#1

Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 31.08.2012 14:10
von Kasperl | 1 Beitrag | 1 Punkte

Ausländische Investoren fliehen aus Usbekistan. Darunter Daimler:
Omnibus-Partner gibt Daimler einen Korb
Zu schwierige wirtschaftliche Lage? Und wenn war sie unter dem Diktator Karimow gut, hmm? Ich würde sagen – zu schwierige innenpolitische Lage, sie wird imer explosiver. Das erinnert mich an die Situation in Nordafrika vor dem arabischen Frühling. Damals haben viele ausländische Unternehmen ihre Produktion und Investitionstätigkeit abgebaut. Das französiche Unternehmen Lafarge verzichtete auf den Bau eines Zementwerks in der usbekischen Provinz Jizzax. Ihre Verträge mit Taschkent haben auch das italienische Incanto group S.r.l. und das österreichische Kneissl Touristik gekündigt. Das gibt also was zu denken...


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#2

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 31.08.2012 14:27
von Hans Bergman | 16.655 Beiträge | 39648 Punkte


Zitat von: Kasperl
31.08.2012 14:10 #134790
Ausländische Investoren fliehen aus Usbekistan. Darunter Daimler:
Omnibus-Partner gibt Daimler einen Korb
Zu schwierige wirtschaftliche Lage? Und wenn war sie unter dem Diktator Karimow gut, hmm? Ich würde sagen – zu schwierige innenpolitische Lage, sie wird imer explosiver. Das erinnert mich an die Situation in Nordafrika vor dem arabischen Frühling. Damals haben viele ausländische Unternehmen ihre Produktion und Investitionstätigkeit abgebaut. Das französiche Unternehmen Lafarge verzichtete auf den Bau eines Zementwerks in der usbekischen Provinz Jizzax. Ihre Verträge mit Taschkent haben auch das italienische Incanto group S.r.l. und das österreichische Kneissl Touristik gekündigt. Das gibt also was zu denken...


In Demokratien gefällt es Unternehmen nicht so besonders gut. Siehe Chile. Na ja, die USA werden eine Demokratiebewegung auch in Usbekistan zu verhindern wissen.


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#3

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 01.09.2012 20:46
von Nante | 8.018 Beiträge | 12974 Punkte

Usbekistan hat, wie auch alle anderen Republiken im Kaukasus und Mittelasien, den bedauerlichen Weg von einer vom Zentrum zwar bestimmten, aber auch subventionierten Gesellschaft sowjetischen Typs zwei Stufen zurück in den Feudalismus in Windeseile genommen. Nur der Rohstoffreichtum bestimmter Regionen und das intellektuelle Erbe verhindern eine Afghanisierung.



zuletzt bearbeitet 01.09.2012 20:50 | nach oben springen

#4

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 01.09.2012 20:49
von Ronald.Z | 1.625 Beiträge | 1587 Punkte


Zitat von: Nante
01.09.2012 20:46 #135050
Usbekistan hat, wie auch alle anderen Republiken im Kaukasus und Mittelasien, den bedauerlichen Weg von einer vom Zentrum zwar bestimmten, aber auch subventionierten Gesellschaft sowjetischen Typs zwei Stufen zurück in den Feudalismus in Windeseile genommen. Nur der Rohstoffreichtum bestimmter Regionen und das intellektuelle Erbe verhindern eine Afghansierung.

Und die strategischen Interessen Dritter.


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#5

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 02.09.2012 12:34
von FrieFie | 7.321 Beiträge | 7298 Punkte


Zitat von: Hans Bergman
31.08.2012 14:27 #134793


In Demokratien gefällt es Unternehmen nicht so besonders gut. Siehe Chile. Na ja, die USA werden eine Demokratiebewegung auch in Usbekistan zu verhindern wissen.


Seit wann gibt es in Usbekistan eine Demokratiebewegung?


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#6

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 02.09.2012 13:42
von Hans Bergman | 16.655 Beiträge | 39648 Punkte


Zitat von: FrieFie
02.09.2012 12:34 #135097


Seit wann gibt es in Usbekistan eine Demokratiebewegung?


