#26

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 10:56
von ghassan | 1.770 Beiträge | 11979 Punkte

@Landegaard
Wir werden alle sterben.

Und die Argumentation, dass bei behobenem Mangel die Kriminalität sinke, gilt für den gleichen Spahn nicht wenn es z. B. um die Legalisierung von weichen Drogen geht.
Ist auch nur ein vorgeschobes Argument, da dies beinhaltet, dass jetzt im Moment des Mangels der Organhandel kriminell strukturiert ist.
Da aber alle Organspenden in D. über die DSO organisiert werden wären dort auch die Kriminellen zu verorten und genau diese Organisation wird auch zukünftig alle Spenden koordinieren.
Also kurz gesagt, wenn heute Kriminelle am Organhandel profitieren werden es zukünftig die gleichen sein.
Oder anders gesagt.
Es wäre dann so als würde man Heroindealer dadurch bekämpfen in dem man ihnen Stoff in größeren Mengen zur Verfügung stellt um den Preis zu senken und sie damit zur Aufgabe ihres Geschäftmodells zu bewegen.


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zuletzt bearbeitet 02.04.2019 10:58 | nach oben springen

#27

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 11:00
von nahal | 19.391 Beiträge | 26555 Punkte

Zitat von nahal im Beitrag #25
Zitat von Maga-neu im Beitrag #24
Zwei Aspekte:

1. Der Gen-Check für Embryonen im Mutterleib. Ist ganz klar ethisch verwerflich, wenn man weiß, wie viele Kinder mit Trisomie 21 danach abgetrieben werden.

2. Die Widerspruchslösung: Ist nicht so eindeutig. Dem Wunsch, Menschenleben zu retten, steht hier ein Menschenbild gegenüber, das den Menschen eventuell als "Ersatzteillager" ansieht. Insofern kann ich den Einwand von Corto nachvollziehen. Ich halte die Widerspruchslösung für falsch, wäre aber dafür, wie Annalena Baerbock vorschlug - ich lehne nicht alles ab, was von Grünen kommt -, die Bürger bei der Personalausweisverlängerung zu fragen, wie sie es mit der Organspende halten, ob sie Spender sein möchten oder nicht.


Es ist eine Abwägung, man kann das kaum als "falsch" oder "richtig" betrachten.
Jeder hat das Recht auf eine eigene Einschätzung.
Ich sehe das so:
Es ist eine Abwägung zwischen zwei moralischen Imperativen:
- Das Recht, alles was möglich ist zu tun, um Leben zu retten
- Das Recht auf körperliche Unversehrtheit über den Tod hinaus

ICH sehe das Recht Leben zu retten als wichtiger, fast als eine Pflicht.



Und Kant lässt grüßen.


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#28

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 11:06
von Maga-neu | 23.225 Beiträge | 66755 Punkte

Zitat von nahal im Beitrag #25
Zitat von Maga-neu im Beitrag #24
Zwei Aspekte:

1. Der Gen-Check für Embryonen im Mutterleib. Ist ganz klar ethisch verwerflich, wenn man weiß, wie viele Kinder mit Trisomie 21 danach abgetrieben werden.

2. Die Widerspruchslösung: Ist nicht so eindeutig. Dem Wunsch, Menschenleben zu retten, steht hier ein Menschenbild gegenüber, das den Menschen eventuell als "Ersatzteillager" ansieht. Insofern kann ich den Einwand von Corto nachvollziehen. Ich halte die Widerspruchslösung für falsch, wäre aber dafür, wie Annalena Baerbock vorschlug - ich lehne nicht alles ab, was von Grünen kommt -, die Bürger bei der Personalausweisverlängerung zu fragen, wie sie es mit der Organspende halten, ob sie Spender sein möchten oder nicht.


Es ist eine Abwägung, man kann das kaum als "falsch" oder "richtig" betrachten.
Jeder hat das Recht auf eine eigene Einschätzung.
Ich sehe das so:
Es ist eine Abwägung zwischen zwei moralischen Imperativen:
- Das Recht, alles was möglich ist zu tun, um Leben zu retten
- Das Recht auf körperliche Unversehrtheit über den Tod hinaus

ICH sehe das Recht Leben zu retten als wichtiger, fast als eine Pflicht.
Vielleicht. Aber wenn, dann ist es trotzdem eine individuelle Entscheidung, keine, die der - sowieso immer stärker in das Leben der Bürger eingreifende - Staat für mich treffen kann.


