#751

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 17.01.2011 18:25
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
17.01.2011 18:04 #50309
Indogermane schrieb:
"Das ist doch Augenwischerei. NATO-Land USA wird sich in dem Fall (als Protegé Israels) - gewollt oder ungewollt - sehr wohl auf die Seite Israels stellen und sogar mehr als nur einen Finger rühren. Und dass die USA das mit großem Abstand stärkste NATO-Mitgliedsland ist, ist ebenfalls bekannt. Würde dann der Iran bei einem US-Angriff sich gegen die USA wenden und zurückschlagen - was so klar ist wie das Amen in der Kirche - dann entsteht automatisch der NATO-Bündnisfall."

Weder Golfkrieg 2 noch Golfkrieg 3 haben den Bündnisfall für die NATO ausgelöst. Auch in AFG ist die NATO nicht wegen eines Bündnisfalles, sondern beauftragt von den UN. Ihr Konstrukt beruht auf einer Fehlinterpretation: Der NATO-Bündnisfall ist dann gegeben, wenn ein Mitgliedstaat angegriffen wird, nicht aber, wenn ein Mitgliedsland militärisch aktiv wird - angreift.


In von den USA selbst initiierten Golfkriegen 2 und 3 und in Afghanistan wurden auch nicht US-Ziele wie z.B. Kriegschiffe, Stützpunkte etc. bei Vergeltungsschlägen angegriffen, geschweige denn zerstört.

Tritt etwa kein NATO-Bündnisfall ein, wenn der Iran (im Verteidigungsfall) ein US-Stützpunkt angreift oder ein US-Kriegsschiff versenkt? Ich denke, es werden zumindest einige enge Verbündete der USA der USA militärisch zu Hilfe kommen.



zuletzt bearbeitet 17.01.2011 18:27 | nach oben springen

#752

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 17.01.2011 18:37
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte

Indogermane schrieb:
"Davon wäre logischer- und vernünftigerweise zwar auszugehen, aber wann haben sich die USA nach 1945 schon mal vernünftig und logisch verhalten? Nein, der einzige Garant für Frieden und Stabilität kann in NO/MO leider nur ein nukleares Gleichgewicht sein, wobei es wohlgemerkt nicht der Iran gewesen ist, der mit der nuklearer Aufrüstung begonnen hat.
Die einzige Möglichkeit den Iran von seinem eventuellen Vorhaben - eine OPTION zum Atomwaffenbau (die sog. "Südafrikanische Lösung") abzubringen, wären umfassende Sicherheitsgarantien verbunden mit einer nuklearen Abrüstung von zumindest Israel, Pakistan und Indien, was nachvollziehbar aber leider unrealistisch ist."
Ein wenig mehr Geschichtskenntnisse hätte ich Ihnen schon zugetraut:
Die Luftbrücke zur Versorgung Berlins war ein ausgesprochen vernünftiges, massvolles und absolut friedliches Mittel der USA, den Versuch der Sowjets, die Ergebnisse des WK II nachträglich mit Gewalt zu revidieren.
Auch das Stillhalten der USA 1956, als die Ungarn verzweifelt um Hilfe riefen, war defnitiv vernünftig - wenn auch tragisch. Das Gleiche gilt für Prag '68.
Dass die USA alle Hoffnungen gewisser Westdeutscher Politiker auf Teilhabe an den Nuklearwaffen eiskalt abgebügelt haben, halte ich ebenfalls für eine vernünftige Entscheidung.
Sie bringen die Südafrikanische Lösung ins Gespräch. Sie übersehen dabei, dass Südafrika, als es dann zu dieser Lösung kam - keiner Bedrohung ausgesetzt war, wie sie sich Israel gegenübersieht. Auch der ANC wollte ja Südafrika nicht zerstören, sondern die dort legitime Teilhabe an der Demokratie - Hamas und Hisbollah haben eindeutig andere Ziele.
Wie schön wäre es, wenn Israel nicht nur von Jordanien und Ägypten Sicherheitsgarantien bekäme, sondern möglichst gleich von allen arabischen Staaten. Ganz offensichtlich kommt das aber weder Syrien noch dem Irak in den Sinn.
Nukleares Gleichgewicht macht nur dort Sinn, wo Sie davon ausgehen können, dass die Besitzer von Nuklearwaffen rational und vernünftig damit umgehen. So war das im Kalten Krieg zwischen USA und SU. Ich traue auch Indien (dessen Bombe als Gegengewicht zu Chinas Bomben entwickelt wurde) solches rationales Verhalten zu - grössere Bedenken habe ich da im Fall Pakistan. Nur ist die pakistanische Bombe nicht gegen den Iran gerichtet.
Welcher Staat also bedroht die Existenz des Iran derart, dass nur die Bombe das Überleben des Staates sichern würde? Wenn Sie allerdings die Mullahkratie als legitime Repräsentanz des Iran sehen, dann... ja dann schon.



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#753

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 17.01.2011 18:43
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: Indogermane_HS
17.01.2011 18:25 #50312


In von den USA selbst initiierten Golfkriegen 2 und 3 und in Afghanistan wurden auch nicht US-Ziele wie z.B. Kriegschiffe, Stützpunkte etc. bei Vergeltungsschlägen angegriffen, geschweige denn zerstört.

Tritt etwa kein NATO-Bündnisfall ein, wenn der Iran (im Verteidigungsfall) ein US-Stützpunkt angreift oder ein US-Kriegsschiff versenkt? Ich denke, es werden zumindest einige enge Verbündete der USA der USA militärisch zu Hilfe kommen.

Im Golfkrieg 2, den Saddam mit der Okkupation Kuwaits vom Zaun gebrochen hat, schlugen etliche irakische Raketen in Israel ein - schon vergessen? Und nach der Terminologie gewisser Leute ist Israel ja so eine Art 52. Staat der USA mitsamt dominierendem Einfluss in Washington. Ausserdem hat im Golfkrieg 2 doch tatsächlich eine irakische MIG 25 ein US-Maschine abgeschossen. Auch im Golfkrieg 2 hat die irakische Armee einige US-Panzer abgeschossen.
Ob einzelne Staaten einem von den USA geführten Krieg beitreten ist deren Entscheidung - wie im Golfkrieg 2 ja sogar etliche arabische Staaten der US-geführten Koalition beitraten. Mit dem "Bündnisfall nach NATO-Statuten hat das jedoch nichts zu tun.



