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Zitat von: semipermeabel
Erster Betrachtungspunkt: warum entstanden die Siedlungen?
Zweiter: was hindert Israel daran, diese Politik aufzugeben.
Ich hatte dieser Tage dazu geschrieben- Selbstverständnis eines Staates...
Mit anderen Worten, lieber semi, es ist deiner Ansicht nach kein Friede möglich und die Verantwortung liegt bei Israel.
Netanyahu hat ja fünf Bedingungen für einen Palästinenserstaat formuliert:
http://www.tz-online.de/nachrichten/poli...ung-419587.html
Keine Rückkehr ins israelische Kernland, keine weiteren Forderungen der Palästinenser, Entmilitarisierung Palästinas, keine fremde Armee auf palästinensischem Boden und Anerkennung Israels als "jüdischer Staat". Ich denke, all diese Forderungen müssen in den Verhandlungen behandelt werden, können aber keine Vorbedingungen für Gespräche sein. Die meisten Punkte sind nachvollziehbar - mit Ausnahme der Anerkennung Israels als "jüdischer Staat". Es wäre so, als würden die Kastilier verlangen, Spanien als kastilischen Staat zu deklarieren. Israel ist der Staat der dort lebenden Menschen.
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zuletzt bearbeitet 17.08.2010 21:49 |
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Zitat von: Willie
Es war aber trotzdem nicht "die logistics".
Lies nach - zB die Geschichte um Latrun, der 3-fache Versuch der Israelis, mit allergrösstem Mut und Einsatz und unter schrecklichen Verlusten diese Schlüsselstellung zu erobern - 3x gescheitert. Motivation und Führungskunst ist ohne Munition, Verpflegung, Wasser und Waffen wenig oder nichts.
Auch die Legion Abdullahs hat in den Waffenstillstand eingewilligt, weil sie nur noch für 2 Tage Munition hatte. Bei den starken ägyptischen Kräften sah es diesbezüglich 1949 noch viel finsterer aus - abgesehen von ihrer unprofessionellen Führung.
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Zitat von: GeorgeF
Es wäre hilfreich, wenn Sie lesen würden, bevor Sie räsonnieren oder Falsches behaupten. Der Vorschlag des Quartetts war: entlang der Road Map - also Stop des Siedlungsbaues. Dem hat Israel - mit Ausnahme der Fortsetzung der bereits begonnen Ausbauten (Internen Verdichtungen) entsprochen. Abbas hat mit seiner neuen Note gefordert, dass die Verhandlungen auf der Basis der Grünen Linie erfolgen - also eine neue Vorbedingung. Sie wissen auch, dass die Grüne Linie eine Waffenstillstands- und keine international akzeptierte Linie/Grenze ist. Sie wissen auch, dass Israel angeboten hat, über Gebietsaustausch zu verhandeln. Abbas fordert also als Vorbedingung, was auch nach Road Map erst Gegenstand der Gespräche sein soll. Demnach liegt der Schwarze Peter zZt. bei Abbas - nicht bei Nethanjahu.
Ich lese : " Abbas demanded that direct negotiations be based on a statement by the Quartet CONFIRMING his position that the future Palestinian State be based on the 1967 borders .
Ihr Englisch ist bestimmt wesentlich besser als meins und Sie sind auch viel schlauer als Ich ( wie Ihre 1. Zeile ja auch andeutet ) aber Ich lese das so ,dass das Quartett der Meinung ist dass der zukünftige Staat Palestina auf den Grenzen von 1967 basieren soll . Wenn das Quartett das so meint , verstehe Ich nicht recht warum das als BASIS von Gesprächen über die zukünftige Grenze ein Problem darstellen soll .
Basis bedeutet ja nicht Festlegung .
Wo habe Ich mich jetzt geirrt ?
Das Quartett scheint auch verlangt zu haben dass " Israel to refrain from home demolitions in East-Jerusalem " , was , soviel Ich weiss bis jetzt nicht geschehen ist .