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#29

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 11:10
von nahal | 19.391 Beiträge | 26555 Punkte

Zitat von Maga-neu im Beitrag #28
Zitat von nahal im Beitrag #25
Zitat von Maga-neu im Beitrag #24
Zwei Aspekte:

1. Der Gen-Check für Embryonen im Mutterleib. Ist ganz klar ethisch verwerflich, wenn man weiß, wie viele Kinder mit Trisomie 21 danach abgetrieben werden.

2. Die Widerspruchslösung: Ist nicht so eindeutig. Dem Wunsch, Menschenleben zu retten, steht hier ein Menschenbild gegenüber, das den Menschen eventuell als "Ersatzteillager" ansieht. Insofern kann ich den Einwand von Corto nachvollziehen. Ich halte die Widerspruchslösung für falsch, wäre aber dafür, wie Annalena Baerbock vorschlug - ich lehne nicht alles ab, was von Grünen kommt -, die Bürger bei der Personalausweisverlängerung zu fragen, wie sie es mit der Organspende halten, ob sie Spender sein möchten oder nicht.


Es ist eine Abwägung, man kann das kaum als "falsch" oder "richtig" betrachten.
Jeder hat das Recht auf eine eigene Einschätzung.
Ich sehe das so:
Es ist eine Abwägung zwischen zwei moralischen Imperativen:
- Das Recht, alles was möglich ist zu tun, um Leben zu retten
- Das Recht auf körperliche Unversehrtheit über den Tod hinaus

ICH sehe das Recht Leben zu retten als wichtiger, fast als eine Pflicht.
Vielleicht. Aber wenn, dann ist es trotzdem eine individuelle Entscheidung, keine, die der - sowieso immer stärker in das Leben der Bürger eingreifende - Staat für mich treffen kann.


Mit dieser neuen Regelung tangiert das Gesetz nicht die individuelle Entscheidung eines Jeden.


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#30

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 11:10
von ghassan | 1.770 Beiträge | 11979 Punkte

@nahal
Zu Kants Zeiten galten die heutigen Spender als noch lebend.
Erst durch die wissenschaftliche Errungenschaft 'Transplantation' wurde der Status des Tods im Sinne des dadurch entstandenen Organhandels angepasst.


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#31

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 11:14
von nahal | 19.391 Beiträge | 26555 Punkte

Zitat von ghassan im Beitrag #30
@nahal
Zu Kants Zeiten galten die heutigen Spender als noch lebend.
Erst durch die wissenschaftliche Errungenschaft 'Transplantation' wurde der Status des Tods im Sinne des dadurch entstandenen Organhandels angepasst.

Der kategorische Imperativ gilt auch heute.
Auf beiden Seiten.

"„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde"

Mal ist man von einem Transplant abhängig und man entscheidet sich soooo...
Mal ist man Tod..........und bleibt Tod.


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#32

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 12:32
von Leto_II. | 21.350 Beiträge | 36633 Punkte

Zitat von nahal im Beitrag #31
Zitat von ghassan im Beitrag #30
@nahal
Zu Kants Zeiten galten die heutigen Spender als noch lebend.
Erst durch die wissenschaftliche Errungenschaft 'Transplantation' wurde der Status des Tods im Sinne des dadurch entstandenen Organhandels angepasst.

Der kategorische Imperativ gilt auch heute.
Auf beiden Seiten.

"„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde"

Mal ist man von einem Transplant abhängig und man entscheidet sich soooo...
Mal ist man Tod..........und bleibt Tod.

Das ist der Ansatz für denkende Menschen, die dummen kann man zukünftig leichter ausschlachten.


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#33

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 12:42
von Nadine | 3.633 Beiträge | 23854 Punkte

Wenn diese Debatte in den Medien lange und intensiv genug geführt wird, dann kostet sie der Union wenigstens 4-5%.


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#34

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 12:44
von Corto | 1.190 Beiträge | 10730 Punkte

@maga
Bezüglich der Lex Spahn bin ich ausnahmsweise auch mal näher bei Annalena & co. als bei den Christdemokraten - und näher bei dem Kommentar der TAZ als dem der WELT!
Erstaunlich, wie wild bei dem Thema die Meinungen verlaufen...