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#754

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 17.01.2011 19:46
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
17.01.2011 18:43 #50316

Im Golfkrieg 2, den Saddam mit der Okkupation Kuwaits vom Zaun gebrochen hat, schlugen etliche irakische Raketen in Israel ein - schon vergessen? Und nach der Terminologie gewisser Leute ist Israel ja so eine Art 52. Staat der USA mitsamt dominierendem Einfluss in Washington. Ausserdem hat im Golfkrieg 2 doch tatsächlich eine irakische MIG 25 ein US-Maschine abgeschossen. Auch im Golfkrieg 2 hat die irakische Armee einige US-Panzer abgeschossen.
Ob einzelne Staaten einem von den USA geführten Krieg beitreten ist deren Entscheidung - wie im Golfkrieg 2 ja sogar etliche arabische Staaten der US-geführten Koalition beitraten. Mit dem "Bündnisfall nach NATO-Statuten hat das jedoch nichts zu tun.


Das ist keine Antwort auf meine Frage!
Ich fragte, was wohl passieren wird, wenn der Iran im Verteidigungsfalls US-STÜTZPUNKTE mit Raketen angreift und US-Kriegsschiffe versenkt? Wenn solche Territorien der USA angegriffen werden, dann tritt der NATO-Bündnisfall ein, oder nicht?


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#755

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 17.01.2011 19:47
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
17.01.2011 18:37 #50314
Indogermane schrieb:
"Davon wäre logischer- und vernünftigerweise zwar auszugehen, aber wann haben sich die USA nach 1945 schon mal vernünftig und logisch verhalten? Nein, der einzige Garant für Frieden und Stabilität kann in NO/MO leider nur ein nukleares Gleichgewicht sein, wobei es wohlgemerkt nicht der Iran gewesen ist, der mit der nuklearer Aufrüstung begonnen hat.
Die einzige Möglichkeit den Iran von seinem eventuellen Vorhaben - eine OPTION zum Atomwaffenbau (die sog. "Südafrikanische Lösung") abzubringen, wären umfassende Sicherheitsgarantien verbunden mit einer nuklearen Abrüstung von zumindest Israel, Pakistan und Indien, was nachvollziehbar aber leider unrealistisch ist."
Ein wenig mehr Geschichtskenntnisse hätte ich Ihnen schon zugetraut:
Die Luftbrücke zur Versorgung Berlins war ein ausgesprochen vernünftiges, massvolles und absolut friedliches Mittel der USA, den Versuch der Sowjets, die Ergebnisse des WK II nachträglich mit Gewalt zu revidieren.
Auch das Stillhalten der USA 1956, als die Ungarn verzweifelt um Hilfe riefen, war defnitiv vernünftig - wenn auch tragisch. Das Gleiche gilt für Prag '68.
Dass die USA alle Hoffnungen gewisser Westdeutscher Politiker auf Teilhabe an den Nuklearwaffen eiskalt abgebügelt haben, halte ich ebenfalls für eine vernünftige Entscheidung.
Sie bringen die Südafrikanische Lösung ins Gespräch. Sie übersehen dabei, dass Südafrika, als es dann zu dieser Lösung kam - keiner Bedrohung ausgesetzt war, wie sie sich Israel gegenübersieht. Auch der ANC wollte ja Südafrika nicht zerstören, sondern die dort legitime Teilhabe an der Demokratie - Hamas und Hisbollah haben eindeutig andere Ziele.
Wie schön wäre es, wenn Israel nicht nur von Jordanien und Ägypten Sicherheitsgarantien bekäme, sondern möglichst gleich von allen arabischen Staaten. Ganz offensichtlich kommt das aber weder Syrien noch dem Irak in den Sinn.
Nukleares Gleichgewicht macht nur dort Sinn, wo Sie davon ausgehen können, dass die Besitzer von Nuklearwaffen rational und vernünftig damit umgehen. So war das im Kalten Krieg zwischen USA und SU. Ich traue auch Indien (dessen Bombe als Gegengewicht zu Chinas Bomben entwickelt wurde) solches rationales Verhalten zu - grössere Bedenken habe ich da im Fall Pakistan. Nur ist die pakistanische Bombe nicht gegen den Iran gerichtet.
Welcher Staat also bedroht die Existenz des Iran derart, dass nur die Bombe das Überleben des Staates sichern würde? Wenn Sie allerdings die Mullahkratie als legitime Repräsentanz des Iran sehen, dann... ja dann schon.


Na ja, wenn man Nichtstun nicht als Hilflosigkeit oder Schwäche interprätiert, sondern als "positive Handlung", dann haben Sie recht. :)

Und die Berliner Luftbrücke war verdammte PFLICHT der USA als Protegé und quasi Machthaber über Deutschland, nichts weiter.



zuletzt bearbeitet 17.01.2011 19:49 | nach oben springen

#756

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 17.01.2011 20:00
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
17.01.2011 02:19 #50203

Ich sehe zwar ein paar inkompetente Kandidaten der Reps in den USA, aber keinen, der/die in der Lage wäre, einen Krieg a la GWB anzuzetteln. Die "Erfahrungen mit den USA" sprechen eher dafür, dass die USA versuchen werden, die inneriranische Opposition zu stärken.


Den USA bleibt ja auch kaum etwas anderes übrig, und das ist gut so.


Zitat von: GeorgeF
17.01.2011 02:19 #50203

Auch McCains "Bomb Iran" bedeutete ja nicht Krieg, sondern eindeutig "Militärschlag", also selektive Bombardierung - dieinzwischen unter sämtlichen Experten als unsinnig verworfen wird.