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Zitat von: Maga
Mit anderen Worten, lieber semi, es ist deiner Ansicht nach kein Friede möglich und die Verantwortung liegt bei Israel.
Netanyahu hat ja fünf Bedingungen für einen Palästinenserstaat formuliert:
http://www.tz-online.de/nachrichten/poli...ung-419587.html
Keine Rückkehr ins israelische Kernland, keine weiteren Forderungen der Palästinenser, Entmilitarisierung Palästinas, keine fremde Armee auf palästinensischem Boden und Anerkennung Israels als "jüdischer Staat". Ich denke, all diese Forderungen müssen in den Verhandlungen behandelt werden, können aber keine Vorbedingungen für Gespräche sein. Die meisten Punkte sind nachvollziehbar - mit Ausnahme der Anerkennung Israels als "jüdischer Staat". Es wäre so, als würden die Kastilier verlangen, Spanien als kastilischen Staat zu deklarieren. Israel ist der Staat der dort lebenden Menschen.
Ja, Israel trägt Verantwortung, nach aussen und besonders nach innen.
Vorbedingungen für Gespräche- das ist ein JA- ABER und bringt nichts.
Gleiches gilt für die andere Seite.
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Zitat von: GeorgeF
Lies nach - zB die Geschichte um Latrun, der 3-fache Versuch der Israelis, mit allergrösstem Mut und Einsatz und unter schrecklichen Verlusten diese Schlüsselstellung zu erobern - 3x gescheitert. Motivation und Führungskunst ist ohne Munition, Verpflegung, Wasser und Waffen wenig oder nichts.
Behauptete auch niemand das Gegenteil -nicht ablenken.
Auch die Legion Abdullahs hat in den Waffenstillstand eingewilligt, weil sie nur noch für 2 Tage Munition hatte. Bei den starken ägyptischen Kräften sah es diesbezüglich 1949 noch viel finsterer aus - abgesehen von ihrer unprofessionellen Führung.
Und?
zuletzt bearbeitet 17.08.2010 22:23 |
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Zitat von: VK64
Die Siedlungsfrage- und da muss ich Dir entschieden widersprechen- ist natürlich in insofern das Hauptproblem, da sie Ausdruck des Expansions-und Besetzungsstrebens israelischer Politik ist. Ich muss Dir nicht erzählen, welche Bedeutung die Siedlungspolitik bei der Gründung und Ausdehnung des jüdischen Stzaates von beginn an bis heute hat. Schon begin nannte die Siedlungspolitik als das vehikel zur Staatsgründung, in dem man Siedklungen wie ein Netz über das gesamte Gebiet errichten solle.Ziel war neben der Ansiedelung und der Errichtung von Wehrdörfern mit militärischer Funktion natürlich, dieses Netzt immer mehr zu verdichten. Abgesichert wurde die Siedlungspolitik durch eigens geschaffene Landgesetze, die zum einen besagten, dass "jüdisches Land" nicht an Nichtjuden veräußert werden darf, die andererseits regelten, wie mit unbewirtschaftetem land umzugehen sei. Land, welches über drei jahre nicht bewirtschaftet wird, entfiel demnach an den jüdischen Staat. Diese Gesetzgebung zielte vor allem darauf ab, das Land vertriebener Palästinenser, das nach deren Flucht naturgemäß nicht bewirtschaftet wurde, quasi legal zu enteignen.
Durch die netzwerkartige Planung der Siedlungen wurde es ferner ermöglicht, Palästinensern das Betreten ihres Landes (welches sich dann innerhalb der netzförmig angeordneten Siedlungen befand) zur Bewirtschaftung zu untersagen, so dass auch diese Landteile nicht mehr bewirtschaftet werden konnten und somit ebenfalls "legal" enteignet werden konnten.