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zuletzt bearbeitet 02.04.2019 12:46 | nach oben springen

#35

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 12:45
von Landegaard | 16.571 Beiträge | 27566 Punkte

Zitat von ghassan im Beitrag #26
@Landegaard
Wir werden alle sterben.

Und die Argumentation, dass bei behobenem Mangel die Kriminalität sinke, gilt für den gleichen Spahn nicht wenn es z. B. um die Legalisierung von weichen Drogen geht.
Ist auch nur ein vorgeschobes Argument, da dies beinhaltet, dass jetzt im Moment des Mangels der Organhandel kriminell strukturiert ist.
Da aber alle Organspenden in D. über die DSO organisiert werden wären dort auch die Kriminellen zu verorten und genau diese Organisation wird auch zukünftig alle Spenden koordinieren.
Also kurz gesagt, wenn heute Kriminelle am Organhandel profitieren werden es zukünftig die gleichen sein.
Oder anders gesagt.
Es wäre dann so als würde man Heroindealer dadurch bekämpfen in dem man ihnen Stoff in größeren Mengen zur Verfügung stellt um den Preis zu senken und sie damit zur Aufgabe ihres Geschäftmodells zu bewegen.


Ich bin nicht dafür verantwortlich, wenn Spahn nicht konsistent argumentiert. Natürlich gilt die Annahme, dass geringere Gewinnerwartungen die Kriminalitätsgefahr mindern hier ebenso wie bei den Drogen.

Dass die Organspende in Deutschland kriminell organisiert ist, würde ich erst einmal gerne belegt sehen. Woraus speist sich denn ein Organhandel Ihrer Ansicht nach, wenn nicht aus dem Mangel an Spenderorganen?

Und ja, der Heroindealer hat keine Geschäftsgrundlage, wenn Heroin in besserer Qualität zu billigeren Preisen bei weniger Risiko falscher Inhaltsstoffe in jeder Apotheke zu kaufen ist. Dass er ein Geschäft hat, liegt nicht daran, dass es Abnehmer für Heroin gibt, sondern weil die Käufer keine Alternative haben.



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#36

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 12:54
von Nadine | 3.633 Beiträge | 23854 Punkte

Die schriftliche Widerspruchsentscheidung muss man immer bei sich tragen, weshalb auch vielen Querulanten die Organe entnommen werden. Irgendwas geht bei Klinikaufenthalten immer verloren. Versehentlich natürlich.


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#37

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 13:13
von Nadine | 3.633 Beiträge | 23854 Punkte

Dass es so etwas wie eine Organspendemafia gibt, mag ja sein, dürfte innerhalb Deutschlands aber eine untergeordnete Rolle spielen. Das einzige ist das grenzüberschreitende Geschäft mit nicht lebensnotwendigen Organen wie einer der beiden Nieren, mit denen Menschen aus armen Ländern uns beglücken. Das meiste Mafiöse geschieht bei uns innerhalb der Kliniken selbst, die umsatzgetrieben steuern. Die bisherige gesetzliche Grundlage führte hierzulande zu wenigen Organspendern, aus der Angst vieler, dass ein solcher Ausweis bei einen kritischen Klinikaufenthalt möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Leib und Leben darstellt. Nach Umsetzung des Spahnentwurfs dürften diese Ängste auch bei Patienten entstehen, die bei Einweisung in eine Klinik einen Widerspruch im Handgepäck mit sich führen.


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#38

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 14:22
von ghassan | 1.770 Beiträge | 11979 Punkte

Zitat von Landegaard im Beitrag #35

Und ja, der Heroindealer hat keine Geschäftsgrundlage, wenn Heroin in besserer Qualität zu billigeren Preisen bei weniger Risiko falscher Inhaltsstoffe in jeder Apotheke zu kaufen ist. Dass er ein Geschäft hat, liegt nicht daran, dass es Abnehmer für Heroin gibt, sondern weil die Käufer keine Alternative haben.


In dem Fall wäre der richtige Vergleich aber der, dass das zusätzliche Heroin nicht bei externen Stellen (Apotheke) sondern beim Dealer direkt abgeliefert wird. Die Gewinnmarge je "Einheit" würde zwar sinken aber solange der Markt nicht gesättigt ist, kann und wird dies durch die gestiegene Produktion mindestens ausgeglichen oder sogar maximiert werden.
Mir ging es bei dem Beispiel aber nur darum aufzuzeigen, dass eine Steigerung der Produktion nicht zwingend mit Gewinnverlusten einhergehen

Zitat von Landegaard im Beitrag #35
Woraus speist sich denn ein Organhandel Ihrer Ansicht nach, wenn nicht aus dem Mangel an Spenderorganen?


und um ihre Frage zu beantworten: Am Markt natürlich. Der Mangel sorgt lediglich für einen höheren "Stückpreis".