Weil diese Experten eben genau wissen, dass eine irrsinnige "selektive Bombardierung" Irans - wie sie gewisse Neo-Clowns leider immer noch bevorzugen(!) - zwangsläufig KRIEG bedeuten würde, ebenso wie jeder noch so genau durchgeführte, von Ihnen zuvor angesprochene sog. "chirurgische Angriff" auf was auch immer in Iran von wem auch immer.


Zitat von: GeorgeF
17.01.2011 02:19 #50203

Und wenn Sie die Kurden ins Gespräch bringen: Das Problem "Kurdistan" ist etwas völlig Anderes als das Problem Hisbollah. Die Kurden wurden schon 1921 um ihre staatliche Existenz betrogen und von ihren türkischen, iranischen, syrischen und irakischen Nachbarn unterdrückt. Sie haben nicht vor, die Türkei, den Iran, Irak oder Syrien zu vernichten, sie wollen Autonomie für ihr Volk. Hisbollah hat definitiv andere Ziele.


Richtig (was die Kurden betrifft).

Die 1982 als Antwort auf die völkerrechtswidrige israelische Invasion gegründete Hisbollah Volksmiliz will die Herrschaft über Libanon (die sie defacto schon besitzen) und Freiheit und Gerechtigkeit für die palästinensischen Brüder.


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#757

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 17.01.2011 20:21
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
17.01.2011 18:18 #50310

Sie machen sich das ein wenig zu einfach. Dass unangemessene Aufrüstung verantwortungsloser Politiker stramm in die Hose gehen kann, mag Ihnen vielleicht der Fall Georgien vor Augen führen. Auch die Stellvertreterkriege während des Kalten Krieges sind solide Beweise dafür, wie sorglose Aufrüstung zu Kriegen führt - wenn solche Aufrüstungen nicht ohnein mit dem Ziel stattfanden, Krieg/Bürgerkrieg zu führen.


Massive Aufrüstung durch verbündete Staaten KANN, muß aber nicht zu Krieg führen (im Gegenteil), wozu es ebenfalls zahlreiche Beispiele in der Geschichte gibt, die auch Sie sicher kennen, z.B. die Aufrüstung Irans vor 1979 durch die ehem. verbündeten USA, die Aufrüstung Pakistans, Türkeis, der arabischen Monarchien, Ägyptens, Südkoreas, Taiwans, Japans, und die diverser Latainamerikanischer Staaten durch die USA.
Und ob eine Aufrüstung "unangemessen" ist, oder nicht, entscheiden nicht Sie oder ich, sondern hängt vom jeweiligen Betrachtungswinkel ab.
Nein, die Aufrüstung der Hisbollah und der Hamas ist nicht weniger verantwortungslos und verwerflich, als die einstige Aufrüstung der islamistischen Mudschahedin durch die USA, oder die diverser Gerilla-Gruppen und Milizen in Mittelamerika - oder etwa die Ausrüstung und Ausbildung der marxistisch-separatistischen anti-iranischen kurdisch-terroristischen PEJAK, ein PKK-Derivat, durch Israel.
http://www.politik.de/forum/aussenpoliti...29-smoking.html
http://www.globalsecurity.org/military/world/para/pjak.htm
http://www.youtube.com/watch?v=nwNLFCw8gQ4


Zitat von: GeorgeF
17.01.2011 18:18 #50310

Aber konkret zu Hisbollah: Israel hat keinerlei Gebietsansprüche an Libanon. Es hat dem Libanon auch nicht die Vernichtung angedroht. Wozu also die 10-Tausende von Raketen aus dem Iran für Hisbollah? Alles nur zur Verteidigung? Verteidigung gegenüber einem Staat, der keinerlei andere Ansprüche an Libanon hat als den, dass Libanon Leute an der Kandara hält die permanent wüste Vernichtungsdrohungen gegen Israel im Munde führen und nebenbei rechtsstaatlich verurteilte Mörder israelischer Zivilisten als Helden feiert?


Ganz genau, es ist Aufrüstung zum Zwecke der Verteidigung und gleichzeitig ABSCHRECKUNG - auf Basis der gemachten Erfahrungen aus der Vergangenheit (Libanon-Invasionen Israels)


Zitat von: GeorgeF
17.01.2011 18:18 #50310

Warum sollte Israel den Iran angreifen?


Ich nehme stark an, dass es sich hierbei lediglich um eine rhetorische Frage handelt, denn so naiv schätze ich sie nicht ein, als dass diese Frage ernst gemeint sein könnte - ganz besonders unter Berücksichtigung der Tatsache, welche Leute gerade in Israel and er Macht sind.


Zitat von: GeorgeF
17.01.2011 18:18 #50310

Stuxnet hat sich als höchst effektiv erwiesen: Kein einziger Toter oder Verletzter - nur ein paar Zentrifugen kaputt. Sie sehen an diesem Fall, dass Israel - wo immer möglich - durchaus humanitäre Methoden bevorzugt.

Wer sagt denn, dass Stuxnet ein israelisches Produkt ist? Wissen Sie etwa Genaueres darüber? Es könnte durchaus ein Werk der USA und/oder der iranischen Opposition gewesen sein, was ich bevorzugen würde. Außerdem halten sich die Schäden in Grenzen, oder warum erwägt Netanjahu dennoch einen Angriff auf Iran (siehe die gestern von mir verlinkte Quelle zu diesem Thema)?



zuletzt bearbeitet 17.01.2011 20:25 | nach oben springen

#758

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 17.01.2011 20:48
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
16.01.2011 23:52 #50187

Ich sage es noch einmal: Ich bin kein Anhänger Netanjahus. Ihn als Psychopathen einzustufen, halte ich dennoch für kurzsichtig und weng hilfreich.

"Kurzsichtig und wenig hilfreich" bis kontraproduktiv für die Diskussion ist, wenn Du Netanjahus Gefährlichkeit auf Basis seiner irrationalen Paranioa gegenüber Iran, sein Rassismus und seine Aggressivität und Irrationalität, die selbst vielen Israelis zuwider ist, weiter ignoriern.

