RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 09:48von Hans Bergman •
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RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 09:49von Hans Bergman •
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RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 10:08von tbn •
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http://orf.at/stories/2033654/2033652/
Soviel es auch an Israel zu kritisieren gibt, in den Bereichen Pressefreiheit und unabhängiger Justiz kann manch westlicher Rechtsstaat von Israel lernen.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 10:11von Hans Bergman •
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Zitat von: FrieFie
29.12.2010 22:38 #47053
Lese seit gestern den Strang durch ... kein Quatsch. Nicht jeden Beitrag, aber die von HB und alles längere, Relevante. ...
Ein sehr bemerkenswerter und durchdachter Beitrag. Der trotz der impertinenten Eingangsformulierung "die von HB [einerseits] und alles längere, Relevante [andererseits] meine volle Zustimmung findet.
Das Bild mit der Axt akzeptiere ich allerdings nur bedingt, ich sehe es eher als Machete. Denn die Axt haut nur drauf, spaltet nur; die Machete aber durchdringt die Verwachsungen der Heuchelei und Bigotterie.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 10:13von Hans Bergman •
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RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 10:16von guylux (gelöscht)
Zitat von: FrieFie
29.12.2010 22:38 #47053
Lese seit gestern den Strang durch ... kein Quatsch.Nicht jeden Beitrag, aber die von HB und alles längere, Relevante.
Wie ich schonmal sagte, argumentiert HB gern mit der Axt, er weiss es aber auch und erklärt sich regelmässig (auch in den letzten Tagen), worauf die Erklärungen manchmal angenommen aber meistens übergangen werden (ich habe die ersten zweihundert Seiten durch). Warum ich mir die Mühe mache? Seine Ausfälle können einem unsympathisch sein, man kann ihm allerhand vorwerfen, aber er erklärt alle dutzend Seiten, dass er Terror jeglicher Art und Extremisten aller Seiten verabscheut. Andererseits: an Provokationen mangelt es hier bei kaum jemandem, zu emotional ist das ganze Thema.
Nur wenige können dabei ruhig bleiben (Sie gehören meistens, aber auch nicht immer dazu) und immer alle Seiten in einem Beitrag beleuchten, meistens wird polarisiert.
Ich bin in einer Generation aufgewachsen, deren Bild von Israel und den Palästinensern auch sehr leicht in die Richtung "David gegen Goliat" kippt, bloss mit vertauschten Rollen ... die Wurzeln des Konfliktes interessieren kaum noch jemanden. Wer weiss schon noch, wie die Umstände bei der Staatsgründung waren? Gerade deshalb ist der Schaden, den die Aktionen der israelischen Armee und der Siedler in den letzten Jahren am Ansehen Israels (und in den Köpfen der zahlreichen Bescheuerten an dem aller Juden) verursachen, umso grösser. Das Wissen um die Bedrohung durch Terroristen und Nachbarstaaten und die Gefühlslage in Israel ist schwer darzustellen: die Selbstmordattentate schon länger her, der Schaden durch die Kassams und Katyushas scheinbar relativ gering - im Vergleich mit den Bildern von den Zerstörungen in Gaza oder Libanon. Leicht entsteht das Bild der barfüssigen Unterdrückten die gegen eine der "besten Armeen der Welt" kämpfen. Ob Israel deshalb auf solche Aktionen verzichten sollte ... oder kann, ist der Kern der Frage. Das Ansehen eines Landes und Volkes wird in diesen Zeiten durch Bilder gemacht, und Vorurteile werden durch Bilder genährt. Viele Antisemiten gehören leider auch zu der Spezies, die sich nicht durch Bücher quälen, wenn es doch so einfach ist, Clips auf youtube anzusehen und seine Informationen im besten Falle aus den Tagesnachrichten zu bekommen. Wäre man gegen Israel, könnte man denken: "macht weiter so, isoliert euch, immer her mit der Anti-Propaganda". Den Anderen, denen Israel am Herzen liegt, kann das Ungleichgewicht der Bilder und die Nachrichten von der alltäglichen Misere der palästinensischen Bevölkerung in Gaza oder an den Sperranlagen schon Sorgen machen (Alltägliches ist leichter zu verstehen als eine scheinbar abstrakte Bedrohung), unter anderem um eine Zunahme von Antisemitismus.