Zitat von Landegaard im Beitrag #35
Dass die Organspende in Deutschland kriminell organisiert ist, würde ich erst einmal gerne belegt sehen.


Gehen wir einmal davon aus, auch weil ich bisher noch nichts Gegenteiliges in Erfahrung bringen konnte, dass die DSO fair und gerecht die Organtransplantationen koordiniert. Bleiben immer noch die Krankenhäuser und die Ärzte, von denen wir wissen, dass einige davon bei der Verteilung von Organen betrogen haben. Die Annahme, dass zukünftig dann bei der Organentnahme auch betrogen wird, scheint mir anhand dessen vernünftiger als umgekehrt.



PS. Entschuldigen Sie bitte, dass ich für meinen Argumentationsaufbau Ihre Zitate zerstückelt und umsortiert habe.


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#39

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 15:55
von Willie | 23.743 Beiträge | 90968 Punkte

.



zuletzt bearbeitet 02.04.2019 15:56 | nach oben springen

#40

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 16:43
von Landegaard | 16.571 Beiträge | 27566 Punkte

Zitat von ghassan im Beitrag #38
Zitat von Landegaard im Beitrag #35

Und ja, der Heroindealer hat keine Geschäftsgrundlage, wenn Heroin in besserer Qualität zu billigeren Preisen bei weniger Risiko falscher Inhaltsstoffe in jeder Apotheke zu kaufen ist. Dass er ein Geschäft hat, liegt nicht daran, dass es Abnehmer für Heroin gibt, sondern weil die Käufer keine Alternative haben.


In dem Fall wäre der richtige Vergleich aber der, dass das zusätzliche Heroin nicht bei externen Stellen (Apotheke) sondern beim Dealer direkt abgeliefert wird. Die Gewinnmarge je "Einheit" würde zwar sinken aber solange der Markt nicht gesättigt ist, kann und wird dies durch die gestiegene Produktion mindestens ausgeglichen oder sogar maximiert werden.
Mir ging es bei dem Beispiel aber nur darum aufzuzeigen, dass eine Steigerung der Produktion nicht zwingend mit Gewinnverlusten einhergehen

Zitat von Landegaard im Beitrag #35
Woraus speist sich denn ein Organhandel Ihrer Ansicht nach, wenn nicht aus dem Mangel an Spenderorganen?


und um ihre Frage zu beantworten: Am Markt natürlich. Der Mangel sorgt lediglich für einen höheren "Stückpreis".

Zitat von Landegaard im Beitrag #35
Dass die Organspende in Deutschland kriminell organisiert ist, würde ich erst einmal gerne belegt sehen.


Gehen wir einmal davon aus, auch weil ich bisher noch nichts Gegenteiliges in Erfahrung bringen konnte, dass die DSO fair und gerecht die Organtransplantationen koordiniert. Bleiben immer noch die Krankenhäuser und die Ärzte, von denen wir wissen, dass einige davon bei der Verteilung von Organen betrogen haben. Die Annahme, dass zukünftig dann bei der Organentnahme auch betrogen wird, scheint mir anhand dessen vernünftiger als umgekehrt.



PS. Entschuldigen Sie bitte, dass ich für meinen Argumentationsaufbau Ihre Zitate zerstückelt und umsortiert habe.




Letztlich ist Ihr Argument, wenn ich es richtig verstehe, dass Sie wegen Vorbehalten möglichen (und tatsächlich vorkommenden Betrugs) bei der Organvergabe den aktuellen Mangel beibehalten wollen, der eben bereits nicht ohne verbrecherischem Handeln auskommt und den Preis, dass viele Leben mangels vorhandener Spenderorgane enden müssen, dabei für einen zahlbaren halten.

Ich bewerte das anders, ohne bestreiten zu wollen, die verbrecherischen Auswüchse des Organhandels nicht zu sehen.