Zitat

Atomprogramm:
12.01.2011
"Israel – Gewaltandrohung soll Iran einschüchtern"

"Benjamin Netanjahu fürchtet sich vor der iranischen Atombombe und plädiert für harte Maßnahmen. Experten sehen die Gefahr weniger dramatisch."
http://www.welt.de/politik/ausland/artic...chuechtern.html




Zitat von: GeorgeF
16.01.2011 23:52 #50187

Und dass seitens der iranischen Führung mehrfach Vernichtingsdrohungen gegenüber Israel geäussert wurden, steht wohl auch ausser Zweifel - auch die "Übersetzungsfehler" ändern nichts an der klaren Absicht.
Eingabe]


Es gibt keine solche "klare Absicht". Diejenigen die eine solche "klare Absicht" erkennen wollen, sind der israelischen Regierungspropaganda auf den Leim gegangen und verhalten sich, indem sie daran glauben und diesem Glauben verbreiten und auf diese Weise Panik schüren, ausgeprochen verantwortungslos.


Zitat von: GeorgeF
16.01.2011 23:52 #50187

Deutlicher äussert sich noch Hisbollah, die für den Libanon anlässlich des Austrittes ihrer Minister aus der libanesischen Regierung einen eindeutig antiisraelischen und anti-USA Ministerpräsidenten gefordert hat. Und die wird noch Iran fleissig aufgerüstet. Es ist das Mullah-Regime, das mit dem Feuer spielt!


Mag sein, dass die Hisbollah-Miliz, die von einigen überschätzt wird, das "zionistische Regime" vernichten will. Kann sie aber nicht, von daher irrelevant.


Zitat von: GeorgeF
16.01.2011 23:52 #50187

Belege für Netanjahus Paranoia hast Du nicht beigebracht, lehnst das ab, da angeblich müssig - kein gutes Argument, klingt eher nach Ausweichen.


Nenne es polemischerweise meinetwegen "ausweichen", ich nenne es einfach nur müssig. Genauso müssig bzw. überflüssig, wie für Ahmadis Radikalität und psychische Störungen Belege liefern zu wollen.

Mit der obigen Quelle habe ich dennoch einen hinreichenden Beleg zu Netanjahus Paranoia und der daraus resultierenden Gefärhlichkeit geliefert. Im übrigen empfehle ich Dir - negen zahlreiche Artikel im Internet, die man recherchieren bzw. nachgoogeln kann, hierzu auch den "Spiegel, Nr. 26, 22.06.2009, Seiten 104 - 107, "Das Duell der Auserwählten", Essay von Erich Follath über die Persönlichkeiten, Geisteshaltungen und Gemeinsamkeiten von Natanjahu und Ahmadinedschad.



zuletzt bearbeitet 17.01.2011 20:52 | nach oben springen

#759

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 00:09
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: Indogermane_HS
17.01.2011 19:46 #50331


Das ist keine Antwort auf meine Frage!
Ich fragte, was wohl passieren wird, wenn der Iran im Verteidigungsfalls US-STÜTZPUNKTE mit Raketen angreift und US-Kriegsschiffe versenkt? Wenn solche Territorien der USA angegriffen werden, dann tritt der NATO-Bündnisfall ein, oder nicht?


Gute Güte! Ich schreib es nochmal: Wenn die USA beschliesst, einen Krieg gegen irgendein Land zu führen, dieses sich dann mit Angriffen auf US-Kriegsschiffe, Basen etc. wehrt, begründet dies NICHT den Verteidigungsfall nach NATO-Statut. Dies greift nur dann, wenn ein NATO-Mitglied angegriffen wird. Ist das so schwer zu versstehen?



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#760

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 00:21
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: Indogermane_HS
17.01.2011 19:47 #50332


Na ja, wenn man Nichtstun nicht als Hilflosigkeit oder Schwäche interprätiert, sondern als "positive Handlung", dann haben Sie recht. :)

Und die Berliner Luftbrücke war verdammte PFLICHT der USA als Protegé und quasi Machthaber über Deutschland, nichts weiter.

Sie haben eine etwas leichtfertige Sicht auf die Situationen damals. Es war die Rote Armee, die die Zugänge nach Berlin sperrte. Und da gab es verschiedene Möglichkeiten zu reagieren: Klein beizugeben, mit militärischen Mitteln den Zugang nach Berlin erzwingen (nur die USA besasen damals einsatzfähige Atomwaffen) - oder eben Berlin aus der Luft zu versorgen - wobei auch das Risiko bestand, dass die SU ein paar Transportmaschinen abschiesst, zB wegen "Verletzung der Luftkorridore". Sie können es drehen und wenden wi Sie wollen, die Luftbrücke war eine kluge und verantwortungsvolle Reaktion der USA auf den Versuch der SU, Berlin abzuwürgen.
Tja, Zurückhaltung ist oftmals durchaus eine positive und vernünftige Haltung. Ganz im Gegensatz zum blinden Aktionismus. Sie machen sich nicht klar, was der Kalte Krieg bedeutete: Es war ein Gleichgewicht der Ratio, zynisch, aber effizient. Sie mögen sich darüber amüsieren, realiter war das allerdings Nichts zum amüsieren.



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#761

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 00:40
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte

Indogermane schrieb:
"Massive Aufrüstung durch verbündete Staaten KANN, muß aber nicht zu Krieg führen (im Gegenteil), wozu es ebenfalls zahlreiche Beispiele in der Geschichte gibt, die auch Sie sicher kennen, z.B. die Aufrüstung Irans vor 1979 durch die ehem. verbündeten USA, die Aufrüstung Pakistans, Türkeis, der arabischen Monarchien, Ägyptens, Südkoreas, Taiwans, Japans, und die diverser Latainamerikanischer Staaten durch die USA.
Und ob eine Aufrüstung "unangemessen" ist, oder nicht, entscheiden nicht Sie oder ich, sondern hängt vom jeweiligen Betrachtungswinkel ab.
Nein, die Aufrüstung der Hisbollah und der Hamas ist nicht weniger verantwortungslos und verwerflich, als die einstige Aufrüstung der islamistischen Mudschahedin durch die USA, oder die diverser Gerilla-Gruppen und Milizen in Mittelamerika - oder etwa die Ausrüstung und Ausbildung der marxistisch-separatistischen anti-iranischen kurdisch-terroristischen PEJAK, ein PKK-Derivat, durch Israel."