Es ist die vermutlich vertrackteste Situation auf der Welt, aber die Hartleibigkeit, die hier im Forum zutage tritt, scheint mir eine Blaupause für die verhärteten Fronten in dem Konflikt - und kein gutes Zeichen. Deshalb mein Bemühen um ein Verstehen der Teilnehmer dieser Diskussion. Das einzige Mittel, das man hat, ist Verständigung.
Könnte man nur regelmässig viel mehr aus Israel berichten, anstatt die x-te total überflüssige Talkshow darüber zu veranstalten.
Sehr gute Analyse und generell Zustimmung meinerseites .
Der Strang wo wir schreiben , heisst aber nicht : "Israel und die Palestinenser " , sondern " Wie umgehen mit der Siedlungspolotik Israels "
Und zu der gibt es nur eines zu sagen : sie ist Unrecht . Und wieso es antisemitisch sein kann , dieses Unrecht anzuprangern , entzieht sich wirklich meiner Erkenntnis .
Und dass man dann hier auch die Hamas , die birmanische Junta oder die Einkerkerung von Dissidenten in China mitverurteilen soll , ist skurril .
Ich wiederhole meinen Standpunkt noch einmal : im NO-Konflikt sind Palestinenser UND Israelis schuldig , wer mehr oder wer weniger , weiss Ich nicht . An den Siedlungen ist Israel ganz alleine schuldig , egal was die Motive fuer die Siedlungen sind . Und dieses Unrecht werde Ich mir auch weiterhin erlauben hier anzuprangern !
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 10:22von guylux (gelöscht)
Zitat von: Landegaard
30.12.2010 03:01 #47057
Hey guylux, wenn Sie es mit der Verurteilung von Isreals Siedlungspolitik ebenso halten, muessen Sie eigentlich nur noch einmal im Monat einen Beitrag schreiben. Praktisch, oder?
Friefie, zu ihnen komm ich spaeter, das verdient mehr hirnleistung:)
Habe mich schlecht ausgedrueckt : die Verurteilung der Hamas sollte fuer ALLE meine Posts im Siedlungsstrang gelten , und zwar einen Monat lang , ohne das Proviso bei jedem Beitrag nochmals veroeffentlichen zu muessen !
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 10:24von Hans Bergman •
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Zitat von: Leto_II.
30.12.2010 10:17 #47070
Dann reicht es aber nicht aus, eine Liste mit Forderungen nur an eine Partei zu erstellen.
Das tut auch niemand. Die permanente aktive Vorwärtsbewegung Israels in den Westbanks ist natürlich nicht alles, was aufhören muss. Aber ohne einen Stopp dieser illegalen Aktivitäten ist alles andere eben nicht einforderbar.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 10:36von Leto_II. •
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Zitat von: Hans Bergman
30.12.2010 10:24 #47072
Aber ohne einen Stopp dieser illegalen Aktivitäten ist alles andere eben nicht einforderbar.
Ohne eine grundsätzliche Anerkennung Israels, nicht nur durch die Staaten, sondern durch die arabischen Gesellschaften, ist alles andere eben nicht einforderbar.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 10:42von Hans Bergman •
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Zitat von: Leto_II.
30.12.2010 10:36 #47073
Ohne eine grundsätzliche Anerkennung Israels, nicht nur durch die Staaten, sondern durch die arabischen Gesellschaften, ist alles andere eben nicht einforderbar.
Das klingt exakt nach Israel. Wachsweiche, gummiartig interpretierbare Forderungen, die man nach Belieben auslegen kann.
Wie wärs mit "erst muss es irgendwie das Gefühl geben, alle lieben Israel, dann hören wir mit dem Siedlungsbau sofort auf"?
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 11:01von Landegaard •
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Zitat von: guylux
30.12.2010 10:22 #47071
Habe mich schlecht ausgedrueckt : die Verurteilung der Hamas sollte fuer ALLE meine Posts im Siedlungsstrang gelten , und zwar einen Monat lang , ohne das Proviso bei jedem Beitrag nochmals veroeffentlichen zu muessen !
Ich sags mal anders guylux, vielleicht abschließend, weil das Thema mich langsam langweilt. Von mir aus geht jeder mit der Ein- oder Vielseitigkeit an die Problematik vor Ort ran, wie er mag. Wir müssen nicht all die "warum ich einseitig bin" Standardargumente besprechen, die ich alle schon aus diversen Debatten im SPON kenne. Mein Urteil habe ich mir eh gebildet, unabhängig davon, wie Hans sich nun als Opfer böser Nachstellungen aufstellt.