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#41

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 17:18
von ghassan | 1.770 Beiträge | 11979 Punkte

Zitat von Landegaard im Beitrag #40

Letztlich ist Ihr Argument, wenn ich es richtig verstehe, dass Sie wegen Vorbehalten möglichen (und tatsächlich vorkommenden Betrugs) bei der Organvergabe den aktuellen Mangel beibehalten wollen, der eben bereits nicht ohne verbrecherischem Handeln auskommt und den Preis, dass viele Leben mangels vorhandener Spenderorgane enden müssen, dabei für einen zahlbaren halten.

Ich bewerte das anders, ohne bestreiten zu wollen, die verbrecherischen Auswüchse des Organhandels nicht zu sehen.


Dann verstehen Sie mich falsch.
Ich habe nicht geschrieben, dass ich der Meinung bin, so wie es ist sollte es beibehalten werden. Überhaupt habe ich was dieses Thema betrifft noch keine abschliessende Meinung oder den Königsweg. Aber nur weil ich keine bessere Lösung sehe, muss ich eine, die ich für eine Schlechte halte nicht gutheißen.
Nahals Einwurf des kategorischen Imperativs gefällt mir und sollte auch berücksichtigt werden. Wenn aber und davon können wir ausgehen, Missbrauch betrieben wird und Menschen die ohne diesen Missbrauch überleben würden, sterben müssen damit andere überleben können, ist das bezüglich der Ethik eine ganz andere Ebene.
Darf jemand geopfert werden um jemand anderen zu retten?



zuletzt bearbeitet 02.04.2019 17:20 | nach oben springen

#42

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 17:33
von Landegaard | 16.571 Beiträge | 27566 Punkte

Zitat von ghassan im Beitrag #41
Zitat von Landegaard im Beitrag #40

Letztlich ist Ihr Argument, wenn ich es richtig verstehe, dass Sie wegen Vorbehalten möglichen (und tatsächlich vorkommenden Betrugs) bei der Organvergabe den aktuellen Mangel beibehalten wollen, der eben bereits nicht ohne verbrecherischem Handeln auskommt und den Preis, dass viele Leben mangels vorhandener Spenderorgane enden müssen, dabei für einen zahlbaren halten.

Ich bewerte das anders, ohne bestreiten zu wollen, die verbrecherischen Auswüchse des Organhandels nicht zu sehen.


Dann verstehen Sie mich falsch.
Ich habe nicht geschrieben, dass ich der Meinung bin, so wie es ist sollte es beibehalten werden. Überhaupt habe ich was dieses Thema betrifft noch keine abschliessende Meinung oder den Königsweg. Aber nur weil ich keine bessere Lösung sehe, muss ich eine, die ich für eine Schlechte halte nicht gutheißen.
Nahals Einwurf des kategorischen Imperativs gefällt mir und sollte auch berücksichtigt werden. Wenn aber und davon können wir ausgehen, Missbrauch betrieben wird und Menschen die ohne diesen Missbrauch überleben würden, sterben müssen damit andere überleben können, ist das bezüglich der Ethik eine ganz andere Ebene.
Darf jemand geopfert werden um jemand anderen zu retten?



Dazu erlaube ich mir gar keine Wertung, die etwas anderes als eine Einzelfallwertung wäre.

Ich sollte vielleicht nochmal unterstreichen, dass es nicht darum geht, jemandes Leben zu beenden, um ihn "ausschlachten" zu können. Es geht um die Umkehrung der Regelung, dass verstorbene Menschen als Organspender gelten, solange sie zu Lebzeiten nichts anderes bestimmt haben.

Es geht da nirgendwo um die Frage, ob jemand geopfert werden kann, sondern darum, dass dessen lebensrettende Organe zum Vergammeln in die Erde gestopft werden, weil diese Frage im Leben üblicherweise nicht bewertet wurde.

Sie machen, wie im Drogenbeispiel auch, den Missbrauchsfall zum Regelfall, den es dann zu werten gilt. Ich sehe nicht, was ich da falsch verstanden haben soll. Meine Aussage verstehen Sie dann auch bitte als Vorschlag, über diese Gewichtung nochmals kritisch nachzudenken. Mehr nicht. ;)



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#43

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 18:13
von Corto | 1.190 Beiträge | 10730 Punkte

Viel bla bla hier...
Machen wir doch den Lakmustest:
Wer hat von euch hat denn einen Organspenderausweis?