Ich ergänze: "eine, die sich eventuell entwickeln könnte..." Wie kann man nur so pingelig sein? :)



zuletzt bearbeitet 02.09.2012 13:42 | nach oben springen

#7

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 03.09.2012 12:18
von Helmut Pirkl | 1.975 Beiträge | 1975 Punkte


Zitat von: Kasperl
31.08.2012 14:10 #134790
Ausländische Investoren fliehen aus Usbekistan. Darunter Daimler:
Omnibus-Partner gibt Daimler einen Korb
Zu schwierige wirtschaftliche Lage? Und wenn war sie unter dem Diktator Karimow gut, hmm? Ich würde sagen – zu schwierige innenpolitische Lage, sie wird imer explosiver. Das erinnert mich an die Situation in Nordafrika vor dem arabischen Frühling. Damals haben viele ausländische Unternehmen ihre Produktion und Investitionstätigkeit abgebaut. Das französiche Unternehmen Lafarge verzichtete auf den Bau eines Zementwerks in der usbekischen Provinz Jizzax. Ihre Verträge mit Taschkent haben auch das italienische Incanto group S.r.l. und das österreichische Kneissl Touristik gekündigt. Das gibt also was zu denken...

Usbekistan ist ein Binnenstaat in Zentralasien. Nachbarländer sind im Westen und Norden Kasachstan, im Osten Kirgisistan. Es lohnt sich ganz bestimmt nicht für Daimler auch nur darüber nachzudenken, dort Omnibusse herzustellen. Hier sind sicherlich die Protagonisten einem Scherz aufgesessen.


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#8

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 03.09.2012 15:28
von werner thurner | 3.915 Beiträge | 3915 Punkte


Zitat von: Helmut Pirkl
03.09.2012 12:18 #135210

Usbekistan ist ein Binnenstaat in Zentralasien. Nachbarländer sind im Westen und Norden Kasachstan, im Osten Kirgisistan. Es lohnt sich ganz bestimmt nicht für Daimler auch nur darüber nachzudenken, dort Omnibusse herzustellen. Hier sind sicherlich die Protagonisten einem Scherz aufgesessen.


Kommt darauf an.

http://liportal.inwent.org/usbekistan/geschichte-staat.html

und


http://liportal.inwent.org/usbekistan/wi...ntwicklung.html

"Usbekistan verfolgt eine sehr zaghafte wirtschaftliche Reformpolitik. Privatisierung hat nur zum Teil stattgefunden, wichtige große Unternehmen sind nach wie vor in staatlicher Hand. Der Präsident kann mit Ausnahmegenehmigungen und Sonderegelungen in Wirtschaftsabläufe eingreifen, was nicht nur bei ausländischen InvestorenÖffnet externen Link in neuem Fenster zu Unsicherheit führt. Durch die Mitgliedschaft in der Anti-Terror-Koalition eröffneten sich für Usbekistan nach dem 11. September 2001 neue wirtschaftliche MöglichkeitenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Im Dezember 2001 vereinbarte es mit dem IWF ein Reformprogramm. Dessen Umsetzung erfolgt jedoch nur sehr schleppend. Nach langen Verzögerungen wurde am 15. Oktober 2003 zumindest die Einführung der freien Konvertibilität realisiert.

Zur Situation im Bereich der KMU: Usbekistan besitzt aufgrund seiner politischen Stabilität, seines Rohstoffreichtums und seiner gut qualifizierten Bevölkerung sowie der hinreichenden Infrastruktur Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung. Diese wird aber durch die restriktive RegierungspolitikÖffnet externen Link in neuem Fenster verhindert. Besonders beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft bestehen erhebliche Defizite. Die Regierung übt weiterhin einen erheblichen Einfluss auf die WirtschaftÖffnet externen Link in neuem Fenster aus. Es fehlt daher eine umfassende Anpassung der staatlichen aber auch privaten Unternehmen an die marktwirtschaftlichen Wettbewerbsbedingungen. "

Da dort wie in Libyen,Syrien ein grosses Rohstoff- und Privatisierungs Potential besteht, ist dies Land für den militit./industr./Banken und Söldner ("Sicherheits") Komplex sehr wohl interessant.
Das gilt für alle Länder des kaspischen Beckens.