Wen haben denn die von Ihnen genennten und von den USA aufgerüsteten Staaten angegriffen? Iran? (der Shah hatte nebenbei auch fleissig in der UdSSR eingekauft). Pakistan? Die Türkei? Die Arabischen Monarchien, Ägypten?, Süd-Korea? Taiwan? Japan? Keines dieser Lander hat meines Wissens nach einen Angriffskrieg geführt - ausser Ägypten 1973 - dank sowjetischer Aufrüstung. Die Dinge in Lateinamerika wollen wir mal aussen vor lassen, sie sind komplizierter, als dass man sie so einfach abtun könnte - abgesehen davon, dass auch dort die Aufrüstung nicht zu Kriegen mit den Nachbarländern , sondern mit internen Konflikten zu tun hatten.
Über die Aufrüstung der anti-sowjetischen Mudjaheddin mag man denken wie man will, aber hätten Sie sich seinerzeit vorstellen können, dass daraus eine Bande durchgeknallter Islamisten erwächst? Ja? Haben Sie das gewusst? Oder war Ihnen vielleicht doch die Befreiung Afghanistans von der gnadenlosen und mörderische Besatzung durch die Sowjets wichtiger?
Sie schreiben von der aus Ihrer Sicht unvernünftigen Politik der USA seit 1945. Was hat das urdenproblem damit zu tun? Wie verträgt sich eigentlich Ihre Verurteilung des Mullah-Regimes im Iran mit der Verurteilung der berechtigten Autonomiebestrebungen der iranischen Kurden?



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#762

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 00:51
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte

Indogermane schrieb:
"Die 1982 als Antwort auf die völkerrechtswidrige israelische Invasion gegründete Hisbollah Volksmiliz will die Herrschaft über Libanon (die sie defacto schon besitzen) und Freiheit und Gerechtigkeit für die palästinensischen Brüder."

Ich kriege immer schon die Krise, wenn ich "Volk" im Zusammenhang mit terroristischen Vereinigungen höre. Und Hisbollah hat zum Glück noch nicht die Herrschaft über den Libanon. Von der arabisch-islamichen Brüderlichkeit halte ich angesichts der arabisch-islamischen gegenseitigen Selbstzerfleischung auch nicht besonders viel. Die diversen arabisch-islamischen Despoten sind ja auch kein Zeichen für Brüderlichkeit im Umgang miteinander.



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#763

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 10:40
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
18.01.2011 00:09 #50416

Gute Güte! Ich schreib es nochmal: Wenn die USA beschliesst, einen Krieg gegen irgendein Land zu führen, dieses sich dann mit Angriffen auf US-Kriegsschiffe, Basen etc. wehrt, begründet dies NICHT den Verteidigungsfall nach NATO-Statut. Dies greift nur dann, wenn ein NATO-Mitglied angegriffen wird. Ist das so schwer zu versstehen?


Drücken Sie sich halt von Anfang an verständlich aus und vergleichen nicht Äpfel mit Birnen, dann klappt das auch mit der Verständigung. Sie haben auf meine Frage hin angefangen von "abgeschossene US-Panzer" und einem "Abschuss durch eine irakische MIG-25" geschwafelt (allesamt stattgefunden auf irakischem Territorium, wohlgemerkt)!


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#764

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 11:04
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
18.01.2011 00:21 #50421

Sie haben eine etwas leichtfertige Sicht auf die Situationen damals. Es war die Rote Armee, die die Zugänge nach Berlin sperrte. Und da gab es verschiedene Möglichkeiten zu reagieren: Klein beizugeben, mit militärischen Mitteln den Zugang nach Berlin erzwingen (nur die USA besasen damals einsatzfähige Atomwaffen) - oder eben Berlin aus der Luft zu versorgen - wobei auch das Risiko bestand, dass die SU ein paar Transportmaschinen abschiesst, zB wegen "Verletzung der Luftkorridore". Sie können es drehen und wenden wi Sie wollen, die Luftbrücke war eine kluge und verantwortungsvolle Reaktion der USA auf den Versuch der SU, Berlin abzuwürgen.
Tja, Zurückhaltung ist oftmals durchaus eine positive und vernünftige Haltung. Ganz im Gegensatz zum blinden Aktionismus. Sie machen sich nicht klar, was der Kalte Krieg bedeutete: Es war ein Gleichgewicht der Ratio, zynisch, aber effizient. Sie mögen sich darüber amüsieren, realiter war das allerdings Nichts zum amüsieren.


Ich weiß. Trotzdem war es die verdammte Pflicht der USA Deutschland (nicht ganz uneigennützig) vor den Sowjets zu beschützen und den eingeschlossenen Hauptstädtern (ebenfalls nicht ganz uneigennützig) humanitäre Hilfe zu leisten.

Und natürlich ist Zurückhaltung oftmals angebracht und vernünftig.
Leider überwiegen nach 1945 aber ganz klar die aktionistischen Handlungen der USA, die durch die ein oder zwei Fälle, in denen die USA in Wahrheit verunsichert waren und NICHT WUSSTEN, wie sie handeln sollen, nicht relativiert werden, wie Sie uns offensichtlich suggerieren wollen. Ihre Äußerungen/Ansichten als Ex-NATO-Offizier sind gleichzusetzten mit einer Verharmlosung der kontraproduktiven, aktionistischen US-Außenpolitik, die bereits für mehrere Kriege mit zig tausend Toten und bis heute irreparablen Schäden für die westliche Außenpolitik inklusive Taliban und Al-Kaida verantwortlich zeichnet, kombiniert mit einer überholten "Kalter Krieg" Schwarz/Weiß-Denkweise!



zuletzt bearbeitet 18.01.2011 11:06 | nach oben springen

#765

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 13:27
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: Indogermane_HS
18.01.2011 11:04 #50450


Ich weiß. Trotzdem war es die verdammte Pflicht der USA Deutschland (nicht ganz uneigennützig) vor den Sowjets zu beschützen und den eingeschlossenen Hauptstädtern (ebenfalls nicht ganz uneigennützig) humanitäre Hilfe zu leisten.