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zuletzt bearbeitet 02.04.2019 18:14 | nach oben springen

#44

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 18:38
von Hans Bergman | 16.688 Beiträge | 39978 Punkte

Zitat von Corto im Beitrag #43
Viel bla bla hier...
Machen wir doch den Lakmustest:
Wer hat von euch hat denn einen Organspenderausweis?

Ich wollte Blut und/oder Knochenmark spenden. Abgelehnt. Ich steh quasi schon auf dem Schrottplatz - allerdings in dem Teil, wo das Zeug nur noch für die Presse taugt. :-)
Mit leichtem Herzinfarkt, Bluthochdruck, 60% Lungenfunktion, angeschlagener Niere und zu hohem Fettwert in der Leber wäre ein Organspenderausweis für mich als würde ich bei Visa die Gold-Card beantragen.
Aber ich bin wirklich gespannt auf das Ergebnis.



zuletzt bearbeitet 02.04.2019 18:40 | nach oben springen

#45

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 18:43
von Willie | 23.743 Beiträge | 90968 Punkte

Zitat von Corto im Beitrag #43
Viel bla bla hier...
Machen wir doch den Lakmustest:
Wer hat von euch hat denn einen Organspenderausweis?

Ich. Das heisst, es ist auf dem Fuehrerschein vermerkt.


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#46

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 18:53
von ghassan | 1.770 Beiträge | 11979 Punkte

Zitat von Corto im Beitrag #43

Wer hat von euch hat denn einen Organspenderausweis?

Ich habe einen.
Allerdings auch schon zwei Herzinfarkte, Herzspende fällt also schon einmal weg, (zuviel Metall), Leber und Niere dürften aufgrund der Medikamente auch nutzlos sein.
Iris und Penis könnte ich bieten.
;)

Mir geht es hier aber auch ums blabla.
Ich gehöre nicht zu den mittellosen Menschen ohne Angehörige, die meiner Meinung nach am gefährdesten sind wenn sich Spahn durchsetzt und trotzdem bin ich gegen den Vorschlag
Spahns.
In meinem Umfeld wird es ähnlich gesehen, daher finde ich Diskussionen eben mit Befürwortern interessant. Wenn ich meine Meinung hören will, rede ich vor dem Spiegel mit mir.
Hat auch was, aber selten einen Überraschungseffekt.



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zuletzt bearbeitet 02.04.2019 19:01 | nach oben springen

#47

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 19:10
von nahal | 19.391 Beiträge | 26555 Punkte

Zitat von Corto im Beitrag #43
Viel bla bla hier...
Machen wir doch den Lakmustest:
Wer hat von euch hat denn einen Organspenderausweis?


Ich.
Aber wer möchte schon meine Leber...:-((


Folgenden Mitgliedern gefällt das: Maga-neu, Hans Bergman und sayada.b.
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#48

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 19:46
von Nadine | 3.633 Beiträge | 23854 Punkte

Eure 17-jährige Tochter stirbt an den Folgen eines Motorradunfalls, als sie bei ihrem Freund auf dem Hintersitz saß. Die Klinik fragt Euch am Todestag, ob Ihr damit einverstanden seid, Eurem Kind fünf Organe zu entnehmen. Wie verhaltet Ihr Euch?


zuletzt bearbeitet 02.04.2019 19:47 | nach oben springen

#49

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 19:49
von Maga-neu | 23.225 Beiträge | 66755 Punkte

Zitat von nahal im Beitrag #47
Zitat von Corto im Beitrag #43
Viel bla bla hier...
Machen wir doch den Lakmustest:
Wer hat von euch hat denn einen Organspenderausweis?


Ich.
Aber wer möchte schon meine Leber...:-((

Oder mein Herz, das Herz eines Antichristen. :-)



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zuletzt bearbeitet 02.04.2019 20:44 | nach oben springen

#50

RE: Mein Haus, mein Auto, mein Bauch

in Politik 02.04.2019 20:03
von Nante | 8.025 Beiträge | 13044 Punkte

Zitat von Corto im Beitrag #43
Viel bla bla hier...
Machen wir doch den Lakmustest:
Wer hat von euch hat denn einen Organspenderausweis?


Waaas? Ich soll meinen sozialistisch gestählten Körper dem Klassenfeind und seiner imperialistischen Verwertungslogik überlassen? Bei mir wird doch aus Rache doppelt soviel Material entnommen als ich besitze.....


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