Was du nicht willst das man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu.


zuletzt bearbeitet 03.09.2012 15:31 | nach oben springen

#9

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 04.09.2012 17:57
von Helmut Pirkl | 1.975 Beiträge | 1975 Punkte


Zitat von: werner thurner
03.09.2012 15:28 #135252


Kommt darauf an.

http://liportal.inwent.org/usbekistan/geschichte-staat.html

und


http://liportal.inwent.org/usbekistan/wi...ntwicklung.html

"Usbekistan verfolgt eine sehr zaghafte wirtschaftliche Reformpolitik. Privatisierung hat nur zum Teil stattgefunden, wichtige große Unternehmen sind nach wie vor in staatlicher Hand. Der Präsident kann mit Ausnahmegenehmigungen und Sonderegelungen in Wirtschaftsabläufe eingreifen, was nicht nur bei ausländischen InvestorenÖffnet externen Link in neuem Fenster zu Unsicherheit führt. Durch die Mitgliedschaft in der Anti-Terror-Koalition eröffneten sich für Usbekistan nach dem 11. September 2001 neue wirtschaftliche MöglichkeitenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Im Dezember 2001 vereinbarte es mit dem IWF ein Reformprogramm. Dessen Umsetzung erfolgt jedoch nur sehr schleppend. Nach langen Verzögerungen wurde am 15. Oktober 2003 zumindest die Einführung der freien Konvertibilität realisiert.

Zur Situation im Bereich der KMU: Usbekistan besitzt aufgrund seiner politischen Stabilität, seines Rohstoffreichtums und seiner gut qualifizierten Bevölkerung sowie der hinreichenden Infrastruktur Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung. Diese wird aber durch die restriktive RegierungspolitikÖffnet externen Link in neuem Fenster verhindert. Besonders beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft bestehen erhebliche Defizite. Die Regierung übt weiterhin einen erheblichen Einfluss auf die WirtschaftÖffnet externen Link in neuem Fenster aus. Es fehlt daher eine umfassende Anpassung der staatlichen aber auch privaten Unternehmen an die marktwirtschaftlichen Wettbewerbsbedingungen. "

Da dort wie in Libyen,Syrien ein grosses Rohstoff- und Privatisierungs Potential besteht, ist dies Land für den militit./industr./Banken und Söldner ("Sicherheits") Komplex sehr wohl interessant.
Das gilt für alle Länder des kaspischen Beckens.

An einem guten Verhältnis zu Usbekistan ist vor allem die deutsche Regierung interessiert. Setzen doch Nato und die USA verstärkt auf die Transitrouten über Usbekistan, Kasachstan/Kirgistan und Russland. Das dürfte besonders für die deutschen Truppen in einer Stärke von weit über 5000 Soldaten mit schweren Waffen wichtig sein. Sind die doch dort oben im Norden von Afghanistan stationiert. Sie werden also zunächst einmal die Aufgabe habe, den Rückzug der imperialen Truppen sicher zu stellen. Zum Schluss bleibt auch ihnen nichts anderes übrig, als über Usbekistan den Heimweg anzutreten.

Der Rückzug aus Afghanistan wird jedenfalls schwieriger sein als der Einzug.

Darum also geht es den Deutschen und um nichts anderes. Es sind also ausschließlich logistische Interessen und keine wirtschaftlichen, die Deutschland mit Usbekistan verbindet.


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#10

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 04.09.2012 20:53
von Nante | 8.018 Beiträge | 12974 Punkte

Aserbaidshan und Armenien, ebenfalls Sowjetrepubliken - haben eine neue Stufe der Eskalation.


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#11

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 05.09.2012 10:44
von Helmut Pirkl | 1.975 Beiträge | 1975 Punkte


Zitat von: Nante
04.09.2012 20:53 #135502
Aserbaidshan und Armenien, ebenfalls Sowjetrepubliken - haben eine neue Stufe der Eskalation.