Und natürlich ist Zurückhaltung oftmals angebracht und vernünftig.
Leider überwiegen nach 1945 aber ganz klar die aktionistischen Handlungen der USA, die durch die ein oder zwei Fälle, in denen die USA in Wahrheit verunsichert waren und NICHT WUSSTEN, wie sie handeln sollen, nicht relativiert werden, wie Sie uns offensichtlich suggerieren wollen. Ihre Äußerungen/Ansichten als Ex-NATO-Offizier sind gleichzusetzten mit einer Verharmlosung der kontraproduktiven, aktionistischen US-Außenpolitik, die bereits für mehrere Kriege mit zig tausend Toten und bis heute irreparablen Schäden für die westliche Außenpolitik inklusive Taliban und Al-Kaida verantwortlich zeichnet, kombiniert mit einer überholten "Kalter Krieg" Schwarz/Weiß-Denkweise!

Natürlich war es nicht völlig uneigennützig seitens der USA, Berlin mit einer noch nie dagewesenen Luftbrücke am Leben zu halten. Es ging schliesslich darum, den Sowjets zu demonstrieren, dass man nicht mehr bereit war, weitere Expansionen der SU zu dulden so wie die SU unter Missachtung sämtlicher Vereinbarungen und des Willens der Völker Polens, Ungarns,.. dann zuletzt in der CSSR (1947) kommunistische Diktaturen errichtet hatte. Um so mehr war die Luftbrücke eine kluge und vernünftige Massnahme der USA (und der Briten). Sie sollten sich auch daran erinnern, wie das Bild Deutschlands so kurz nach Ende des Krieges in der gesamten Welt war.
Wenn ich Sie nach Ihrer Behauptung einer "seit 1945 unvernünftigen Politik der USA" darauf aufmerksam mache, dass die USA keineswegs nur unvernünftig gehandelt haben, so sollte das keineswegs dazu dienen, hier ein "Schwarz-Weiss-Bild" zu malen - das genaue Gegenteil ist der Fall: Sie sollten sich eben darum bemühen, die Politik der USA nicht pauschal als unvernünftig zu verurteilen (das ist Schwarz-Weiss-Malerei), sondern etwas differenzierter zu betrachten. Aus meiner a.a.O. konsequenten Verurteilung des Golfkrieg 3 sollte Ihnen bekannt sein, dass ich keineswegs ein blinder Verteidiger jeglicher Politik der USA bin.
Es gibt kaum einen Staat auf dieser Erde, der ständig Alles richtig gemacht hätte.
Übrigens war auch der Kalte Krieg nicht allein durch primitive Schwarz-Weiss-Denke geprägt.



zuletzt bearbeitet 18.01.2011 13:29 | nach oben springen

#766

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 14:28
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte

Indogermane verlinkte dies:
http://www.politik.de/forum/aussenpoliti...29-smoking.html
http://www.globalsecurity.org/military/world/para/pjak.htm
http://www.youtube.com/watch?v=nwNLFCw8gQ4

Inzwischen habe ich mir die Links angesehen und subsummiere: Ein Haufen Vermutungen, viel "ich habe vonA gehört, dass B behauptet hat...", jedoch keinerlei Beweise. Und nur mal so als Randbemerkung zur Qualität: Der als "Yigal" vorgestellte "Israeli" (Gesicht unkenntlich) spricht ein derart eindeutiges Britisch-Englisch, dass e SO kaum als Israeli durchgeht.



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#767

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 14:55
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
18.01.2011 00:40 #50425

Wen haben denn die von Ihnen genennten und von den USA aufgerüsteten Staaten angegriffen?
Iran? Pakistan? Die Türkei? Die Arabischen Monarchien, Ägypten?, Süd-Korea? Taiwan? Japan? Keines dieser Lander hat meines Wissens nach einen Angriffskrieg geführt - ausser Ägypten 1973 - dank sowjetischer Aufrüstung.


Eben! Es ging mir bei der Benennung dieser Staaten darum, Fall-Beispiele dafür aufzuführen, dass Aufrüstung von sich in Konflikt mit ihren Nachbarländern befindlichen Staaten nicht zwangsläufig zu Krieg führen muß, sondern sogar kriegsverhindernd sein kann.
Jedenfalls wird die von Iran aufgerüstete Hisbollah, die Sie scheinbar so besorgt, keinen Krieg gegen Israel beginnen, denn das wäre Selbstmord. Die Waffen in der Hand der Hisbollah haben somit logischwerweise abschreckungscharakter und sollen für den Verteidigungsfall sicherstellen, dass die Hisbollah nicht vernichtet wird.


Zitat von: GeorgeF
18.01.2011 00:40 #50425

Iran? (der Shah hatte nebenbei auch fleissig in der UdSSR eingekauft).

"Fleissig in der UDSSR eingekauft"? Jetzt übertreiben Sie. Das waren lediglich einige LKWs und v.a. gepanzerte Mannschaftstransportwagen, da diese viel besser als ihre westlichen Gegenstücke gewesen sind. Alle anderen eingekauften Waffensysteme waren Ursprung USA und GB.


Zitat von: GeorgeF
18.01.2011 00:40 #50425

Über die Aufrüstung der anti-sowjetischen Mudjaheddin mag man denken wie man will, aber hätten Sie sich seinerzeit vorstellen können, dass daraus eine Bande durchgeknallter Islamisten erwächst? Ja? Haben Sie das gewusst?


Ja, natürlich! Jeder der gewisse Eigenheiten der zusammengewürfelten Mudjaheddin bzw. der afghanischen Stämme und ihre Beziehung zueinander kennt, indem er sich mit Land, Leute und Kultur auseinandergesetzt hat, hätte darauf kommen können - nein, kommen müssen - dass das Land nach Abzug der S.U. in Chaos und Bürgerkrieg fallen würde. Daher wurden die in Afhanistan und Pakistan ansässigen pakistan-freundlichen Pashtunen in den Medressen Pakistans vom pakistanischen Geheimdienst und mit Wissen der CIA zu Islamisten "herangezüchtet" und schwer bewaffnet in den Bürgerkrieg geschickt, um sich mit deren Hilfe die Kontrolle über Afghanistan zu sichern. Die USA haben dummerweise aber nicht damit gerechnet, dass sich das Blatt schnell gegen sie selbst wenden kann ...! Wahrscheinlich haben Sie auch schon vergessen, dass Osama Bin-Laden in den USA einst ein gern gesehener Gast gewesen ist.