Aber vielleicht mal an Sie die Frage, da es in diesem Konflikt ja noch mehr zu kritisieren gibt, als die Siedler und die Hamas. Was denken Sie, warum der letzte Vorschlag von Olmert nicht angenommen wurde? Ich denke, die Machtlosigkeit der Palästinenser taugt da als Antwort nicht.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 11:04von Landegaard •
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Zitat von: Leto_II.
30.12.2010 10:36 #47073
Ohne eine grundsätzliche Anerkennung Israels, nicht nur durch die Staaten, sondern durch die arabischen Gesellschaften, ist alles andere eben nicht einforderbar.
Abbas hat Israel anerkannt. Fehlt eigentlich nur noch die Regierung Gazas. Mehr ist eigentlich als Vorbedingung für ein Palästina nicht zu erwarten. Mit der Forderung, dass es alle arabischen Gesellschaften anerkennen müssen, kann man eigentlich auch gleich sagen, dass man kein Interesse an einer Einigung hat. Die Palästinenser sind nicht dafür zuständig, wie alle arabischen Gesellschaften zu Israel stehen, warum sollten sie?
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 11:17von Leto_II. •
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Zitat von: Hans Bergman
30.12.2010 10:42 #47074
Das klingt exakt nach Israel. Wachsweiche, gummiartig interpretierbare Forderungen, die man nach Belieben auslegen kann.
Wie wärs mit "erst muss es irgendwie das Gefühl geben, alle lieben Israel, dann hören wir mit dem Siedlungsbau sofort auf"?
Mit Liebe hat das nix zu tun, die staatliche Anerkennung vielmehr mit Völkerrecht, knüppelharte Fakten, Herr Bergmann.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 11:29von Leto_II. •
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Zitat von: Landegaard
30.12.2010 11:04 #47076
1.
Abbas hat Israel anerkannt. Fehlt eigentlich nur noch die Regierung Gazas. Mehr ist eigentlich als Vorbedingung für ein Palästina nicht zu erwarten.
2.
Mit der Forderung, dass es alle arabischen Gesellschaften anerkennen müssen, kann man eigentlich auch gleich sagen, dass man kein Interesse an einer Einigung hat. Die Palästinenser sind nicht dafür zuständig, wie alle arabischen Gesellschaften zu Israel stehen, warum sollten sie?
1.Abbas muss nicht nur anerkennen, er oder sein Nachfolger muss das letztlich auch durchsetzen. Sonst wird das nix mit der Langeweile. Was nützt ein palästinensischer Staat, wenn er libanesischen Verhaltnisse aufweist?
2.Sicherlich ist die gesellschaftliche Anerkennung nicht einklagbar, sie wird aber über kurz oder lang nötig sein. Die arabischen Staaten haben sich selbst in die Zwickmühle gebracht. Die Anerkennung braucht auch nur so weit zu gehen, dass da keiner mehr Terror auf von palästinensichen Boden aus finanziert. Nur so wird es die Langeweile geben.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 11:42von Landegaard •
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Zitat von: Leto_II.
30.12.2010 11:29 #47079
1.Abbas muss nicht nur anerkennen, er oder sein Nachfolger muss das letztlich auch durchsetzen.
Die Vorbedingung Israels war die Anerkennung, die ist erfolgt. Es ist kein guter Stil, erfüllte Bedingungen laufend an neue zu knüpfen. Durchsetzen muss Abbas nichts, er oder sein Nachfolger ist vom Volk gewählt und wenn er Israel anerkannt, gilt das für Palästina. Es ist nicht nötig, von jedem Bürger eine Unterschrift anzukarren, die das bestätigt. Eine Regierung Palästinas hätte dafür zu sorgen, dass Terroristen konsequent verfolgt und verurteilt werden.
Zitat von: Leto_II.
30.12.2010 11:29 #47079
Sonst wird das nix mit der Langeweile. Was nützt ein palästinensischer Staat, wenn er libanesischen Verhaltnisse aufweist?
Die Frage stellt sich nicht, solange es keinen palästinensischen Staat gibt.
Zitat von: Leto_II.
30.12.2010 11:29 #47079
2.Sicherlich ist die gesellschaftliche Anerkennung nicht einklagbar, sie wird aber über kurz oder lang nötig sein. Die arabischen Staaten haben sich selbst in die Zwickmühle gebracht. Die Anerkennung braucht auch nur so weit zu gehen, dass da keiner mehr Terror auf von palästinensichen Boden aus finanziert. Nur so wird es die Langeweile geben.
