen nicht Ihre Blödheit ständig zu Markte tragen.


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#19473

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 18:24
von Leto_II. | 28.478 Beiträge


Zitat von: RagnarLodbrok
31.05.2011 18:09 #72535


Diese Angriffe (in Form von Attentaten oder Raketenbeschüssen) wird es immer wieder geben.
Notfalls ist auch schnell eins inszeniert.


Wer Einladungen verteilt, darf sich über Besuch nicht beschweren. Den Krieg hat übrigens der Libanon Erwartung völkerrechtswidriger Gebietserweiterung mal begonnen.


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#19474

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 18:27
von Leto_II. | 28.478 Beiträge


Zitat von: RagnarLodbrok
31.05.2011 17:58 #72533



Gehts noch zynischer?
10.000 Tote Libanesen hat der stille Verbündete das Land gekostet.
Dazu kommen noch wesentlich mehr Verwundete.
Unerträglich Ihr Herrengetue( der Nigger freut sich über die Peitsche, oder wie?)
Nein eine Zweistaatenlösung in der Israel nach Lust und Laune tötet und es dann noch als Dienst an der Menschheit verkaufen will ist nicht möglich.



Was ist daran Herrengetue, das es auf libanesischer sehr unterschiedliche Fraktionen gab?
Zufälliger Weise hat die libanesische Armee den letzten grössere Einsatz gegen Palästinenser gefahren, ganz ohne israelische Mithilfe.


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#19475

RE: Ich war schon immer Outsider

in Politik 31.05.2011 18:37
von nahal | 25.249 Beiträge


Zitat von: Leto_II.
31.05.2011 18:27 #72538


Zufälliger Weise hat die libanesische Armee den letzten grössere Einsatz gegen Palästinenser gefahren, ganz ohne israelische Mithilfe.


Und der libanesische Panzerfahrer bestzte seinen Fahrersitz. :-)

Warum dann aber Panzer?
Auch ein Pilot besetzt, im Dienst, seinen Pilotensitz.
Auch wenn der Dienst die Sicherung der Flugverbotszone ist. :-)



zuletzt bearbeitet 31.05.2011 18:38 | nach oben springen


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