Zitat von: GeorgeF
18.01.2011 00:40 #50425

Oder war Ihnen vielleicht doch die Befreiung Afghanistans von der gnadenlosen und mörderische Besatzung durch die Sowjets wichtiger?


Wieso sollte mir das wichtiger gewesen sein? Saß ich damals etwa in der US-Regierung, oder war ein hohes Tier bei der NATO? Ich war anfänglich - bis die Greuel der Besatzer zu Tage kamen - sogar ein Befürworter der sowjetischen Unterstützung der in Bedrängnis geratenen sozialistischen afghanischen Regierung, die die Afghanen endlich zivilisieren und ihr Fortschritt und soziales Wohl bringen wollte.


Zitat von: GeorgeF
18.01.2011 00:40 #50425

Sie schreiben von der aus Ihrer Sicht unvernünftigen Politik der USA seit 1945. Was hat das urdenproblem damit zu tun? Wie verträgt sich eigentlich Ihre Verurteilung des Mullah-Regimes im Iran mit der Verurteilung der berechtigten Autonomiebestrebungen der iranischen Kurden?


Moment mal: Das "Kurdenproblem" hat damit natürlich gar nichts zu tun. Ich habe das "Kurdenproblem" gar nicht angesprochen, bzw. Ihnen bezüglich Ihrer Antwort an RagnarLodbrok sogar recht gegeben.
Ich habe in Zusammenhang mit einer kurdischen Minderheit, die kaum Anhängerschaft besitzt - nämlich den marxistisch-terroristischen PEJAK - aber kritisiert (und mit Quellen verlinkt), dass Israel diese anti-iranischen separatistischen Terroristen in ihrem bewaffneten Kampf gegen Iran unterstützt, indem sie diese ausrüstet, finanziert und ausbildet! Und jetzt kommen Sie noch einmal mit der Hisbollah ...!



zuletzt bearbeitet 18.01.2011 14:58 | nach oben springen

#768

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 15:11
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
18.01.2011 14:28 #50522
Indogermane verlinkte dies:
http://www.politik.de/forum/aussenpoliti...29-smoking.html
http://www.globalsecurity.org/military/world/para/pjak.htm
http://www.youtube.com/watch?v=nwNLFCw8gQ4

Inzwischen habe ich mir die Links angesehen und subsummiere: Ein Haufen Vermutungen, viel "ich habe vonA gehört, dass B behauptet hat...", jedoch keinerlei Beweise. Und nur mal so als Randbemerkung zur Qualität: Der als "Yigal" vorgestellte "Israeli" (Gesicht unkenntlich) spricht ein derart eindeutiges Britisch-Englisch, dass e SO kaum als Israeli durchgeht.


War mir schon klar, dass Sie (und evtl. noch ein, zwei andere hier) die Augen und Ohren vor für Sie als stets unkritischer Freund Israels und der USA so unangenehme Fakten verschliessen und davon möglichst nichts wissen wollen... Sie

Zitat

"Suspicion Growing About Possible Link between outlawed Kurdistan Workers’ Party (PKK) and Israel"

[...]
"Laçiner goes further in saying that major terrorist incidents by the PKK that have taken place in big cities bear the footprint of Israel. “These terrorist were trained by Israeli intelligence officers on how to best penetrate cities,” he said, stressing that the Israeli government is not comfortable with the ruling AK Party in Turkey. “They want to portray the Turkish government as very much like the radical Hamas organization in the eyes of world public opinion. The PKK is a mere contractor for Israel to serve that purpose,” he explained.

In an article that appeared in The New Yorker in 2006, US investigative journalist Seymour Hersh wrote that Israel and the US have been “working together in support of a Kurdish resistance group known as the Party for Free Life in Kurdistan.” Then, quoting a government consultant with close ties to the Pentagon’s civilian leadership, Hersh asserted that this was “part of an effort to explore alternative means of applying pressure on Iran.”

Hersh, a Pulitzer Prize winner, wrote two years later in another article that the CIA and the US Special Operations communities also have long-standing ties to two dissident groups in Iran: the Mujahideen-e-Khalq (MEK) and the Party for a Free Life in Kurdistan (PJAK), a Kurdish separatist group."
[...]
http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=20482


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#769

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 15:16
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte

Indogermane schrieb:
"Jedenfalls wird die von Iran aufgerüstete Hisbollah, die Sie scheinbar so besorgt, keinen Krieg gegen Israel beginnen, denn das wäre Selbstmord. Die Waffen in der Hand der Hisbollah haben somit logischwerweise abschreckungscharakter und sollen für den Verteidigungsfall sicherstellen, dass die Hisbollah nicht vernichtet wird."

1.: Zur Landesverteidigung hat der Libanon eine reguläre Armee.
2.: Israel hat keinerlei Gebietsansprüche an Libanon.
3.: Der Einmarsch der Israelis im Libanon erfolgte 1982 ebenso wie 2006 als Reaktion auf terroristische Angriffe auf Israel durch irreguläre "Kämpfer".

Konsequenz: Gibt es keine Terroristen im Südlibanon, gibt es auch keine Gefahr eines israelischen Einmarsches. Zu was also hortet Hisbollah 10-Tausende von Raketen im Südlibanon? "Verteidigung" kann es ja wohl kaum sein - sagt mir der schlichte Menschenverstand.



zuletzt bearbeitet 18.01.2011 15:16 | nach oben springen

#770

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 15:26
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte

Indogermane schrieb:
"Wieso sollte mir das wichtiger gewesen sein? Saß ich damals etwa in der US-Regierung, oder war ein hohes Tier bei der NATO? Ich war anfänglich - bis die Greuel der Besatzer zu Tage kamen - sogar ein Befürworter der sowjetischen Unterstützung der in Bedrängnis geratenen sozialistischen afghanischen Regierung, die die Afghanen endlich zivilisieren und ihr Fortschritt und soziales Wohl bringen wollte."