Das ist ja vollkommen richtig, was Sie sagen. Ich weiß nur nicht, was das mit einer Staatsgründung Palästinas zu tun hat. Da sind ganz andere Leute gefragt. Wenn Israel Frieden mit Syrien haben will, oder mit dem Iran, dann ist das eine Sache dieser Staaten. Palästina kann nur für Palästina sprechen.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 11:45von trocadero (gelöscht)
Zitat von: Landegaard
30.12.2010 11:04 #47076
Abbas hat Israel anerkannt. Fehlt eigentlich nur noch die Regierung Gazas. Mehr ist eigentlich als Vorbedingung für ein Palästina nicht zu erwarten.
Lieber Landegaard,
Wir hatten das schon miteinander besprochen:
Eine verbale Zusage reicht (mir) nicht.
Ich versuche Beweggründe zu analysieren.
Eine Absicht oder die Vertrauenswürdigkeit einer "Anerkennung" muss, durch andere Vehaltensweisen, unterlegt werden:
-Wenn ein Sprecher der PA-Regierung eine Auftragsarbeit über den alleinigen muslimischen Ursprung des Tempelgerges verfasst
- Wenn die strikte Weigerung der PA, über eine Angliederung Um-El-Fahms an Plaästinas überhaupt zu diskutieren erfolgt
- Wenn gleichzeitig der Chef des "islamic movements" Galileas (israelischer Staatsbürgers), verkündet, ganz Palästina muss befreit werden, unwidersprochen bleibt,
dann habe ich meine leichten bedenken gegenüber der Durchführbarkeit von zielführenden Verhandlungen.
Noch weniger, wenn es sich um Zugeständnisse handelt, die nicht zurücknehmbar sind und große Risiken beinhlaten.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 11:47von trocadero (gelöscht)
Zitat von: trocadero
30.12.2010 11:45 #47082
....
dann habe ich meine leichten bedenken gegenüber der Durchführbarkeit von zielführenden Verhandlungen.
Noch weniger, wenn es sich um Zugeständnisse handelt, die nicht zurücknehmbar sind und große Risiken beinhlaten.
dabei sollten wenigsten wir beide nicht vergessen, was Sie selber, diese Tage, angeführt haben:
Israel hat sich aus dem Libanon zurückgezogen
Israel hat sich aus Gaza zurückgezogen
Die Folgen kennen wir.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 11:51von Hans Bergman •
| 23.327 Beiträge
Zitat von: FrieFie
29.12.2010 22:38 #47053
...Ich bin in einer Generation aufgewachsen, deren Bild von Israel und den Palästinensern auch sehr leicht in die Richtung "David gegen Goliat" kippt, bloss mit vertauschten Rollen ...
Ich bin in einer Generation aufgewachsen, in der die Rollen (scheinbar) noch nicht vertauscht waren. Wo wir zur Bruderschaft mit Israel erzogen wurden.
Ich erinnere mich noch bestens an meine Englischlehrerin, eine sehr feine Dame, bei der wir in einem Kapitel des Lehrbuches den Ort Beechwood keinesfalls mit Buch- oder Buchenwald übersetzen sollten. Wir wollten es auch nicht.
Andererseits, das wurde mir aber erst später klar, konnte man die Gesinnung des Sportlehrers ganz gut erahnen: beim Schulsportfest wurde mit Speer und Wimpel daran im Gleichschritt ins Schulstadion einmarschiert (fehlten noch die Fackeln).
Israel lag uns echt am Herzen.
Es ist eine tiefe Enttäuschung, die sich im Verlauf der Zeit breitgemacht hat. Auch Zorn, weil ich mich so oft durch israelische Offizielle über die Medien getäuscht und belogen fühlte. Ich sehe diesen Staat als Unrechtsstaat und seine Politiker als verschlagen an. Wie ich aggressive Siedler sehe, ist hinreichend bekannt.
Im gleichen Maße ist meine Sympathie zu den Palästinensern gewachsen (wo meine grundsätzliche Sympathie zu Iranern herkommt, weiß ich nicht).
Mit den Juden hat das alles nichts zu tun. Nicht mit der einen meiner Lieblingssängerinnen Dahlia Lavi, nicht mit dem von mir hochgeschätzten Schriftsteller Ephraim Kishon, nicht mit der von mir über alles verehrten Susan Sonntag und auch nicht mit all den anderen Durchschnittsjuden, die sonstwo auf der Welt herumkrebsen.