Die Siedlungspolitik ist somit schon immer das strategische Instrument der Landnahme Israels gewesen. Dass dies auch heute so ist, zeigen die Weigerung Israels zur Aufgabe der Siedlungen in den besetzten Gebieten - vielmehr werden sie weiterhion ausgebaut, um die Besitzansprüche Isaraels zu legitimieren.Schließlich sei es auch den Siedlern nicht zuzumuten, schutzlos unter den Palästinensern zu leben- dies taugt als Begründung für aktuelle Militärpräsenz ebenso wie zur Begrünsdung, dass die durch israelis besiedelten Gebiete doch dem jüdischen Staat zuzuschlagen seien.
Insofern ist die Siedlungsfrage kein nebenaspekt, sondern aus palästinensischer Sicht das Hauptproblem, sind sie doch nicht nur Stein gewordenes Symbol von vertreibung, EWnteignung und Besatzung, sondern eben- neben der militäörischen Hochrüstung israels- das wichtigste strategische Instrument der Landnahme. Zwar sind der Zusammenbhang und auch die Lösungsansätze etwas anders, aber, man muss sich schon fragen, warum auch auf den Golanhöghen 17.000 Siedler ansässig sind.
Insofern- hier geht es nicht einfach um Siedlungen, um Häuser, um Wohnungen, sondern um das zentrale strategische Instrument der Landnahme und der Absicherung erfolgter Eroberungen Israels - daher sind die Siedlungen in der Westbank wie auch die Bauaktivitäten in Ostjerusalem von zentraler Bedeutung. Und, sie stehen im wahrsten Sinne des Wortes der Umnsetzung der relevanten UN-Resolutionen im Wege.
Wenn ich einen Gipfel erobere, hisse ich meine Fahne, um meinen Anspruch als Gipfelestürmer zu manifestieren- wenn ich KLand erobere, besiedele ich es, um meinen Anspruch auf dieses Land zu doklumentieren und zu manifestieren.
Noch Fragen? Wahrscheinlich eher nicht, nahal, denn, das weißt Du sowieso alles.
Was Sie schreiben, haben längst auch die jüdischen Historiker, u.a. Morris, Pappe, Segev, Amizur Ilan und Avi Schalim bestätigt.
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Zitat von: Nante
Das ist der Kern und der ist unverhandelbar. Eine Heimstatt mit einer jüdischen Bevölkerungsminorität kann ich mir nicht vorstellen.
Und daraus ergeben sich weitreichende Folgen.
1.Und was geschieht wenn in , sagen wir mal 60 Jahren , die in Israel ansässigen Palestinenser durch hohen Geburtenüberschuss , die Majorität hätten ?
2. Kennen denn alle Länder die mit Israel diplomatische beziehungen haben , Israel als jüdischen Staat an ?
Wenn nicht , warum muss denn das zukünftige Palestina es tun ?
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Zitat von: Nante
Das ist der Kern und der ist unverhandelbar. Eine Heimstatt mit einer jüdischen Bevölkerungsminorität kann ich mir nicht vorstellen.
Und daraus ergeben sich weitreichende Folgen.
Das ist der Kern und hier muss sich Israel entscheiden, ob es ein Judenstaat sein will. Ist Judentum eine Nationalität, die religiös definiert ist, oder eine Religion, die sich einen nationalen Rahmen gibt?
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Zitat von: guylux
1.Und was geschieht wenn in , sagen wir mal 60 Jahren , die in Israel ansässigen Palestinenser durch hohen Geburtenüberschuss , die Majorität hätten ?
2. Kennen denn alle Länder die mit Israel diplomatische beziehungen haben , Israel als jüdischen Staat an ?
Wenn nicht , warum muss denn das zukünftige Palestina es tun ?
Gute Fragen.