Ja, die linke - nicht durch demokratisce Wahlen, sondern per Putsch an die Macht gekommene - Regierung Afghanistans hatte wohl begriffen, dass die alleinige Ausrichtung an der SU angesichts des Widerstandes, auf den sie bei breiten Massen stiess, ein Fehler gewesen war. Also wurde erkennbar, dass sie sich aus dieser Sackgasse befreien wollten. Sie gerieten genauso wie die Reformer in Prag '68 lt. Breshnjew-Doktrin "in Bedrängnis" - Vorwand für die Okkupation und Ermordung der Regierung....
Ich warübrigens kurz vorher in Afghanistan und habe Land und Leute als ausserordentlich friedlich, höflich, selbstbewusst und zivilisiert erlebt. Zumindest die urbane Oberschicht war durchaus fortschrittlich gesonnen - viele von denen hatten in West- oder Osteuropa oder den USA studiert. Ansonsten war das Land bettelarm, jedoch mit funktionierenden, wenn auch extrem clanverhafteten sozialen Strukturen. Und last but not least: AFG entzog sich erfolgreich sowohl westlichen wie östlichen Machtansprüchen.



zuletzt bearbeitet 18.01.2011 15:28 | nach oben springen

#771

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 15:31
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte

Mehr als "Suspicions" können Sie zu der angeblichen Unterstützung kurdischer Terroristen durch Israel auch hier ncht anbringen.



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#772

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 15:37
von trocadero (gelöscht)
avatar


Zitat von: GeorgeF
18.01.2011 15:31 #50544
Mehr als "Suspicions" können Sie zu der angeblichen Unterstützung kurdischer Terroristen durch Israel auch hier ncht anbringen.


Werter GeorgeF,
Indo unterlässt es zu erwähnen, dass es auch eine andere "Suspicion" gibt:
Öcalan ist offensichtlich in einer gemeinsamen Aktion mit dem Mossad verhaftet worden.

"In Israel zeigt man sich besorgt über die langfristigen Auswirkungen der Entführung des kurdischen Untergrundführers Abdullah Öcalan. Vor allem nach wiederholten Meldungen, der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad sei an dessen Entführung aus Kenia beteiligt gewesen."
http://www.welt.de/print-welt/article568...des_Mossad.html

Wenn so, dann würden sich diese "suspicions" diametral widersprechen.


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#773

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 16:12
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: trocadero
18.01.2011 15:37 #50547


Werter GeorgeF,
Indo unterlässt es zu erwähnen, dass es auch eine andere "Suspicion" gibt:
Öcalan ist offensichtlich in einer gemeinsamen Aktion mit dem Mossad verhaftet worden.

"In Israel zeigt man sich besorgt über die langfristigen Auswirkungen der Entführung des kurdischen Untergrundführers Abdullah Öcalan. Vor allem nach wiederholten Meldungen, der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad sei an dessen Entführung aus Kenia beteiligt gewesen."
http://www.welt.de/print-welt/article568...des_Mossad.html

Wenn so, dann würden sich diese "suspicions" diametral widersprechen.


Mir scheint, dass solche Widersprüche völlig uninteressant sind - Hauptsache, Israel ist "mal wieder" in finstere Machenschaften verwickelt.
In diesem Sinne und literarisch hochwertiger:
"Das ist der Fluch der bösen Tat,
dass sie fortzeugend mit sich selbst
immer neue Übel schafft"
(Schiller - und der kann sich ja nicht irren - oder wehren....)



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#774

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 20:12
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
18.01.2011 15:31 #50544
Mehr als "Suspicions" können Sie zu der angeblichen Unterstützung kurdischer Terroristen durch Israel auch hier ncht anbringen.


Gleich nach "suspicions" steht allerdings GROWING und die Gründe (Indizien) hierfür werden im Text genannt...
Übersehen? Ich denke eher: nich_wahr_haben_wollen trifft es eher, so wie bei troca.


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#775

RE: Iran: "Terroristischer Mossad-Ring zerschlagen"

in Politik 18.01.2011 20:44
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: trocadero
18.01.2011 15:37 #50547


Werter GeorgeF,
Indo unterlässt es zu erwähnen, dass es auch eine andere "Suspicion" gibt:
Öcalan ist offensichtlich in einer gemeinsamen Aktion mit dem Mossad verhaftet worden.

"In Israel zeigt man sich besorgt über die langfristigen Auswirkungen der Entführung des kurdischen Untergrundführers Abdullah Öcalan. Vor allem nach wiederholten Meldungen, der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad sei an dessen Entführung aus Kenia beteiligt gewesen."
http://www.welt.de/print-welt/article568...des_Mossad.html

Wenn so, dann würden sich diese "suspicions" diametral widersprechen.



Nein, sie würden sich eben nicht widersprechen, weder diametral, noch sonstwie:
Damals (1999) gab es eben noch keinen "Plan B" gegen den Iran, und außerdem waren Türkei und Israel damals noch Freunde.
Die einstige Verhaftung des Führers der anti-türkischen PKK unter Mitwirken des Mossad kann keinesfalls als Argument oder gar Beleg dafür herhalten, dass Israel und USA (und laut einem "Monitor"-Bericht indirekt zweitweise auch Deutschland!) die anti-iranische PEJAK, die andere Ziele als Ihre Schwesterpartei PKK verfolgt, seit einigen Jahren NICHT unterstützt. Solche Schlussfolgerungen wären nur lächerlich.

Nein, auch Nebelkerzen können die Verbindung Israel-PEJAK nicht vertuschen. Die stetig wachsende Anzahl an Indizien (siehe verlinkten Artikel "growing suspicions..." einer renomierten seriösen Quelle) sprechen eindeutig für sich. Für einige wenige zwar unangenehm, aber wahr.



zuletzt bearbeitet 18.01.2011 20:45 | nach oben springen

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