Beinahe hätte ich oben noch dazugeschrieben, "und ich leide mit den Palästinensern". Das stimmt natürlich nicht. Das Leid der Palästinenser ist mir genau so egal, wie das Leid der Bevölkerung in Somalia oder das Leid der Bevölkerung an der Elfenbeinküste. Richtiges Leid verspüre ich nur, wenn mir die Frikadelle zu schwarz geraten ist, wenn die DSL-Verbindung wieder mal relativ langsam ist oder wenn ich im Mailaccount meiner Tochter freundliche Bestellbestätigungen von Louis Vuitton und Zalando lesen muss - am gleichen Tag, an dem sie mal wieder eine Überweisung eingejammert hat, weil sie was zum Essen einkaufen muss.
Na ja, das gehört aber eigentlich jetzt zu "Wer sind wir?"...
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 12:14von Leto_II. •
| 28.478 Beiträge
Zitat Landegaard:
1.
Die Vorbedingung Israels war die Anerkennung, die ist erfolgt. Es ist kein guter Stil, erfüllte Bedingungen laufend an neue zu knüpfen. Durchsetzen muss Abbas nichts, er oder sein Nachfolger ist vom Volk gewählt und wenn er Israel anerkannt, gilt das für Palästina. Es ist nicht nötig, von jedem Bürger eine Unterschrift anzukarren, die das bestätigt. Eine Regierung Palästinas hätte dafür zu sorgen, dass Terroristen konsequent verfolgt und verurteilt werden.
2.
Die Frage stellt sich nicht, solange es keinen palästinensischen Staat gibt.
3.
Das ist ja vollkommen richtig, was Sie sagen. Ich weiß nur nicht, was das mit einer Staatsgründung Palästinas zu tun hat. Da sind ganz andere Leute gefragt. Wenn Israel Frieden mit Syrien haben will, oder mit dem Iran, dann ist das eine Sache dieser Staaten. Palästina kann nur für Palästina sprechen.
1.
Innerpalästinensisch muss er das durchsetzen, sonst sind beide Länder ganz schnell wieder (eigentlich erstmals) im Krieg.
2.
Ich bin nicht die israelische Regierung und welche Fragen ich mir stelle, überlassen Sie mal schön mir. Der Protostaat lebt schon libanesische Verhältnisse und ist schon im Bürgerkrieg. ICH halte das für suboptimal und dem kann man sich anschiessen oder auch nicht.
3.
Nichts und alles, da immer die Gefahr besteht, das besagte Länder bzw. auch private Organisationen eben einen Bürgerkrieg in Palästina anheizen, bzw. diese Situation ja schon da ist. Z.Zt. könnte es darauf hinauslaufen, dass Israel sich zurückzieht um sogleich wieder ein zu maschieren. Sinnig finde ich das nicht.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 12:17von Leto_II. •
| 28.478 Beiträge
Zitat von: trocadero
30.12.2010 11:45 #47082
dann habe ich meine leichten bedenken gegenüber der Durchführbarkeit von zielführenden Verhandlungen.
Noch weniger, wenn es sich um Zugeständnisse handelt, die nicht zurücknehmbar sind und große Risiken beinhlaten.
Damit lässt sich die Besatzung begründen, die Siedelei nicht.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 12:18von Leto_II. •
| 28.478 Beiträge
Zitat von: trocadero
30.12.2010 11:47 #47083
dabei sollten wenigsten wir beide nicht vergessen, was Sie selber, diese Tage, angeführt haben:
Israel hat sich aus dem Libanon zurückgezogen
Israel hat sich aus Gaza zurückgezogen
Die Folgen kennen wir.
Auch das rechtfertig lediglich eine Besatzung, die Siedelei nicht und auch keine Annexion.
RE: Wie umgehen mit der Siedlungspolitik Israels?
in Politik 30.12.2010 12:20von guylux (gelöscht)
Zitat von: Landegaard
30.12.2010 11:01 #47075
Aber vielleicht mal an Sie die Frage, da es in diesem Konflikt ja noch mehr zu kritisieren gibt, als die Siedler und die Hamas. Was denken Sie, warum der letzte Vorschlag von Olmert nicht angenommen wurde? Ich denke, die Machtlosigkeit der Palästinenser taugt da als Antwort nicht.
Ich weiss es nicht . Wissen Sie es ? Was hat es mit der Siedlingspolitik zu tun ?
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