Was meinst Du damit, zumal es die Sowjetunion nicht mehr gibt?


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#12

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 05.09.2012 18:53
von Nante | 8.018 Beiträge | 12974 Punkte


Zitat von: Helmut Pirkl
05.09.2012 10:44 #135562

Was meinst Du damit, zumal es die Sowjetunion nicht mehr gibt?


Ex-UdSSR ist genauso falsch wie Ex-Empire, Ex-DDR oder Ex-römisches Reich. So jetzt habe ich die bedeutendsten Exstaaten in einem Satz:)

Aserbaidshan läßt einen Mörder hochleben, der einen armenischen Kollegen bei einer gemeinsamen Fortbildung im NATO-Rahmen verstückelt hatte.
http://www.welt.de/politik/ausland/artic...zum-Helden.html


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#13

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 05.09.2012 19:00
von Helmut Pirkl | 1.975 Beiträge | 1975 Punkte


Zitat von: Nante
05.09.2012 18:53 #135683

Ex-UdSSR ist genauso falsch wie Ex-Empire, Ex-DDR oder Ex-römisches Reich. So jetzt habe ich die bedeutendsten Exstaaten in einem Satz:)
Aserbaidshan läßt einen Mörder hochleben, der einen armenischen Kollegen bei einer gemeinsamen Fortbildung im NATO-Rahmen verstückelt hatte.
http://www.welt.de/politik/ausland/artic...zum-Helden.html

Von Aserbaidschan ist nicht die Rede und schon mal gar nicht von deinen Ex.


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#14

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 05.09.2012 19:02
von Nante | 8.018 Beiträge | 12974 Punkte


Zitat von: Helmut Pirkl
05.09.2012 19:00 #135687

Von Aserbaidschan ist nicht die Rede und schon mal gar nicht von deinen Ex.

Dann setz mal Deine Lesebrille auf.


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#15

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 09.09.2012 11:05
von FrieFie | 7.321 Beiträge | 7298 Punkte


Zitat von: Helmut Pirkl
04.09.2012 17:57 #135447


Darum also geht es den Deutschen und um nichts anderes. Es sind also ausschließlich logistische Interessen und keine wirtschaftlichen, die Deutschland mit Usbekistan verbindet.

Es ging doch darum, dass Daimler wirtschaftliches Interesse hatte, dieses aber aufgab?
Wäre die Regierung einen Hauch weniger komplett korrupt, könnte das Land einen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren, und dann wäre es lukrativer Absatzmarkt für Omnibusse.
Oder sind das auch schon fiese Machenschaften des Imperiums?


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#16

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 09.09.2012 11:57
von Helmut Pirkl | 1.975 Beiträge | 1975 Punkte


Zitat von: FrieFie
09.09.2012 11:05 #136249

Es ging doch darum, dass Daimler wirtschaftliches Interesse hatte, dieses aber aufgab?
Wäre die Regierung einen Hauch weniger komplett korrupt, könnte das Land einen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren, und dann wäre es lukrativer Absatzmarkt für Omnibusse.
Oder sind das auch schon fiese Machenschaften des Imperiums?

Läge Usbekistan nicht auf dem Rückzugweg der westlichen Truppen aus Afghanistan, würde sich niemand in unserer Politik und in den Mainstream-Medien mit diesem Land befassen.


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#17

RE: Usbekistan – arabischer Frühling kommt

in Wirtschaft 11.09.2012 09:32
von FrieFie | 7.321 Beiträge | 7298 Punkte


Zitat von: Helmut Pirkl
09.09.2012 11:57 #136254

Läge Usbekistan nicht auf dem Rückzugweg der westlichen Truppen aus Afghanistan, würde sich niemand in unserer Politik und in den Mainstream-Medien mit diesem Land befassen.


Unsere Medien befassen sich auch mit Tibet, Bhutan, Tadschikistan oder Burma.
Sie befassen sich generell mit Diktaturen, unterdrückten Völkern, Mißständen, Ex-Udsssr-Staaten u.s.w..
Gemessen an der Korruptheit und Unterdrückung im Land, wird noch viel zu wenig über Usbekistan geschrieben.


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