1. Eventuell durch Ausreiseabkommen, verbunden mit Prämienzahlungen
2. Das gilt nur nach innen.
zuletzt bearbeitet 17.08.2010 22:27 |
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Zitat von: Nante
Das ist der Kern und der ist unverhandelbar. Eine Heimstatt mit einer jüdischen Bevölkerungsminorität kann ich mir nicht vorstellen.
Und daraus ergeben sich weitreichende Folgen.
Meinst du, eine Unterschrift auf einem Blatt Papier würde an den realen Bevölkerungsverhältnissen etwas ändern?
Hmm, vielleicht müssten die Juden einfach religiöser werden, denn die religiösen Juden sind die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe in Israel. :-)
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Zitat von: Willie
Behauptete auch niemand das Gegenteil -nicht ablenken.
Auch die Legion Abdullahs hat in den Waffenstillstand eingewilligt, weil sie nur noch für 2 Tage Munition hatte. Bei den starken ägyptischen Kräften sah es diesbezüglich 1949 noch viel finsterer aus - abgesehen von ihrer unprofessionellen Führung.
Und?
Sie irren
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Zitat von: Gegen Gewalt
Das ist der Kern und hier muss sich Israel entscheiden, ob es ein Judenstaat sein will.
Ich bin nicht Israel, aber ich glaube: Ja.
Zitat von: Gegen Gewalt
Ist Judentum eine Nationalität, die religiös definiert ist, oder eine Religion, die sich einen nationalen Rahmen gibt?
Mhm. Ich verstehe nicht ganz die praktischen Folgen dieser Wahl. Würden Sie das bitte erläutern.
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Zitat von: guylux
Punkt 2 verstehe Ich nicht .
Ob Israel sich als Staat der Juden versteht oder nicht interessiert in Ghana oder Nepal (wahrscheinlich) keinen Menschen. Diese, wir sprechen hier von Möglichkeiten, Prämisse wirkt natürlich vielfältig in der Innenpolitik. Aber dieses Leitbild hat keine Verbindlichkeiten für andere Staaten.
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An Nante - Beitrag 25595
In Israel leben nicht nur Juden, sondern auch palästinensische Israelis.
Bei den Juden steht im Personalausweis unter Nationalität nicht "israelisch", sondern "jüdisch" -
in Abgrenzung zu den israelischen Palästinensern.
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Zitat von: Gegen GewaltAn Nante - Beitrag 25595
In Israel leben nicht nur Juden, sondern auch palästinensische Israelis.
Bei den Juden steht im Personalausweis unter Nationalität nicht "israelisch", sondern "jüdisch" -
in Abgrenzung zu den israelischen Palästinensern.
Und bei denen steht was: arabisch oder palästinensisch?
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Zitat von: guylux
1.Und was geschieht wenn in , sagen wir mal 60 Jahren , die in Israel ansässigen Palestinenser durch hohen Geburtenüberschuss , die Majorität hätten ?
2. Kennen denn alle Länder die mit Israel diplomatische beziehungen haben , Israel als jüdischen Staat an ?
Wenn nicht , warum muss denn das zukünftige Palestina es tun ?
Zu 1: Das bleibt erstmal Spekulation...
Zu 2: Alle Länder, die mit Israel diplomatische Beziehungen unterhalten, anerkennen Israel als das was es ist: ein eigenständiger Staat, ausgestattet mit demokratische Rechten für alle Bürger, egal ob gläubige oder nichtgläubige Juden, Christen, Muslime, Bahai, Drusen. Zeig' mir einen Staat in Israels Nachbarschaft mit annähernd gleicher Toleranz und Bürgerrechten
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Zitat von: Maga
Meinst du, eine Unterschrift auf einem Blatt Papier würde an den realen Bevölkerungsverhältnissen etwas ändern?
Ja. Der Vertrag von Konstantinopel, der Versailler Vertrag, das Abkommen vom Potsdam...
Zitat von: MagaAlso das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden....
Hmm, vielleicht müssten die Juden einfach religiöser werden, denn die religiösen Juden sind die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe in Israel. :-)
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